Abschied von der Arbeiterwohlfahrt Auf entspannte Art Spuren im Stuttgarter Osten hinterlassen

Von Elke Rutschmann 

Fünf Jahre arbeitete Anna Lena Knörr im Awo-Begegnungszentrum im Stuttgarter Osten, davon dreieinhalb in führender Position. Jetzt wurde sie mit einer kleiner Feier verabschiedet.

Anna Lena Knörr (rechts) mit ihren Kolleginnen Rebekka Dangelmaier (links) und Theresa Kaupp Foto: Elke Rutschmann
Anna Lena Knörr (rechts) mit ihren Kolleginnen Rebekka Dangelmaier (links) und Theresa Kaupp Foto: Elke Rutschmann

S-Ost - Welche Süßigkeit mag Anna Lena Knörr denn am liebsten? Waren es die Gummibärchen, Schokolade oder doch die Kuhkaramellbonbons? Am Ende kam keines der beiden Rateteams im Begegnungszentrum der Arbeiterwohlfahrt (Awo) im Stuttgarter Osten auf die richtige Antwort: Es waren die Bonbons. Ansonsten wussten die Seniorinnen und Senioren aber sehr gut Bescheid über ihre scheidende Leiterin beim Quiz „Der große Preis“, das informativ und gleichzeitig humorvoll aufgearbeitet war. Bunter Alltag, Chefsache, ganz schön privat und Fotos lauteten die Kategorien. Man erfuhr, dass sie gerne Klavier spielt, sich bei einer Weihnachtsfeier als Köchin verkleidet und gerne Tee aus einer großen roten Tasse getrunken hat. Fragen gab es genügend – schließlich hat die 31-Jährige fünf Jahre lang in der Einrichtung gearbeitet – davon dreieinhalb Jahre in führender Position als Nachfolgerin von Ilona Gloning.

Der Kreis schließt sich

Bei Apfelstrudel mit Vanillesoße und Kaffee verabschiedeten sich die Mitarbeiterinnen und die Rentner von ihr. Und irgendwie schließt sich an diesem Nachmittag auch der Kreis – denn Knörr stellte sich im April 2015 damals auch im „Klingenden Café“ der Arbeiterwohlfahrt vor. „Das war ein beschwingter Start. Überhaupt haben Sie mir hier die Zeit sehr schön gemacht“, sagt Anna Lena Knörr zu ihren Gästen.

Es sind vor allem logistische Gründe, die sich zu einem Jobwechsel bewegt haben. Mit ihrem Partner lebt sie in Lauffen am Neckar und pendelte täglich mit dem Zug hin und her. Ständige Bahnverspätungen waren an der Tagesordnung. „Und das war für mich auf Dauer einfach zu belastend“, sagt sie. Im November übernimmt sie in Heilbronn die Selbsthilfekontaktstelle des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes mit insgesamt 200 Gruppen. Auch dort kann sie ihre Erfahrungen einbringen. Nach dem Abitur entschied sie sich, in Heidelberg Gerontologie zu studieren und erforschte das Altern der Menschen aus medizinischer, soziologischer, psychologischer und kultureller Sicht. Ihren Abschluss machte die Studentin sowohl in Pflege- und Gesundheitsförderung als auch in Pflegewissenschaft.

Vorwiegend im Homeoffice gearbeitet

Die Zeit bis dahin will sie noch ein bisschen genießen. Normalerweise reist sie gerne nach Asien. Aufgrund der Coronakrise bleibt sie lieber im Lande – hat bereits eine Radtour vom Bodensee zum Königssee gemacht und will mit dem Camper noch einige Touren durch Deutschland machen. Es war ein schleichender und auch ein wenig trauriger Abschied vom Begegnungs- und Servicezentrum Ostend und den Menschen dort, weil aufgrund von Corona einige Monate keine Veranstaltungen abgehalten werden konnten. „Den ambulanten Dienst und auch die Nachbarschaftshilfe haben wir natürlich am Leben gehalten“, sagt Knörr, die auch vorwiegend im Homeoffice gearbeitet hat. In ihrer Zeit hat sie Spuren hinterlassen: die Konzeption übernahm sie von ihrer Vorgängerin hat die ambulanten Dienste und vor allem die Nachbarschaftshilfe noch ausgebaut. „Sie hat eine sehr ruhige und entspannte Art und trat auch sehr souverän auf“, erzählt eine Besucherin des beliebten Treffs für ältere Menschen aus dem Stadtbezirk.

Mit Birgit Schmid wurde bereits eine Nachfolgerin für Anna Lena Knörr eingebarbeitet. Beim Abschied konnte sie nicht dabei sein. Das übernahmen die Kolleginnen Rebekka Dangelmaier und Theresa Kaupp, die ihr eine Tajine – ein nordafrikanisches Kochgeschirr – überreichten. Knörr ist nämlich begeisterte Köchin: Das wurde im Quiz allerdings nicht verraten.




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