Stadtkind Stuttgart

Soundcheck mit Pale Heart Bleiche Herzen und der Blues

Von Björn Springorum 

White Daze sind tot, es leben Pale Heart! Auch sonst hat sich bei Stuttgarts genussvollem Blues-Rock-Trio ein bisschen was geändert. Zum Guten, versteht sich!

Wer den Blues hat, darf trotzdem zwischendurch mal lachen: Pale Heart machens vor. Foto: Pale Heart 3 Bilder
Wer den Blues hat, darf trotzdem zwischendurch mal lachen: Pale Heart machen's vor. Foto: Pale Heart

Stuttgart – Die Gitarre fabuliert, die Orgel summt, die Stimme kratzt, die Drums sekundieren den warmen Bass: Wenn Pale Heart loslegen, ist der ganze Raum urplötzlich voller Musik. In der klassischen Triobesetzung jagen uns die jungen Stuttgarter einen Blues-Schauer nach dem anderen über den Rücken. Ihr Sound ist von einer zeitlosen Nostalgie und einer dezenten Melancholie, ihr Ausdruck ist warm, genussvoll, süffig. „Musik gibt uns die Möglichkeit, Gefühle, Momente und Erlebnisse auszudrücken und diese mit Menschen zu teilen“, sagt Sänger und Gitarrist Marc Bauer dazu. „Eine Welt ohne Musik ist für uns undenkbar.“ Nachdem die drei fast zehn Jahre unter dem Namen White Daze Musik gemacht haben, ist es jetzt an der Zeit für den nächsten Schritt. Neuer Name, neue Ziele, dazu ein Klang, der noch organischer, noch improvisierter klingt. Und sich echt nicht hinter den großen Alten verstecken muss.

Neben Marc Bauer frönen auch sein jüngerer Bruder Nico Bauer sowie Schlagzeuger Steffen Neumeier dem wunderbar verspielten Blues. Reibereien gibt es trotz Geschwisterkonstellation nicht mehr als in anderen Bands, beruhigt der Sänger. Und findet das nicht mal außergewöhnlich. „Die Allmann Brothers zeigen doch, dass es ging. Die Gallagher Brüder von Oasis sind einfach ein schlechtes Beispiel.“ Letztlich lebt Pale Heart sogar von dieser besonderen Verbindung. „Die musikalische Verbundenheit und das gemeinsame Aufwachsen mit Musik, welche einen beeinflusst, mit dieser Person zu teilen und eine gemeinsame Passion zu entwickeln, ist eines der besten Dinge, die uns passieren konnten.“ Man hört es, Jungs, man hört es. Deswegen ist es höchste Zeit für unseren Soundcheck, bevor es am Samstag, den 20. Mai mit Belphi und Hawelka im Club Zentral zur Sache geht.

Drei in drei Sekunden:

Lieblingsort zum Musik machen? Bühne

Größtes Vorbild aus Stuttgarter Musikszene? Müll (eine Progressive-Band aus den Siebzigern)

Persönliche Lieblingsplatte? Das Debüt der Allman Brothers Band

Wie habt ihr euch gefunden?

Durch eine Zeitungsannonce!

Was ist die skurrilste Anekdote aus eurer Bandgeschichte?

Ein Besuch bei einem Radiosender, bei dem unsere Band vorgestellt werden sollte. Der Moderator war so eigenartig und gab unbewusst zum Brüllen komische Statements und Fragen ab, dass wir uns in der Sendung bald nicht mehr halten konnten vor Lachen. Man nennt das dann auch Lachkrampf, der sich wie eine Krankheit auf uns alle ausgebreitet hat. Wenn wir heute daran zurückdenken, ist es fast noch skurriler…

Wie würdet ihr euren Stil in drei Worten beschreiben?

Soulful Psychedelic Blues

Wo steht euer Proberaum?

In Böblingen.

Wovon handelt euer neuer Song „Little World“?

Von dem Gefühl, in seiner eigenen „kleinen“ Welt gefangen zu sein. Man möchte ausbrechen, muss dafür etwas riskieren, aufgeben oder opfern. Jeder von uns kennt dieses Gefühl und es kostet viel Kraft, Energie und Mut, aus dieser Welt auszubrechen um Glückseligkeit zu finden.

Welcher Song einer Stuttgarter Band hat euch zuletzt beeindruckt?

Belphi – Part of Mine

Wo fand euer erstes Konzert als Pale Heart in Stuttgart statt?

Im Gerber bei den Popbüro Sessions.

Wenn Stuttgart ein Song wäre, dann…

...wäre er ein Technoblues-Stück.

Was muss immer auf eurem Rider stehen?

Das unser Bühnensound entsprechend laut ist: Dem Leslie-Effektgerät und alten Gitarrenamps sei Dank.

Was passiert bei euch als nächstes?

Wir buchen so viele Shows wie es geht und hoffen, dass unser Debüt noch dieses Jahr veröffentlicht wird.

Pale Heart live: Samstag, 20. Mai, Club Zentral

Und so klingt Pale Heart: