Armenspeisung in Stuttgart Mit 2 G in die Vesperkirche – so ist der Stand der Planungen

Im Lockdown hat die Vesperkirche nur  Essenspäckchen ausgeben dürfen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig
Im Lockdown hat die Vesperkirche nur Essenspäckchen ausgeben dürfen. Foto: Lichtgut/Julian Rettig

Von 16. Januar bis 5. März 2022 soll in der Leonhardskirche wieder aufgetischt werden. Sicherheitshalber fährt man dreigleisig: mit Essen to go und im Kirchenraum im Zweischichtbetrieb.

Lokales: Barbara Czimmer (czi)
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Stuttgart - Vom 16. Januar 2022 an wird die Stuttgarter Vesperkirche wieder alle Bedürftigen verköstigen, die zur Leonhardskirche kommen. Selbst wenn die Coronaverordnung des Landes nochmals verschärft würde, hat Diakoniepfarrerin Gabriele Ehrmann keine Angst um die Hilfsaktion: „Wir haben ja im ersten Lockdown schon Erfahrung gesammelt und können die Essen notfalls wieder to go, zum Mitnehmen, ausgeben.“

Schichtbetrieb in der Kirche

Bis jetzt plant der evangelische Kirchenkreis mit drei Möglichkeiten, sich bis zum 5. März 2022 täglich in und vor der Kirche satt zu essen. An der Magdalenenkapelle soll es von 11.30 bis 14 Uhr am bereits aus dem vergangenen Winter bekannten Ausgabeschalter Essen „to go“ geben, von 14 bis 15 Uhr zudem ein Vesper zum Mitnehmen. „Nach der Vesperkirche 2021 war der Wunsch unserer Gäste sehr groß, wieder in der Kirche beieinandersitzen zu dürfen und miteinander Kaffee trinken zu können“, sagt die Diakoniepfarrerin. Deshalb ist geplant, ein Frühstück zwischen 9 und 10.30 Uhr anzubieten, das Mittagessen dann in zwei Zeitschienen, von 11.30 bis 12.30 Uhr sowie von 13 bis 14 Uhr.

Es gilt die 2-G-Regel

Zugang haben nach heutigem Stand geimpfte und genesene Gäste (2-G-Regel). Käme 2 G plus oder 3 G, müssten sie ihr Testergebnis mitbringen: „Ein Test unter Aufsicht wäre für uns zu aufwendig“, so Gabriele Ehrmann. Die 200 Plätze, die es in der Leonhardskirche gibt, sind wegen der Hygieneauflagen auf 60 reduziert und damit mehr als halbiert. Alle, die in die Kirche kommen, werden elektronisch registriert, um im Fall eine Infektion die Nachverfolgung gewährleisten zu können, so die Diakoniepfarrerin.

Mitarbeiter sollen geimpft sein

Folglich werden in diesem Jahr auch weniger Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter gebraucht. Für sie gibt es regelmäßig Tests, aber Gabriele Ehrmann sagt auch: „Sie sollen um der eigenen Gesundheit Willen und der anderer geimpft sein.“

Auch alle üblichen Angebote will man beibehalten: die Essensausgabestellen bei der Eva, der Bahnhofsmission, der Caritas und St. Maria; die Beratungs- und Seelsorgegespräche, die Sprechstunden der Ärztinnen und Ärzte, das Futter für Vierbeiner und den sonntäglichen 10-Uhr-Gottesdienst.

Der Bedarf steigt

Neu kommt täglich um 15 Uhr ein Zehn-Minuten-Nachtisch, ein geistlicher Impuls mit Musik, vor der Leonhardskirche dazu. Neu gestaltet ist auch die Website www.vesperkirche.de. Dort gibt es in diesem Jahr einen Spenden-Button zur Unterstützung des 500 000 Euro teuren Wohltätigkeitsprojekts und einen Anmeldelink für Ehrenamtliche, die sich anmelden wollen.

„Wir träumen davon, dass die Vesperkirche Stuttgart überflüssig wird, aber noch sind wir nicht so weit“, sagt Dekanin Elke Dangelmaier-Vinçon. Die Zahl der Menschen, die eine Bonuscard haben, sei in Stuttgart auf jetzt 66 000 gestiegen, „die Beratungsgespräche in den Diakonischen Bezirksstellen nehmen zu – hier ist Unterstützung wichtiger denn je“.




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