Arbeitsgericht entscheidet Verkäuferin nennt Chefin „Ming-Vase“ – Kündigung rechtens

Das Arbeitsgericht Berlin hat im Falle einer Kündigung entschieden. Foto: picture alliance / dpa/David Ebener
Das Arbeitsgericht Berlin hat im Falle einer Kündigung entschieden. Foto: picture alliance / dpa/David Ebener

Die Chefin als „Ming-Vase“ bezeichnen – eine solche Bezeichnung sei durchaus Grund für eine außerordentliche Kündigung, entschied das Arbeitsgericht Berlin.

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Berlin - Eine Berliner Verkäuferin hat ihre Vorgesetzte als „Ming-Vase“ abgewertet und wurde deshalb zu Recht entlassen. Eine solche Bezeichnung sei durchaus Grund für eine außerordentliche Kündigung, entschied das Arbeitsgericht Berlin. Mit dem Begriff „Ming-Vase“ sowie verstärkenden Gesten könnten Mitmenschen anderer Herkunft herabgesetzt werden, so die Richter.

Bei der Angestellten eines Kaufhauses mit internationalem Publikum sei zudem in ihren Erklärungsversuchen eine entsprechende verfestigte Haltung zu erkennen, teilte das Gericht am Dienstag weiter zu der Entscheidung mit.

Betriebsrat hatte Zustimmung verweigert

Der Betriebsrat des Unternehmens hatte die Zustimmung zur Kündigung mit der Begründung verweigert, er verurteile Rassismus aufs Schärfste und sehe bei der betroffenen Verkäuferin kein rassistisches Gedankengut. Die Frau war als Ersatzmitglied in den Betriebsrat nachgerückt.

Die Entscheidung des Arbeitsgerichts ersetzt die Zustimmung des Gremiums zu der Kündigung. Solche Beleidigung und „erhebliche Herabwürdigung“ rechtfertige die Kündigung. Das Gericht sah in der Gesamtschau eine rassistische Äußerung. Auch die Pflicht zur Rücksichtnahme auf Interessen des Kaufhauses als Arbeitgeber sei verletzt worden.

Zudem sei es nicht hinnehmbar, dass eine Verkäuferin als Aushängeschild ihres Hauses im Kontakt mit internationalem Publikum dieses mit ihren Formulierungen abwerten könnte. Gegen den Beschluss kann noch Beschwerde beim Landesarbeitsgericht Berlin-Brandenburg eingelegt werden.




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