Allianz MTV Stuttgart schlägt die Roten Raben Toller Start für die Stuttgarter Volleyballerinnen

Von Jochen Klingovsky 

Volleyball-Bundesligist Allianz MTV Stuttgart schlägt vor knapp 500 Zuschauern in der Scharrena die Roten Raben Vilsbiburg klar mit 3:0 – und sendet damit auch ein Zeichen an die Konkurrenz.

Juliet Lohuis (Mi.) von Allianz MTV Stuttgart versucht den Ball über den Block der  Roten Raben aus Vilsbiburg zu lupfen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch
Juliet Lohuis (Mi.) von Allianz MTV Stuttgart versucht den Ball über den Block der Roten Raben aus Vilsbiburg zu lupfen. Foto: Baumann/Hansjürgen Britsch

Stuttgart - In der Pause vor dem dritten Satz nahm sich Giannis Athanasopoulos einen kurzen Moment für sich selbst. Er setzte sich auf einen der blauen Plastikstühle, legte sein Klemmbrett aus der Hand – und schnaufte ganz tief durch. Der Coach des Volleyball-Bundesligisten Allianz MTV Stuttgart wusste in diesem Augenblick, dass nicht mehr viel schief gehen kann. Und dass sein Team gut aufgestellt ist. Für Satz Nummer drei im Auftaktspiel gegen die Roten Raben Vilsbiburg. Aber auch für den Rest der Saison.

Natürlich war dem Trainer schon vor dem 3:0 (25:16, 25:12, 25:18)-Sieg gegen den Fünften der abgebrochenen Vorsaison klar gewesen, dass er einen starken Kader beisammen hat. Und doch gibt es vor der ersten Standortbestimmung logischerweise immer auch ein bisschen Unsicherheit. Diese ist nun weg. Weil der Meister von 2019 absolut überzeugte. Weil die Breite im Team enorm ist. Und weil der Spaß am Spiel deutlich zu sehen war. „Wir haben mehr als sechs Monate auf diesen Auftritt gewartet“, sagte Athanasopoulos nach dem Erfolg, „alles lief gut.“

Die zweite Reihe bekam auch ihre Chance

Der Trainer der Stuttgarterinnen hatte zunächst ein Aufstellung ohne Deutsche gewählt, weil er auf Erfahrung bauen wollte – inklusive der vier Neuzugänge Athina Papafotiou (Zuspiel), Mira Todorova (Block), Michaela Mlejnkova und Maria Segura Pallerés (Außenangriff). Das Zusammenspiel funktionierte, von einer kleinen Schwächephase im ersten Satz abgesehen, als aus einer 9:7-Führung ein 11:13-Rückstand wurde, reibungslos. Was Athanasopoulos die Gelegenheit gab, schon früh zu wechseln. Er machte davon reichlich Gebrauch – wohlwissend, dass er auch die zweite Reihe seines Kaders, die er angesichts des vollgepackten Terminkalenders in dieser Saison noch oft benötigen wird, in Form und bei Laune halten muss. „Wenn wir wechseln, bleibt das Niveau nahezu gleich. Die Tiefe im Team ist unsere größte Stärke“, meinte Kim Renkema, „wir haben unsere Aufgabe voll erfüllt und nie nachgelassen, der Gegner hatte keine Chance.“ Auf die Frage, ob dieser Start nach Maß auch ein Zeichen an die Konkurrenz gewesen sei, antwortete die Sportchefin mit nur einem Wort: „Ja!“

Der Club ist mit 500 Zuschauern zufrieden

In der Scharrena feierten derweil knapp 500 Zuschauer den ersten Sieg der Saison. Das Hygienekonzept, das der Verein bei einem Vorbereitungsturnier getestet und das er um einige Absperrbänder auf der Tribüne erweitert hatte, ging problemlos auf. Die Frage, ob sich für die Halle, in die normalerweise 2250 Fans passen, womöglich auch eine Lösung für mehr Besucher finden ließe, stellt sich aus Sicht von Aurel Irion nicht. „Das Limit von 1000 Leuten, das ja mal kurzzeitig in Aussicht schien, gibt es in Baden-Württemberg nicht“, erklärte der Geschäftsführer von Allianz MTV Stuttgart, „und ich denke auch, ehrlich gesagt, dass wir uns mit knapp 500 Zuschauern in einem Bereich bewegen, den wir gut handeln und bei dem wir die Einhaltung der Abstandsregeln garantieren können. Mehr erscheint mir nicht sinnvoll zu sein.“

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