ADAC-Präsident Meyer Rettungshubschrauber privat genutzt?

Der Präsident des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC), Peter Meyer. Foto: dpa
Der Präsident des Allgemeinen Deutschen Automobil-Clubs (ADAC), Peter Meyer. Foto: dpa

Nach dem Skandal um Manipulationen bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ kommt beim ADAC alles auf den Prüfstand. Neue Frage: Darf der Präsident sich von einem Diensttermin im ADAC-Hubschrauber auf dem Heimweg mitnehmen lassen?

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Nach dem Skandal um Manipulationen bei der Wahl zum „Lieblingsauto der Deutschen“ kommt beim ADAC alles auf den Prüfstand. Neue Frage: Darf der Präsident sich von einem Diensttermin im ADAC-Hubschrauber auf dem Heimweg mitnehmen lassen?

Essen/München - Der ADAC steht weiter unter Druck. Nach einem Bericht der „Westdeutschen Allgemeinen Zeitung“ vom Dienstag soll Club-Präsident Peter Meyer mit einem ADAC-Hubschrauber nicht nur zu dienstlichen Terminen, sondern auch von einem Geschäftstermin nach Hause geflogen sein. Ein ADAC-Sprecher in München betonte, der Flug sei nicht extra für Meyer organisiert worden, sondern der Hubschrauber sei ohnehin auf dem Rückweg zu seinem Standort in Bonn gewesen. „Herr Meyer ist auf diesem Weg in Essen ausgestiegen. Es ist kein Umweg gewesen.“

Ob Meyer in Essen auch dienstlich zu tun hatte oder nach Hause wollte, war zunächst unklar. Der Hubschrauber hatte Meyer zuvor von einem Diensttermin in Hamburg zu einem dienstlichen Termin in Wolfsburg gebracht.

Meyer hat an seinem Wohnsitz auch ein eigenes Büro. Die ADAC-Vorschriften gestatten es Präsidiumsmitgliedern, aus dienstlichen Anlässen mit Reservemaschinen der Luftrettung zu fliegen. Die Nutzung von Rettungshubschraubern durch das ADAC-Präsidium ist dennoch umstritten.

Unter anderem wegen der Hubschrauberflüge hat die Münchner Staatsanwaltschaft eine Vorprüfung eingeleitet. „Wir prüfen den Sachverhalt, haben aber nach wie vor kein Ermittlungsverfahren eingeleitet“, sagte ein Sprecher der Ermittlungsbehörde am Dienstag. Zudem prüft das Münchner Amtsgericht, ob der ADAC mit seinen rund 19 Millionen Mitgliedern künftig noch den Status eines Vereins haben darf.

Der ADAC steht seit fast zwei Wochen in der Kritik, nachdem Manipulationen beim Autopreis „Gelber Engel“ bekannt wurden.

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