Analyse zu Fortuna Düsseldorf gegen VfB Stuttgart Vorne nichts, hinten nichts, gar nichts

Von Gregor Preiß 

Bei seinem Gastspiel in Düsseldorf gibt der VfB Stuttgart ein erschreckendes Bild ab. In dieser Verfassung ist er nicht reif für die Bundesliga, wie unsere Spielanalyse Fünferkette zeigt.

Daniel Didavi und Ozan Kabak wussten in Düsseldorf nicht, wie ihnen geschieht. Foto: dpa 18 Bilder
Daniel Didavi und Ozan Kabak wussten in Düsseldorf nicht, wie ihnen geschieht. Foto: dpa

Düsseldorf - Nach der 0:3 (0:1)-Niederlage des VfB Stuttgart bei Fortuna Düsseldorf diskutieren die Verantwortlichen auch eine Ablösung des Trainers Markus Weinzierl. Dafür war der Auftritt am Rhein zu erschreckend.

Spielidee: Statt auf volle Kraft voraus setzte Trainer Markus Weinzierl beim Aufsteiger auf geordnete Defensive. Die im Vergleich zum Freiburg-Spiel (2:2) unverändert blieb. Einzige Neuerung: Daniel Didavi sollte als Pass- und Ideengeber das Konterspiel ankurbeln und die einzige Sturmspitze Nicolas Gonzalez in Szene setzen. Doch die VfB-Verteidigung wackelte, im Spiel nach vorne fehlten Elan und Tempo. So konnte sich der Tabellen-16. nie vom Angriffsdruck des Aufsteigers befreien. Der Rückstand war nur eine Frage der Zeit.

Spielentscheidend: Nichts passte an diesem Abend zusammen. Vorne nichts, hinten nichts. Gar nichts. Es wirkte, als stünden die elf aufgebotenen Spieler erstmals gemeinsam auf dem Feld. Da die Mannen in Schwarz dem Aufsteiger auch in puncto Einsatz und Laufbereitschaft das Wasser nicht reichen konnten, war das 0:3 am Ende nur folgerichtig. Für Torhüter Ron-Robert Zieler liegt das Problem nicht in den Beinen, sondern im Kopf: „Wir sind im Moment irgendwie blockiert.“

Spielentscheider: Fünf Ex-Stuttgarter standen in der Startformation von Friedhelm Funkels Düsseldorfern: Marcin Kaminski, Jean Zimmer, Kevin Stöger, Matthias Zimmermann und Kenan Karaman. Da war die Wahrscheinlichkeit hoch, dass auch einer von ihnen treffen würde. Der frühere VfB-Jugendspieler Karaman köpfte die Fortunen schließlich in Führung. Alle anderen dürften sich zumindest still ins Fäustchen gelacht haben – wurden sie beim VfB doch mehr oder weniger ausgemustert.

Wortspiel: „Die Relegation ist ein Thema, mit dem wir uns vielleicht irgendwann befassen müssen“, meinte der sichtlich angefasste Zieler. Stand jetzt kann der VfB froh sein, wenn es nicht schlimmer kommt. Vorstellbar sind die Ausscheidungsspiele gegen den Dritten der Zweiten Liga durchaus. Und sogar reizvoll. Aktuell sind der FC St. Pauli, Union Berlin und der 1. FC Heidenheim ernsthafte Anwärter.

Spielplan: „Es muss ja irgendwie weitergehen“, erkannte Kapitän Christian Gentner. Richtig: Die DFL wird den Spielbetrieb nicht einstellen, auch wenn das einigen VfB-Fans im Moment fast lieber wäre. Am kommenden Samstag (15.30 Uhr) ist RB Leipzig zu Gast in Stuttgart. Möglicherweise wird dann Markus Weinzierl aber schon nicht mehr die Taktik bestimmen.

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