Aktion zur Bekämpfung von Motorradunfällen Polizei kontrolliert hunderte Biker in Leonberg und Ludwigsburg

Die  Polizei will Biker  für die Gefahren beim Motorradfahren sensibilisieren. Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Simone Ruchay-Chiodi (Archiv)
Die Polizei will Biker für die Gefahren beim Motorradfahren sensibilisieren. Foto: Kreiszeitung Böblinger Bote/Simone Ruchay-Chiodi (Archiv)

Freundliches Gespräch statt strenge Kontrolle: Nach diesem Motto ist die Polizei bei einem groß angelegten Aktionswochenende in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg auf Motorradfahrer zugegangen. Das kam offenbar gut an bei den Bikern.

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Kreis Böblingen/Ludwigsburg - Mit 22 Aktionen in den Landkreisen Böblingen und Ludwigsburg beteiligte sich das Polizeipräsidium Ludwigsburg zum Beginn der diesjährigen Motorradsaison am landesweiten Aktionswochenende zur Bekämpfung von Motorradunfällen.

87 Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte kontrollierten insgesamt 713 Motorräder mit ihren Fahrerinnen und Fahrern und stellten dabei 88 Verstöße fest. Dabei handelte es sich laut Polizeibericht überwiegend um technische Mängel an den Fahrzeugen sowie um nicht mitgeführte Bescheinigungen.

Sensibilisierung für Gefahren

Wie die Polizei berichtet, stand für die Beamten bei den Kontrollaktionen insbesondere die Sensibilisierung der Motorradfahrenden im Vordergrund. Die Einsatzkräfte nahmen sich daher laut Polizeibericht auch viel Zeit für Gespräche über die Gefahren der Verkehrsteilnahme. Damit seien die Polizisten auf ein ganz überwiegend positives Echo gestoßen.

Die Gefahren ergeben sich nach Polizeiangeben zum einem aus dem eigenem Verhalten der Biker. Risikofaktoren sind Geschwindigkeitsüberschreitungen, die Überschätzung des fahrerischen Könnens, Handlingfehler, die vor allem zu Beginn der Saison passieren sowie technische Veränderungen an den Maschinen. Die zweite Gefahrenquelle ergibt sich aus dem Verhalten anderer Verkehrsteilnehmer. Hier können eine verspätete Wahrnehmung und die Unterschätzung der Geschwindigkeit von Motorrädern zu Unfällen führen.

Aktion stößt auf positives Echo

Peter Widenhorn, Pressesprecher beim Polizeipräsidium Ludwigsburg spricht im Zusammenhang mit Aktionstag von einer „sehr angenehmen Atmosphäre“. Demnach hätten die Biker die Gespräche mit den Polizeibeamten sehr positiv aufgenommen. „Viele waren einfach froh, dass sie uns die Verkehrssituation einmal aus ihrer Sicht schildern konnten“, berichtet Widenhorn.

Nach sehr durchwachsenem Wetter am Freitag luden Samstag und Sonntag bei angenehmen Temperaturen zu Motorradtouren ein. Am Bikertreff am Glemseck in Leonberg (Kreis Böblingen) und an der Kreisstraße zwischen Gündelbach und Häfnerhaslach im Kreis Ludwigsburg richtete die Polizei größere Kontrollstellen ein, an denen jeweils Einsatzkräfte mehrere Polizeireviere, der Verkehrspolizeiinspektion und des Referats Prävention beteiligt waren.

Keine gravierenden Verstöße

Von 150 in Gündelbach kontrollieren Maschinen wiesen 22 technische Mängel auf. Gravierende Mängel waren aber nicht darunter. Am Glemseck waren es bei 134 Kontrollierten nur die fehlende allgemeine Betriebserlaubnis, die in acht Fällen zur Beanstandung führte. Am Samstag war die Polizei auch im Bereich Prevorst im Kreis Ludwigsburg präsent und überprüfte dort 62 Motorradfahrende. Außer zwei Verstößen gegen die Helmtragepflicht gab es dort praktisch keine Beanstandungen.

Mit dieser und weiteren Kontrollaktionen im Verlauf der Motorradsaison will die Polizei dazu beitragen, die Anzahl der Motorradunfälle nachhaltig zu senken. In den Jahren 2017 bis 2020 registrierte das Polizeipräsidium Ludwigsburg insgesamt 1.361 Verkehrsunfälle mit Motorradfahrenden. 14 von ihnen verloren dabei ihr Leben und 348 wurden schwer verletzt. Die Hälfte der Unfälle wurde dabei von den Motorradfahrenden selbst verursacht.




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