Ärger in Leonberg Die Altstadt-Händler sind empört

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Leonberg - Die beiden machen die ganze Altstadt verrückt“, sagt Joachim Heller zum Ehepaar Arendt, das seit einigen Monaten massiv Falschparker am oberen Marktplatz in Leonberg anzeigt. Der Chef der Werbegemeinschaft „Faszination Altstadt“ hat selbst bereits in seinem Geschäft Wohn- und Tischkultur Ziegler Probleme mit der Familie gehabt, er spricht von Schulden und einem Strafbefehl. Was das Ehepaar Arendt bestreitet. Auch hätten die beiden in der Vergangenheit bei Veranstaltungen die Polizei gerufen wegen Ruhestörung, obwohl Genehmigungen vorgelegen hätten. „Andere Gewerbetreibende und Kunden berichten zudem von Beleidigungen durch die beiden, wenn sie nach deren Meinung nicht korrekt parken“, sagt Heller.

Joachim Heller. Foto: LKZ-Archiv
Dieses Verhalten, aber vor allem die jüngste Berichterstattung und Verbreitung vor allem in sozialen Medien seien für die Altstadt, aber auch die Stadt Leonberg, enorm geschäftsschädigend. „Jeder der an die Altstadt denkt, glaubt doch, er kriegt sofort ein Knöllchen, wenn er hier parkt“, sagt Heller. Die Menschen hätten zudem den Eindruck, das Ordnungsamt habe die Kontrolle verloren. Stattdessen werde Denunziantentum von der Stadt nicht nur geduldet, sondern gefördert. Da es ja Einnahmen bringe. So komme es in der Öffentlichkeit rüber. „Wir wissen aber, die Denke der Stadt ist nicht so“, bekräftigt Oliver Reuter, der stellvertretende Vorsitzende der „Faszination Altstadt“. Er fordert die Stadt dennoch zum Handeln auf. „Eine mediale Story wird durch unser Dorf getrieben, und das dürfen wir so nicht hinnehmen“, sagt Reuter.

Was sagt die Stadt dazu?

Die Stadt Leonberg bestätigt auf Anfrage, dass 1204 private Anzeigen von Falschparkern im ersten Halbjahr weiter verfolgt wurden. Im Jahr 2018 habe man 46 000 Euro durch solche Anzeigen eingenommen. „Ein Großteil der Summe ist jedoch auf Vergehen zurückzuführen, die auf Privatparkplätzen stattgefunden haben“, betont Pressesprecher Tom Kleinfeld. „Privatanzeigen, die bei uns eingehen, werden geprüft. Sofern sie gerichtsfest sind, werden diese weiterverfolgt“, erklärt er. Dabei gebe es mehrere Personen, die öfter anzeigen. Ein Vergleich mit dem Ordnungsamt sei schwierig. So seien über Bußgelder, die der Vollzugsdienst aufgenommen hat, im Vergleich 350 000 Euro eingenommen worden – allerdings durch Parkkontrollen und mobile Blitzer.

Zur Kritik des Ehepaares Arendt äußert sich die Stadt nur allgemein. „Der Gemeindevollzugsdienst ist im gesamten Stadtgebiet unterwegs. Die Altstadt ist ein Schwerpunkt, der mehrfach wöchentlich kontrolliert wird“, sagt Kleinfeld. Weitere Schwerpunkte gebe es rings ums Leo-Center. Beschwerden würden bei den Kontrollen berücksichtigt. „Inzwischen erfolgte eine Neukonzeption des Gemeindevollzugsdienstes. Unter anderem wurden die Einsatzzeiten optimiert. Schwerpunkte im gesamten Stadtgebiet – wozu der Bereich um den Marktplatz gehört – werden stärker in den Fokus genommen.“




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