Analyse zu FC St. Pauli gegen VfB Stuttgart Erst lange geschlafen, dann immerhin gekämpft

Beim 1:1 in St. Pauli gewinnt der VfB (mit Borna Sosa, links gegen Henk Veerman) weder Spiel noch Schönheitspreis. Foto: dpa/Christian Charisius 14 Bilder
Beim 1:1 in St. Pauli gewinnt der VfB (mit Borna Sosa, links gegen Henk Veerman) weder Spiel noch Schönheitspreis. Foto: dpa/Christian Charisius

Auch unter dem neuen Trainer Pellegrino Matarazzo wachsen die Bäume für den VfB Stuttgart nicht in den Himmel. Das hat sich beim 1:1 im Auswärtsspiel beim FC St. Pauli gezeigt. Die Gründe analysieren wir in unserer Fünferkette.

Sport: Marko Schumacher (schu)
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Hamburg - Perfekt war der VfB Stuttgart am vergangenen Mittwoch mit dem 3:0-Sieg gegen den 1. FC Heidenheim ins neue Jahr gestartet – und wurde drei Tage später auf den harten Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Spielidee: Trotz des überzeugenden 3:0-Premierensiegs gegen den 1. FC Heidenheim stellte VfB-Trainer Pellegrino Matarazzo seine Elf auf gleich vier Positionen um – ein waghalsiges Unterfangen. Drei Veränderungen waren freiwillig, mit der Herausnahme von Nicolas Gonzalez reagierte er auf eine disziplinarische Verfehlung des Argentiniers. Sein Vertreter, Borna Sosa, enttäuschte allerdings auf links ebenso wie im zentralen offensiven Mittelfeld Jan Klement, der die Rolle von Daniel Didavi übernehmen durfte und kaum Akzente setzen konnte.

Spielentscheidend: Das Tor zum 0:1 war der große Weckruf für den VfB. Lethargisch und mutlos hatte der VfB bis dahin präsentiert – es fehlte ganz offensichtlich die richtige Einstellung zum Spiel und die Bereitschaft, auf einem schwer bespielbaren Rasen den Kampf anzunehmen. Doch immerhin: im Angesicht der Niederlage zog sich die Mannschaft am eigenen Schopf aus dem Schlamassel und sendete damit ein wichtiges Zeichen. Mit etwas Glück hätte der VfB am Ende sogar noch gewinnen, mit Pech aber auch verlieren können.

Spielentscheider: Mit dem eingewechselten Silas Wamangituka kamen endlich jene Elemente ins VfB-Spiel, die bis dahin so schmerzlich vermisst wurden: Tempo, Zielstrebigkeit, Überraschungsmomente, Durchschlagskraft. Gerade noch rechtzeitig wachte der VfB am Millerntor auf – Wamangituka war es dann auch, der mit seinem Sprint auf dem linken Flügel den Ausgleichstreffer durch Mario Gomez vorbereitete.

Wortspiel: Zwei Punkte verloren oder einen gewonnen? Mario Gomez entschied sich für Letzteres: „In der Vorrunde hätten wir so ein Spiel noch verloren“, sagte der Stürmer, der sein Team vor der drohenden Niederlage bewahrt hatte. Den Spruch des Tages freilich lieferte Sven Mislintat, der in Anspielung auf die schlechten Platzverhältnisse im Millerntorstadion erklärte: „Gras gab es hier nur auf der Tribüne.“

Spielplan: Für den VfB geht es mit der nächsten englischen Woche weiter. Bereits am Mittwoch (18.30 Uhr) müssen die Stuttgarter im DFB-Pokalachtelfinale bei Bayer Leverkusen antreten, wo sie ausnahmsweise mal als Außenseiter ins Spiel gehen. In der gewohnten Favoritenrolle sind sie dann wieder am Samstag (13 Uhr) im Heimspiel gegen Erzgebirge Aue.




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