Aalens neuer Trainer Giannikis Die nächste Stufe der Karriereleiter

Von Jürgen Frey 

Der neue Trainer Argirios Giannikis soll den Fußball-Drittligisten VfR Aalen bis zum Jubiläumsjahr 2021 in die zweite Liga führen. In dieser Saison wird erst einmal ein Mittelplatz angepeilt. Mit Neuzugängen, die aus Württemberg stammen.

Bringt neue Ideen mit zum VfR Aalen: Argirios Giannikis. Foto: Getty
Bringt neue Ideen mit zum VfR Aalen: Argirios Giannikis. Foto: Getty

Aalen - Was er macht, wenn er sich nicht mit Fußball beschäftigt? Argirios Giannikis versucht sein Gitarrenspiel zu verbessern, er schaut gerne Filme oder liest ein Buch. Bei der Gelegenheit hat er auch aufgeschnappt, dass Jenson Button einst durch die Führerscheinprüfung gefallen ist – und es trotzdem zum Formel-1-Weltmeister gebracht hat.

Was das mit dem Trainer des Drittligisten VfR Aalen zu tun hat? Auch er hat eine praktische Teilprüfung zur Fußball-Lehrer-Lizenz wiederholen müssen. Danach hatte der 37-Jährige gemeinsam mit Julian Nagelsmann und Domenico Tedesco seinen Abschluss in der Tasche. Ob es für Giannikis auch mal ganz nach oben reicht, ist offen. „Button ist schon mal kein schlechtes Vorbild“, sagt er augenzwinkernd.

Zunächst ist Giannikis in der dritten Liga gelandet. Als Chefcoach und Sportlicher Leiter in Personalunion. Der Mann mit den griechischen Wurzeln kann auf der Ostalb etwas bewegen, Gegenwart und Zukunft gemeinsam mit Sportvorstand Hermann Olschewski gestalten. „Diesen Vertrauensvorschuss möchte ich zurückzahlen“, sagt er vor dem Saisonstart an diesem Samstag (14 Uhr) gegen den SV Wehen Wiesbaden.

Förderer von Hakan Calhanoglu

Giannikis macht einen ehrgeizigen und dynamischen Eindruck. Er besticht durch viel Detailwissen. Bei Regionalligist Rot-Weiss Essen hatte er das zuletzt eingebracht. Davor assistierte er vier Jahre lang Markus Kauczinski. Erst beim Karlsruher SC, dann beim FC Ingolstadt. Beim KSC übernahm er auch Führungsaufgaben im Nachwuchsleistungszentrum und trainierte die U-19-Bundesliga-Junioren, wo er Hakan Calhanoglu maßgeblich förderte. Davor hießen die Stationen Phoenix Mannheim und VfL Neckarau. „Ich muss mich mit einer Arbeit voll identifizieren. Ich bin ein Überzeugungstäter“, betont Giannikis. Derzeit fokussiert sich der Familienmensch fast komplett auf seinen Beruf. Ehefrau Rula wohnt mit den Kindern Mat­theo (2) und Damian (vier Monate) in der Nähe der Schwiegereltern in Kassel.

Dass Neuzugänge aus der Region stammen ist kein Zufall

Der neue Job ist schließlich nicht von Pappe. Vergangenes Jahr hatte der VfR 35 Punkte Rückstand auf den Tabellenführer, landete auf Platz zwölf. Führungsspieler wie Maximilian Welzmüller (FC Bayern II), Rico Preißinger (1. FC Magdeburg), Robert Müller (KFC Uerdingen), Sebastian Vasiliadis (SC Paderborn) haben sich verabschiedet, gekommen sind vor allem Spieler, die aus Württemberg stammen: Ex-Kickers-Defensiv-Allrounder Nick Fennell (zuletzt Hallescher FC) sowie die ehemaligen VfB-Akteure Patrick Funk (SV Wehen Wiesbaden), Mart Ristl (FC Souchaux) und Marvin Büyüksakarya (SC Wiedenbrück). Zufall ist das nicht: „Wir wollen die Region mit ins Boot nehmen“, erklärt der Coach.

Kurzfristig möchte er mit dem VfR im gesicherten Mittelfeld landen. Im Jubiläumsjahr – 2021 feiert der VfR 100. Geburtstag – wird der Aufstieg in die zweite Liga angepeilt. Giannikis soll den Dreijahresplan erfolgreich umsetzen. Dann wäre er seinem Ziel, ganz nach oben zu kommen, einen weiteren Schritt näher gekommen. Ganz nach dem Vorbild Jenson Buttons.




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