1:0-Sieg gegen VfB Stuttgart II Calamita erlöst die Kickers

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Die Stuttgarter Kickers haben das Drittliga-Derby gegen den VfB II gewonnen. Vor 3900 Zuschauern im Gazi-Stadion erzielte Marco Calamita in der 47. Minute den Siegtreffer für die in der Rückrunde noch ungeschlagenen Blauen.

Marco Calamita jubelt – der Kickers-Stürmer erzielt den Siegtreffer zum 1:0 im Drittliga-Derby. Foto: Baumann
Marco Calamita jubelt – der Kickers-Stürmer erzielt den Siegtreffer zum 1:0 im Drittliga-Derby. Foto: Baumann

Stuttgart - Die Kickers-Fans im B-Block des Gazi-Stadions unter dem Fernsehturm skandierten freudetrunken ihr neues Lieblingslied vom „Auswärtssieg in Degerloch“ – denn formal ist der VfB Stuttgart II ja am Sonntagnachmittag beim Stadtderby der Gastgeber gewesen. Doch nicht nur Marco Calamita sah dies ein wenig anders: „Wir wollten jedem zeigen, dass dies hier unser Stadion ist“, sagte der Kickers-Stürmer nach dem 1:0-(0:0-)Sieg, den eben Calamita mit seinem goldenen Tor in der 47. Minute sicherte.

„Wir wissen, wo wir herkommen, und schauen in der Tabelle weiter schön nach unten. Wir fangen jetzt nicht an zu spinnen“, sagte der Kickers-Trainer Horst Steffen in dem Bemühen, die Glücksgefühle im Lager der Blauen keinesfalls überkochen zu lassen. Immerhin weist auch die Statistik für sein Team einen klaren Aufwärtstrend aus: Durch den verdienten Erfolg über den VfB II, der mit seinem schwachen Auftritt im Derby den schwarzen Sonntag für Stuttgarts renommiertesten Fußballclub abrundete, haben die Kickers zuletzt 13 von 15 möglichen Punkten geholt. Zudem stehen sie in der Tabelle der dritten Liga nun vor dem VfB II. Dies lässt für die Zukunft einiges erhoffen. „Es ist klar, dass eine Erfolgsserie den Jungs frisches Selbstvertrauen bringt“, gibt Steffen immerhin zu, dessen Elf einsatzfreudigen und spielerisch ansehnlichen Drittliga-Fußball zeigt.

„Wir haben den Gegner mit eigenen Fehlern stark gemacht“, resümierte derweil der enttäuschte VfB-Trainer Jürgen Kramny, in dessen junger Elf am Sonntag keiner andeutete, dass er mittelfristig eine Verstärkung für die Bundesligaelf sein könnte: „In dieser Spielklasse kriegst du nichts geschenkt. Das müssen einige bei uns noch lernen.“

Kickers spielten hart, aber fair

Denn es war keine Frage, dass die überlegenen Kickers bereits in der ersten Hälfte das kompaktere Team mit der besseren Spielanlage stellten. Zudem besaßen die Blauen in dem Jungprofi Andreas Ivan im rechten Mittelfeld einen dribbelstarken Debütanten, dem das Fußballspielen offensichtlich richtig Spaß macht. Zwei Großchancen erspielte sich der Youngster: Zunächst scheiterte Ivan aus kurzer Distanz am VfB-Torhüter Odi Vlachodimos (16.), dann strich sein Kopfball knapp über den Querbalken (17.).

Im Vergleich zur 0:2-Niederlage vom Hinspiel gegen den VfB II, als die Kickers noch unter dem Trainer Massimo Morales ein planloses Gekicke geboten hatten, sahen die 3900 Fans in dem von Peter Sippel geleiteten Stuttgarter Stadtderby nun ein zielstrebig auftretendes Gästeteam. Lediglich mit der verdienten Pausenführung wurde es für die Kickers in ihrem 100. Drittligaspiel nichts, weil auch der Stürmer Lhadji Badiane zwei dicke Möglichkeiten (11., 30.) ausließ.

Das überfällige 1:0 gab es dann in der 47. Minute, als Fabian Gerster mit einem öffnenden Diagonalball direkt in den Lauf von Marco Calamita passte. Der Offensivmann ließ sich aus halblinker Position nicht zweimal bitten. „Die Kickers haben uns mit ­hartem, aber fairem Fußball den Schneid abgekauft“, sagte der VfB-Stürmer Marco Grüttner, dessen Mannschaft nach rund einer Stunde Spielzeit noch einen weiteren Rückschlag hinnehmen musste: Nach einem Kopfballduell ging der Kapitän Tobias Rathgeb blutüberströmt zu Boden – und musste mit einer gebrochenen Nase ausgewechselt werden.

„Es gibt keine zwei Meinungen: Wir haben das Spiel von Beginn an bestimmt und sind der verdiente Sieger“, sagte der Kickers-Kapitän Enzo Marchese nach einem spannenden Derby, in dem es seine Elf es lediglich verpasst hatte, ihre Dominanz in mehr Tore umzumünzen.