Stadtkind Stuttgart

Gute-Nacht-Geschichte aus dem Climax Wo nackte Polizisten den Bar-Verkehr regeln

Von Tanja Simoncev 

Was im Climax passiert, bleibt im Climax - "nicht unbedingt", findet Club-Manager Florian Buntfuss. Zum 21. Geburtstag des Clubs ruft er die Gäste dazu auf, ein paar Geschichten auszuplaudern und hat auch selbst ein paar auf Lager.

Was im Climax passiert, bleibt nicht immer im Climax: Club-Manager Florian Buntfuss plaudert ein paar Geschichten aus. Foto: Tanja Simoncev
Was im Climax passiert, bleibt nicht immer im Climax: Club-Manager Florian Buntfuss plaudert ein paar Geschichten aus. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - Ja, das Climax ist immer für eine Geschichte gut. Im Kult-Club an der Calwer Straße, der diesen Donnerstag seinen 21. Geburtstag feiert, fanden sich schon viele zur After Hour wieder, tanzten nicht wenige bis zum Morgengrauen ausgelassen zu elektronischen Klängen - gern auch hinter Gitterstäben. Mehr als ein Grund, um Club-Manager Florian Buntfuss zum Gespräch zu bitten und ihm ein paar verrucht verrückte Geschichten zu entlocken.

Doch erst einmal ein paar Zeilen zu ihm: Florian hatte, wie er selbst sagt, schon immer eine Gastroaffinität. Im zarten Alter von 19 Jahren musste Plan B her. Damit ist die Agentur gemeint, die auch den Göppinger Kult-Club Red Room betrieben hatte. Nach seinem Zivildienst war die Agentur seine Welt. Neben der Ausbildung zum Bürokaufmann tauchte der 38-Jährige aber auch mehr als sehr ins Club-Management ein, regelte Personal und Promotion am Wochenende.

Der Nightlife-Tausendsassa

Nach dem Club-Management lockte ein lokaler Gastro-Betrieb, später die Vertriebswelt, dann das DJ-Pult, zwischenzeitlich die Bar-Theke und letztendlich die Betriebsleitung. "Ich wollte alle Seiten der Gastronomie verstehen, leben und fühlen." Mit dem Auflegen fand Flo ein konstantes Hobby - "das ich immer weiterführen werde, egal wie alt ich bin." Über Traumraum im Climax ging es ins Waranga und wieder zurück. 

Kein Wunder fragte ihn Climax-Chef Michael Gottschalk vor zwei Jahren, ob er den Club weiterführen könne. Und Flo konnte und kann auch immer noch. "Der Startschuss, das Climax von einer neuen Seite kennenzulernen, war gefallen", freut sich der engagierte Club-Manager. Man sei experimentierfreudiger geworden, nach Lesungen, soll nun eine Fetischreihe für neuen Schwung sorgen und die Subkultur wiederaufleben lassen.

Jetzt steht aber erst einmal der Geburtstag an - was kann, darf, soll erwartet werden? "Es wird ein typischer Climax-Auflauf", so Flo lachend. Getränke-Specials treffen auf Glücksrad, Luftballon-Deko und Fotobox. "Und natürlich darf das Rotationverfahren nicht fehlen: Türsteher werden auflegen, DJs hinter der Bar stehen und das Bar-Personal die Türe regeln." Party hardy, all night long - ganz nach alter Climax-Manier wird der Laden Kopf stehen. 

Und jetzt hau' raus, was sonst so im Climax passiert, Flo.

Love is on the Dancefloor

Ein Pärchen, das mal vom Frühlingsfest den Weg ins Climax geschafft hatte, amüsierte sich prächtig auf unserer Tanzfläche zwischen all den anderen Gästen. So gut, dass es die beiden für völlig in Ordnung hielten, einen Blow Job auf der Tanzfläche durchzuziehen. Sie wurden natürlich, wie es sich gehört, dabei von unserem Tür-Personal unterbrochen. 

Dosen-Türmle

Aus meiner Barzeit erinnere ich mich an einen Kollegen, der so betrunken war, dass er die leere Wodka-Flasche und die ebenfalls leeren Red-Bull-Dosen nicht einfach so in den Spülkorb stellte. Nein, er baute daraus noch ein Türmle und war darauf bedacht, dass die Flasche auch ja verkehrt herum stehen bleiben sollte. Und das Beste: Er war fest davon überzeugt die Sachen so zu spülen - absolut legendär unter den Barleuten!

Geregelter Bar-Verkehr

Ein wenig bekleideter (österreichischer) Verkehrspolizist - er trug nur Kappe und Uniformjacke - marschierte eines Abends in den Club herein. Die Gäste waren zunächst alle erschrocken als er auftauchte, so von wegen: "Wieso ist die Polizei jetzt hier?" Doch dann fiel die fehlende "Restbekleidung" auf und man feierte weiter wie gehabt. Der Verkehrsnudist regelte dann später mittels "Verkehrskelle" den Verkehr vor der großen Bar - das war noch im alten Climax bei der "Slave to the Rhythm"-Party. Er wechselte dabei immer wieder geschickt von rot auf grün (mit seiner Kelle) und wenn es die Verkehrssituation zuließ, konnten weitere wartende Teilnehmer mitmachen.

Aufgepasst: Wer seine eigene Climax-Geschichte erzählen und damit Teil des 22. Club-Jubiläums sein möchte, kann das unter buero@climax-institutes.de tun - und dabei noch 3 x 2 Gästelistenplätze gewinnen.