60 Jahre Bodenseewasserversorgung Die Lösung fast aller Wasserprobleme

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Vor 60 Jahren hat die Stadt Stuttgart die Bodenseewasserversorgung mitgegründet. Aber noch bis zum Beginn des 20. Jahrhunderts war Wasser ein rares Gut in der Stadt.

Mit Speichern wie diesem wird der Trinkwasserbedarf in Stuttgart gedeckt. Foto: dpa
Mit Speichern wie diesem wird der Trinkwasserbedarf in Stuttgart gedeckt. Foto: dpa

Stuttgart - Das Wasser ist für die Menschen nicht nur in Stuttgart etwas völlig Selbstverständliches: Es kommt jederzeit und in jeder gewünschten Menge aus den Leitungen in Küche und Bad. Im Vergleich zu anderen Lebensmitteln ist Wasser zudem recht günstig – 1000 Liter kosten in Stuttgart 2,56 Euro.

Doch diesen Überfluss gibt es erst seit 100 Jahren. Denn Stuttgart ist ein so wasserarmes Gebiet, dass bis ins 19. Jahrhundert hinein jede noch so kleinste Quelle gefasst und genutzt werden musste; dennoch flossen aus allen diesen Quellen weniger als hundert Liter pro Sekunde (zum Vergleich: aus dem Bodensee werden pro Sekunde 7755 Liter entnommen).

Wasserknappheit zu Beginn des 20. Jahrhunderts

Noch zu Beginn des 20. Jahrhunderts war das Wasser deshalb so knapp, dass sich Stuttgart zwei Rohrnetze leisten musste. Aus einem floss das kostbare Quellwasser, das aber nicht für alle Zwecke reichte und lange nur an die öffentlichen Brunnen geleitet wurde – dort mussten es sich die Bürger holen. Aus dem anderen Netz, das in die Häuser reichte, kam nur Nutzwasser, das häufig schlecht schmeckte und trüb aussah.

Das Wasser für Stuttgart wird über hunderte von Kilometern hergeleitet - für eine größere Ansicht klicken Sie auf die Grafik.

Erst vor rund 100 Jahren wendete sich das Blatt: Stuttgart gehörte 1912 zu den Gründungsmitgliedern des neuen Zweckverbandes der Landeswasserversorgung (LW), der die Wasserfülle des Donaurieds rund um Ulm anzapfte. Im Jahr 1917 floss dann zum ersten Mal tatsächlich Wasser nach Stuttgart, nachdem ein Hochbehälter in Rotenberg fertiggestellt war. Daneben gibt es in diesem Jahr ein richtiges Jubiläum zu feiern: Vor 60 Jahren wurde der Zweckverband Bodenseewasserversorgung (BWV) ins Leben gerufen, weil Stuttgart damals seinen Wasserdurst noch immer nicht hatte stillen können. Vier Jahre später war Stuttgart dann über eine rund 250 Kilometer lange Leitung direkt an den Bodensee angeschlossen. Seither baden die Stuttgarter im Wasserglück.




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