ARD-Hörspielpreis „Chinchilla Arschloch, waswas“ ist der Gewinner

Von Ulla Hanselmann 

Bei den ARD Hörspieltagen in Karlsruhe ist das Rennen um den Deutschen Hörspielpreis entschieden worden: Ausgezeichnet wurde das Stück „Chinchilla Arschloch, waswas“ über den Camping-Trip eines am Tourette-Syndrom erkrankten Vater mit seiner Tochter.

Helgard Haug (li.) und Thilo Guschas sind für ihr Stück „Chinchilla Arschloch, waswas“  geehrt worden. Foto: SWR/Uwe Riehm
Helgard Haug (li.) und Thilo Guschas sind für ihr Stück „Chinchilla Arschloch, waswas“ geehrt worden. Foto: SWR/Uwe Riehm

Karlsruhe - Das Hörspiel „Chinchilla Arschloch, waswas“ von Helgard Haug und Thilo Guschas ist am Samstagabend in Karlsruhe bei den ARD Hörspieltagen mit dem Deutschen Hörspielpreis der ARD ausgezeichnet worden. In der Produktion des WDR wird die Rundreise eines am Tourette-Syndrom erkrankten Vaters und seiner Tochter im Campingbus erzählt, wie der Südwestrundfunk (SWR) mitteilte. Das Hörspiel schildere die Reaktionen der Menschen auf die unkontrollierten Schimpfwortausbrüche und Tabubrüche des Mannes. Der Preis ist mit 5000 Euro dotiert. Außerdem wird das Hörspiel in den Kulturradios der beteiligten Rundfunkanstalten ausgestrahlt.

Der Protagonist in dem prämierten Hörspiel lasse sich „durch viele Attribute beschreiben“, heißt es in der Würdigung der Jury: „Er hat Lebenslust und Humor, er ist kreativ und mutig, er liebt seine Familie.“ Er ticke genauso wie viele andere – und es sei „ein großer Spaß“ ihm dabei zuzuhören, wie er sich die Welt erschließe und seinen Platz in der Gemeinschaft einfordere. Der Hörspiel-Protagonist baue eine Brücke zu allen Menschen, „deren Besonderheiten nicht der Norm entsprechen - einer Norm, die längst abgeschafft gehört“. Das Hörspiel sei außerdem „klug und vertrauensvoll konstruiert“, erläuterte die Jury weiter.

Kinderjury entscheidet sich für „Kicheritis“

Der Deutsche Hörspielpreis für die beste schauspielerische Leistung ging an die Schauspielerin Nicole Heesters. Sie war im Hörspiel „Die Jahre“ des Hessischen Rundfunks (HR) zu hören. Den Publikumspreis gewann das Hörspiel „Die dritte Arbeitskraft, mein Geld“ von Michael Stauffer, das vom SRF, dem Schweizer Rundfunk, produziert wurde. Der Deutsche Kinderhörspielpreis ging an die Autorin Angela Gerrits für ihr Stück „Eineinhalb Wunder und ein Spatz“, das der HR zusammen mit Deutschlandfunk Kultur produziert hat.

Der von einer Kinderjury vergebene Kinderhörspielpreis der Stadt Karlsruhe ging an das Hörspiel „Kicheritis“ von Robert Schoen. Es wurde nach dem Roman von Gwen Lowe von HR und WDR produziert. Der Preis „ARD PiNball“ für die freie Hörspielszene ging an Simone Halder für ihr Stück „Chewing Gum makes a Demon really happy“, teilte der SWR weiter mit.