Analyse zur Innenstadt Ludwigsburg Landesgartenschau wäre ein grüner Impuls für die City

Die Ludwigsburger Innenstadt ist attraktiv – doch es fehlt die Anbindung zum Schloss. Foto: factum/Granville
Die Ludwigsburger Innenstadt ist attraktiv – doch es fehlt die Anbindung zum Schloss. Foto: factum/Granville

Das Schloss mit dem Blühenden Barock und die Innenstadt sind Magneten in Ludwigsburg. Doch sie sind durch die B 27 getrennt – das könnte die Gartenschau ändern, findet Rafael Binkowski.

Politik: Rafael Binkowski (bin)
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Ludwigsburg - Selbst wenn der verkaufsoffene Sonntag durch eisige Temperaturen etwas verhalten war – das Event zeigt, welches Potenzial Ludwigsburg in seiner Innenstadt hat. Kreative Einzelhändler, funktionierende Shoppingcenter, eine gute Mischung von überregionalen Ketten und inhabergeführten Geschäften. Dazu regelmäßig eine hohe Frequenz an Kunden, nicht nur an den Verkaufssonntagen. Manch andere Stadt der Region wäre froh über so viel Möglichkeiten.

Am anderen Ende der klassischen Innenstadt hat auch das Blühende Barock seine Tore wieder geöffnet. Der pulsierende Touristenmagnet, der mit dem Residenzschloss der größte Publikumsmagnet in Ludwigsburg ist, hat ebenfalls trotz winterlichen Wetters wieder viele angelockt. Diese beiden Pole, die aktive City und das Schlossareal, sind ohne Zweifel die größten Stärken dieser barocken Stadt.

Die B 27 als Betonschneise in der City

Doch es fehlt die Verbindung. Die Erkenntnis ist nicht neu, dass die B 27 als Betonschneise das Erlebnis Innenstadt mittendrin durchschneidet. Daher ist die Bewerbung für eine Landesgartenschau zwischen 2020 und 2026 nur folgerichtig. Denn mit den vielen Zuschüssen, die dafür fließen, könnte man nach dem Beispiel der Stadt Schwäbisch Gmünd die Bundesstraße unter die Erde verlegen und mit einer neuen grünen Lunge Schloss/Blüba und Innenstadt endlich verbinden.

Es ist ein wenig wie in Stuttgart an der Kulturmeile, die durch die B 14 abgetrennt wird. Trotz aller Querungsmöglichkeiten ist es für Fußgänger unattraktiv, die Blechlawine zu überqueren. Die relativ flache Topografie der Stadt und die quadratische Architektur würden es leicht machen, ein fußläufig verbundenes Einkaufs- und Tourismuserlebnis zu schaffen. Dazu gehören aber auch noch mehr autofreie Zonen – die Debatte um den Schillerplatz wirkt dabei wie ein Anachronismus. Nicht nur das Beispiel Esslingen zeigt, dass komplett autofreie Zonen den Einzelhandel stärken anstatt ihn zu schwächen.

Die Bürger sollten sich in die Planung einbringen

Und so hat der OB Werner Spec am Freitag bei der Eröffnung der neuen Blüba-Saison völlig zurecht die Bürger aufgefordert, die Landesgartenschau-Bewerbung tatkräftig zu unterstützen. Nicht kritiklos, sondern mit eigenen Ideen sollten sie sich in die Planung einbringen.

Eine solche Chance erhält die Stadt in den nächsten Jahrzehnten so schnell nicht wieder. Daher sollte man alle Kraft in die Präsentation für die Jury investieren, die über die Vergabe der Schau entscheidet. Im Jahr des 300. Geburtstags der Stadt wäre das eine Weichenstellung, die die Stadtentwicklung in diesem Jahrhundert prägt.




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