Antifa-Wasen-Prozess in Stuttgart Den Angeklagten droht eine lange Haft

Am Rande der „Querdenker“- Demo im Mai 2020 kam es zum Angriff. Foto: Lg/Julian Rettig
Am Rande der „Querdenker“- Demo im Mai 2020 kam es zum Angriff. Foto: Lg/Julian Rettig

Die Staatsanwaltschaft plädiert auf eine mehrjährige Freiheitsstrafe für den linksextremen Angriff am Rande einer Corona-Demo auf dem Wasen im Mai 2020.

Titelteam Stuttgarter Zeitung: Peter Stolterfoht (sto)
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Stuttgart - Wenn es nach Silke Busch gehen würde, erwarteten die beiden Angeklagten im sogenannte Wasenprozess empfindliche Freiheitsstrafen. In ihrem Plädoyer forderte die Staatsanwältin vor der 3. Strafkammer des Landgerichts fünf Jahre Haft für Joel P. und für Diyar A. sechs Jahre. Diese Strafen wird für die beiden der links-extremen Antifa-Szene zugerechneten jungen Männer wegen gemeinschaftlicher gefährlicher und schwerer Körperverletzung sowie Landfriedensbruch beantragt.

Lesen Sie aus unserem Angebot: Applaus für den Angeklagten

Die Staatsanwaltschaft sieht es für erwiesen an, dass die Angeklagten am Rande einer „Querdenker“-Demonstration am 16. Mai 2020 auf dem Cannstatter Wasen aus einer Gruppe von rund 30 schwarz gekleideten und vermummten Personen heraus drei Teilnehmer der rechten Arbeitnehmer-Organisation Zentrum Automobil angegriffen und zum Teil schwer verletzt haben. Andreas Z. schwebte in Lebensgefahr, Sven D. verlor dabei fast vollständig die Sehkraft auf einem Auge, während Ingo T. mit diversen Prellungen davonkam.

Als entscheidende Beweismittel sieht die Anklagevertretung DNA-Spuren. Diese wurden an einem Handschuh von Joel P. sichergestellt und dem schwer am Kopf verletzten Andreas Z. zugeordnet. An einer bei der Tat verwendeten Reizgaspistole, die laut Zeugenaussagen auch als Schlagwaffe eingesetzt worden war, fand man wiederum ein Haar von Diyar A .

Die Rechtsanwälte der Angeklagten sehen in diesen Spuren nicht die nötige Basis für eine Verurteilung. Sowohl Andreas Baier als auch Christos Psaltiras führten in ihren Plädoyers stattdessen einen unsachgemäßen Umgang mit den Beweismitteln an und die Möglichkeit einer daraus resultierenden Spurenübertragung durch Polizeibeamte. Sie plädieren auf Freispruch.

In dem Indizienprozess, in dem sich die beiden Angeklagten nicht zu den Vorwürfen äußerten, wird am 13. Oktober, dem 20. Sitzungstag ,das Urteil gesprochen.




Unsere Empfehlung für Sie