Architektur-Bildband Der Zauber von DDR-Zäunen und anderen Bauten

Von Ulla Hanselmann 

Die DDR ist vor dreißig Jahren untergegangen, doch einige markante Bauten haben überlebt. In seinem Bildband „Ost Places“ ist der Frankfurter Fotograf Andreas Metz auf die Suche nach ihnen gegangenen.

DDR-Architektur, die überlebt hat :  Das Haus des Lehrers (oben links) am Berliner Alexanderplatz, die verfallene ehemalige Maschinenfabrik Kyffhäuserhütte in Artern (oben rechts), das ehemalige Nähmaschinenwerk Veritas (unten links) in Wittenberge und der „Teepott“  in Warnemünde, dessen Dachkonstruktion von Ulrich Müther stammt und ein schönes Beispiel für Hyparschalenarchitektur ist. Foto: dpa
DDR-Architektur, die überlebt hat : Das Haus des Lehrers (oben links) am Berliner Alexanderplatz, die verfallene ehemalige Maschinenfabrik Kyffhäuserhütte in Artern (oben rechts), das ehemalige Nähmaschinenwerk Veritas (unten links) in Wittenberge und der „Teepott“ in Warnemünde, dessen Dachkonstruktion von Ulrich Müther stammt und ein schönes Beispiel für Hyparschalenarchitektur ist. Foto: dpa

Berlin - Ob das Haus des Lehrers in Berlin oder der „Teepott“ in Warnemünde mit seinem wunderbar geschwungenen Dach: Dreißig Jahre nach dem Mauerfall gibt es noch so einige markante Bauwerke aus der DDR. Der Fotograf Andreas Metz, geboren 1970 in Frankfurt/Main, ist auf Suche nach den verbliebenen Spuren eines untergegangenen Landes gegangen. „Ost Places – Vom Verschwinden und Wiederfinden der DDR“ heißt der Bildband, der nun passend zum Mauerfall-Jubiläum erscheint ( Verlag neues Leben, Berlin, 208 Seiten, 19,99 Euro).

„Die DDR zu entdecken und damit ein Stück Alltagsgeschichte zu verstehen, gleicht einem Wettrennen gegen die Zeit: Dinge verschwinden, weil ein Gebäude abgerissen, ein Schild abgehängt, eine Inschrift übermalt oder eine Straße umbenannt wird. Ost Places werden zu Lost Places“.

Metz fand trotz der Abrisswut, die nach dem Mauerfall regierte, noch einiges: riesige, seit Jahrzehnten leer stehende Fabrikgebäude wie die Kyffhäuser Maschinenfabrik Artern, in der einst 3000 Menschen arbeiteten, das VEB Nähmaschinenwerk „Veritas“ in Wittenberge oder die in einer Art Sandwüste stehende Berliner Bärenquell-Brauerei in Schöneweide, die 1994 stillgelegt wurde.

Geometrische Zaunmuster und Beton-Brutalismus

Saniert und gut genutzt sind hingegen so manche „Arbeiterpaläste“. „Doch DDR-Architektur war mehr als das Stapeln rechteckiger Plattentürme. Groß geschrieben wurde auch baugebundene Kunst“, schreibt Metz. In der Prager Straße in Dresden etwa unübersehbar ist das Wandbild „Dresden grüßt seine Gäste“ aus Meißener Porzellan. Ebenso dominant: das Wandbild von Walter Womacka am alten Kaufhaus Magnet in Eisenhüttenstadt (einst: Stalinstadt) – mit einer riesigen Friedenstaube.

Was Freunden geometrischer Muster gefallen könnte: Eine Doppelseite zeigt 15 verschiedene Zäune oder Fassadenelemente aus Betonformsteinen, aus Cottbus, Zwickau oder Luckenwalde; alle sind sie typisch DDR. Im Kontrast dazu: mächtige Bauten im Stil des Brutalismus, wie die klobige Tschechische Botschaft in Berlin-Mitte, der Eingang zum Gebäude des Verlagsgebäudes des „Neuen Deutschland“ oder die Außentreppen des Einkaufszentrums Erfurt-Rieth.




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