Afghanistan Taliban wollen Schulen für Mädchen wieder öffnen

Das Archivfoto zeigt Mädchen einer Schule in Masar-e Scharif in Afghanistan im Jahr 2011. (Archivbild) Foto: imago/photothek/Thomas Koehler/photothek.net
Das Archivfoto zeigt Mädchen einer Schule in Masar-e Scharif in Afghanistan im Jahr 2011. (Archivbild) Foto: imago/photothek/Thomas Koehler/photothek.net

Ein Sprecher der Taliban hat angekündigt, dass Mädchen bald an ihre Schulen zurückkehren dürfen. Die neuen Machthaber Afghanistans versprechen mehr Toleranz.

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Kabul - Die radikalislamischen Taliban haben die Wiederöffnung der Schulen für Mädchen in Afghanistan angekündigt. „Es wird so bald wie möglich geschehen“, sagte Taliban-Sprecher Sabihullah Mudschahid am Dienstag. Zuvor hatte er die Vergabe der verbleibenden Posten in der neuen Regierung bekanntgegeben. Das Kabinett besteht demnach ausschließlich aus Männern.

Vergangene Woche hatten die Taliban männliche Lehrer und Schüler zurück in die Sekundarschulen beordert. Lehrerinnen und Schülerinnen fanden dabei keine Erwähnung. Zudem ersetzten die Islamisten das bisherige Frauenministerium der afghanischen Regierung durch ein „Tugendministerium“. Eine derartige Behörde war während der ersten Taliban-Herrschaft Ende der 90er Jahre etwa für Auspeitschungen von Frauen verantwortlich.

Rechte von Frauen

Während der ersten Taliban-Herrschaft zwischen 1996 und 2001 waren Frauen in Afghanistan weitgehend aus dem öffentlichen Leben verbannt. Sie durften das Haus nur in Begleitung männlicher Angehöriger verlassen. War eine Frau allein unterwegs, drohten ihr Peitschenhiebe.

Die neue Taliban-Führung hat eine weniger strikte Auslegung des islamischen Rechts zugesagt und angekündigt, die Rechte von Frauen zu achten. Allerdings wurden Frauen seit der Machtübernahme angewiesen, zu ihrer eigenen Sicherheit zu Hause zu bleiben und nicht zur Arbeit zu kommen, bis eine Geschlechtertrennung umgesetzt werden könne.

Die Taliban hatten nach dem Abzug der US-Truppen im vergangenen Monat die Macht in Afghanistan übernommen und eine neue Regierung eingesetzt. Trotz früherer Versprechen, dass ihre Herrschaft inklusiv sein werde, setzt sich die Regierung bislang ausschließlich aus loyalen Unterstützern der Miliz zusammen.




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