Anleihekäufe EZB-Krisenprogramm entstand am Küchentisch

EZB-Präsidentin Lagarde arbeitete im Frühjahr 2020 zeitweise zuhause. Foto: AFP/Daniel Roland
EZB-Präsidentin Lagarde arbeitete im Frühjahr 2020 zeitweise zuhause. Foto: AFP/Daniel Roland

Bei Ausbruch der Coronakrise wechselte auch die Präsidentin der Europäischen Zentralbank, Christine Lagarde, ins Homeoffice.

Korrespondenten: Barbara Schäder (bsa)
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Frankfurt - Das bei Ausbruch der Coronakrise von der Europäischen Zentralbank (EZB) aufgelegte Notfallprogramm ist am Küchentisch von EZB-Präsidentin Christine Lagarde entstanden. Das berichtete die Französin in einem am Donnerstag veröffentlichten Interview mit der Nachrichtenagentur Bloomberg.

Zu Beginn der Pandemie im Frühjahr 2020 habe sie meistens von ihrer Wohnung in Frankfurt aus gearbeitet, sagte die EZB-Chefin. „Das beachtliche Paket, das wir für geldpolitische Zwecke zusammengestellt haben, wurde rund um meinen Küchentisch entworfen“, erklärte Lagarde.

Umstrittene Geldspritzen

Die EZB kündigte im März 2020 an, 750 Milliarden Euro in die Märkte zu pumpen, um die durch die Corona-Regeln lahmgelegte Wirtschaft zu stützen. Das Notfallprogramm unter dem Kürzel PEPP (Pandemic Emergency Purchase Programme) wurde seither zwei Mal aufgestockt, die Gesamtausgaben könnten 1,85 Billionen Euro erreichen.

Weil die Notenbank mit der Geldschwemme die Zinsen drückt, ist das Programm umstritten. Da zudem die Inflationsrate seit Monaten steigt, kündigte die EZB Anfang September an, ab Oktober etwas weniger Geld in die Wirtschaft zu pumpen.

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