Amoklauf von Winnenden und Wendlingen Ein Gedenken für alle Opfer von Gewalt

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Winnenden erinnerte an den 11. März 2009, aber auch an Opfer von Terror, Krieg und Corona. Die Bevölkerung ist zu drei ökumenischen Gottesdiensten eingeladen. Am Abend formiert sich eine Lichterkette vom Marktplatz zur Albertville-Realschule.

Eine Menschenkette verbindet die Albertville-Realschule und das Mahnmal Foto: Gottfried Stoppel
Eine Menschenkette verbindet die Albertville-Realschule und das Mahnmal Foto: Gottfried Stoppel

Winnenden - Die Aufregung ist mit Händen zu greifen, als sich Hunderte von Schülern auf der Albertviller Straße zu einer langen Menschenkette aufstellen. Dennoch formieren sich die quirligen Kettenglieder am Mittwochmorgen rasch zwischen ihrer Schule und dem Stadtgarten. Dort am Mahnmal für die Opfer des Amoklaufs von Winnenden und Wendlingen am 11. März 2009 versammeln sich wie seither jedes Jahr viele Menschen aus Winnenden, um der 15 Ermordeten zu gedenken. Ein ehemaliger Schüler der Albertville-Realschule hatte an jenem Tag 15 Menschen in Winnenden und später in Wendlingen (Kreis Esslingen) getötet, bevor er sich selbst erschoss.

15 weiße Rosen erinnern an die Opfer des Amoklaufs

„An diesem Tag rücken wir in Winnenden besonders eng zusammen, hier – aber auch in Gedanken“, sagt der Oberbürgermeister Hartmut Holzwarth zu den Anwesenden, zu denen wie in jedem Jahr zuvor auch der frühere Regierungspräsident Johannes Schmalzl zählt. Angehörige und Freunde der Familien kommen, Stadträte und Landtagsabgeordnete und viele Winnender, für die der 11. März für immer ein einschneidendes Datum bleiben wird. Viele bringen Blumen mit an das Mahnmal, auf dem 15 weiße Rosen standen.

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„Wir wissen, dass wir in Gedanken mit vielen Menschen vereint sind, die von Terror oder Amokläufen betroffen sind, der aktuellen Virus-Epidemie und dem zunehmenden rechten Terror. Wir fühlen mit allen“, fährt Holzwarth in seiner Ansprache fort. Anschließend verlesen die drei Jugendstadträte Flora Nasseri, Florian Laller und Briska Wahlenmaier die Namen der 15 Opfer des Amoklaufs.

Gottesdienste und eine Lichterkette

Nach einem Gebet und dem gemeinsamen Vaterunser mit dem Pfarrer Philipp Essich lädt Holzwarth die Anwesenden zu einem ökumenischen Gottesdienst in die Schlosskirche. Weitere finden um 18.30 Uhr in Weiler zum Stein und um 19 Uhr in der St. Borromäuskirche in Winnenden statt. Um 20 Uhr formiert sich wieder eine Lichterkette vom Marktplatz zur Albertville-Realschule.