Ärger mit der Bank Beschwerden ernst nehmen

Von Sabine Marquard 

Das Vertrauen in Kreditinstitute schwindet. Vor allem die jüngere Generation ist offen für Finanzprodukte aus dem Internet. Ein Umdenken tut daher not, meint Redakteurin Sabine Marquard.

Ein Ärgernis für ältere Bankkunden: Viele Filialen werden geschlossen. Zurück bleibt meist nur ein Geldautomat. Foto: dpa
Ein Ärgernis für ältere Bankkunden: Viele Filialen werden geschlossen. Zurück bleibt meist nur ein Geldautomat. Foto: dpa

Stuttgart - Hand aufs Herz: Nicht jeder Ärger über Banken oder Sparkassen ist berechtigt. Dass beispielsweise Filialen geschlossen werden und der Weg zum nächsten Bankberater länger wird, ist für ältere Menschen auf dem Land zwar unbequem und eine große Hürde, aber es ist auch der Entwicklung geschuldet, dass die Mehrheit der Kunden nur noch sehr selten einen Fuß in die Filiale setzen.

Wenn aber Banken zu kreativ bei der Einführung neuer Gebühren sind oder Verträge zum Nachteil von Kunden auslegen, ist die Beschwerde sehr wohl angebracht. Oft genug beißen Kunden damit bei den Kreditinstituten auf Granit. Deshalb ist es wichtig, dass Verbraucher sich an die Finanzaufsicht oder an die Schlichtungsstellen der Bankenverbände wenden können.

Bankgeschäfte sind Vertrauenssache

Bankgeschäfte sind Vertrauenssache. Doch dieses Vertrauen geht verloren. Vor allem jüngere Menschen haben vielfach kein Problem damit, sensible Kontodaten Dienstleistern aus dem Internet zu überlassen, die neu am Markt sind und von denen nicht bekannt ist, wie seriös und verlässlich sie mit diesen Daten umgehen. Wenn dann noch dazukommt, dass sich Kunden über ihr traditionelles Kreditinstitut ärgern, ist die Bankverbindung schnell gekappt. Der vom Gesetzgeber vereinfachte Kontowechsel erleichtert diesen Schritt noch. Deshalb sollten Banken und Sparkassen jede Beschwerde ernst nehmen.

Viel ist in den vergangenen Jahren für den Verbraucherschutz getan worden. Doch manches Gesetz schießt übers Ziel hinaus. Wenn ein Standardvertrag über einen Immobilienkredit über 200 Seiten umfasst, wenn Allgemeine Geschäftsbedingungen immer umfangreicher und in nicht verständlichem Juristendeutsch abgefasst werden, wenn Beratungsgespräche am Telefon mitgeschnitten werden, ist das vor allem ein Ausdruck großen Misstrauens. Eine vertrauensvolle transparente Kundenbeziehung sieht anders aus.

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