1:1 gegen Borussia Dortmund Der VfB Stuttgart gehört zur Spitzengruppe

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Stuttgart - So weit ist der VfB Stuttgart noch nicht. Zumindest noch nicht ganz. Ein Sieg gegen den Deutschen Meister aus Dortmund ist am elften Spieltag der Fußball-Bundesliga aber nicht utopisch gewesen. Lange hielt der VfB in einer hochklassigen Partie sehr gut mit, dominierte die Borussen über mehrere Spielminuten sogar. Doch am Ende hätte der BVB das Spiel auch noch drehen können, sodass die Punkte zwischen Stuttgart und Dortmund mit dem 1:1 (1:1) gerecht verteilt wurden.

Spielverlauf: Die Zuschauer in der Mercedes-Benz-Arena in Stuttgart haben erst einmal warten müssen. Weil der Mannschaftsbus von Borussia Dortmund im Stau feststeckte und verspätet eintraf, wurde der Anpfiff 15 Minuten nach hinten verlegt. Der Meister hatte sich mit dem Weg vom Ludwigsburger Hotel nach Bad Cannstatt und dem Stadtverkehr offenbar verkalkuliert. Immerhin hatten die Fans somit etwas mehr Zeit, sich über die Aufstellung von Bruno Labbadia auszutauschen.

Der VfB-Trainer setzte gegen den amtierenden Deutschen Fußball-Meister wieder mehr auf Erfahrung. Er schickte Serdar Tasci, Shinji Okazaki und Zdravko Kuzmanovic für die jungen Patrick Bauer, Ibrahima Traoré und Christoph Hemlein, die beim 3:0-Pokalerfolg zu Hause gegen den FSV Frankfurt unter der Woche in der Startformation standen, von Beginn auf das Feld. Mit dabei war auch Cacau, der trotz einer Gesäßmuskelzerrung aus dem DFB-Pokalspiel auflaufen konnte.

Das sah der VfB-Manager Fredi Bobic, der am Sonntag seinen 40. Geburtstag feiert, schon einmal als Grundvoraussetzung für eine Chance gegen Dortmund. "Bei uns muss alles funktionieren, sonst geht es nicht. Wir müssen effektiv sein und dürfen keine Fehler machen. Aber das Wichtigste ist, dass wir als Team auftreten, dann kann es klappen", hatte er vor der Partie gesagt. Die Aufstellung funktionierte also schon einmal.

Beide Mannschaften starten offensiv

Auch Labbadia hatte sich zurückhaltend geäußert: "Wir backen kleinere Brötchen." Auf dem Feld war das auch gleich von Beginn an zu beobachten, Dortmund startete wie schon beim 5:0-Kantersieg gegen Köln am vergangenen Wochenende offensiv und aggressiv. Nach nur drei Minuten setzte sich Robert Lewandowski im Strafraum gegen vier Stuttgarter durch und traf den Pfosten. Eine Minute später zielte Mario Götze auf die gleiche Ecke - und der Ball verfehlte nur um Zentimeter sein Ziel.

Dortmund ließ auch in den Folgeminuten nicht nach, aber Lukasz Piszczek schoss nach einem Eckball von der Strafraumgrenze aus neben das Tor von Sven Ulreich (6. Minute). Doch auch der VfB spielte jetzt mit. William Kvist leitete mit einem schönen Pass die erste Chance ein: Cristian Molinaro hatte sich im Rücken der Dortmunder Viererabwehrkette freigelaufen, schloss Kvists Zuspiel wuchtig ab, doch Roman Weidenfeller im BVB-Tor hatte keine Probleme (8.).

Eine Minute später wurde dann Martin Harnik auf der rechten Außenbahn schön freigespielt, doch seine Hereingabe verfehlte Cacau, der überrascht war, dass der Ball zu ihm durch kam. In der Folgezeit ebbten die Torraumszenen etwas ab. Erst ein Freistoß von Ivan Perisic flog dann mal wieder auf das Tor - doch Ulreich fing den Schuss problemos ab.

Stuttgart übernimmt die Kontrolle

Auf der Gegenseite jubelten dann die VfB-Fans wie schon gegen Hoffenheim nach einem Freistoßtrick: Kvist schlug den Ball lang in den Strafrau, Harnik hatte sich dorthin freigelaufen, traf mit seinem Versuch noch den Pfosten, aber Tasci verwertete den Abpraller zur Führung der Schwaben (22.). Stuttgart setzte nach, doch Cacau verpasste mit seinem Kopfball das 2:0.

Der VfB übernahm nun die Kontrolle, und Dortmund spielte nicht mehr so souverän wie gegen Köln und beim 2:0-Pokalerfolg gegen Dynamo Dresden am Dienstag. Ganz anders Labbadias Mannschaft: sie baute das Spiel in aller Ruhe von hinten auf, wechselte klug die Seiten. Nur die Pässe in die Schnittstellen der BVB-Defensive gerieten mitunter zu steil.

In der 37. Minute hatte der VfB dann zumindest Glück, als sich Götze in den Stuttgarter Strafraum dribbelte und Molinaro ihn zu Fall brachte. Der Schiedsrichter Manuel Gräfe stand gut, entschied aber nicht auf Elfmeter. Nach solchen Aktionen wurden auch schon einmal Strafstöße gepfiffen.

Der Ausgleich kommt unvermittelt

Als einige Fans schon auf dem Weg zu den Pausengetränken und Stadionwürsten unterwegs waren, schlug der Meister dann plötzlich zu: Götze spielt halblinks Kagawa an, der Japaner schießt, und Piszczek staubt den Versuch zum Ausgleich ab. Das hatte sich in den vorherigen Minuten absolut nicht angedeutet.

Stuttgart war läuferisch stärker als der Meister und Dortmund auch von den Chancen her überlegen. Bei den Zweikämpfen war jedoch die Borussia erfolgreicher, sie hatte zudem weniger Fehlpässe produziert. Dennoch wäre eine VfB-Pausenführung nach dem Spielverlauf in der ersten Hälfte verdient gewesen.




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