„Die Sendung mit der Maus“ Armin Maiwald wird 80 Jahre alt

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Als TV-Figur der „Sendung mit der Maus“ so präsent wie der kleine blaue Elefant: Armin–die-Stimme–Maiwald wird 80 Jahre alt.

Gutes Team: Die Maus und ihr Erfinder Armin­ Maiwald Foto: dpa/Britta Pedersen
Gutes Team: Die Maus und ihr Erfinder Armin­ Maiwald Foto: dpa/Britta Pedersen

Stuttgart - Das ist der Armin. Und was macht der? Das ist eigentlich ganz einfach.“ Beim Lesen dieser Anmoderation würde dem Armin vermutlich richtig übel werden. Denn nicht jeder seiner Beiträge in der „Sendung mit der Maus“ hat mit diesem grundneugierigen Ton und dem Satz „Das ist der soundso…“ angefangen. Er wird das nicht mehr hören können. Aber jeder­ Zuschauer hat es nun mal so im Ohr. Und deswegen schauen wir uns den Armin jetzt mal genauer an.

Armin Maiwald ist seit bald mehr als 50 Jahren „der von der Maus“: Miterfinder der ARD-Sendung. Stimme der Sachgeschichten. Auf dem Bildschirm so selbstverständlich neben der Maus wie der kleine blaue Elefant. Unermüdlich beantwortet­ sein Bass Fragen von Kindern, die ihn pro Woche 2000-fach erreichen: „Wer malt die Streifen in die Zahnpasta?“, „Warum kräuselt sich eine Geschenkschleife­, wenn man sie an einer Schere entlangzieht?“ und „Woher weiß die Kopfschmerztablette, dass sie in den Kopf soll, wo ich sie doch erst in den Magen­ schlucke?“

Am Anfang mochte die Maus keiner

Armin Maiwald weiß das inzwischen alles. Eigentlich hatte er in den sechziger Jahren im Hauptfach Theaterwissenschaften und Germanistik und Philosophie studiert – und wollte schon seinem Doktorthema mit Akribie auf den Grund gehen: „Die Entwicklung des Kunstlichtes auf dem Theater“.

Seinen heutigen Beruf romantisiert­ er nicht pädagogisch-erhaben – er versteht sich als Handwerker, als Arbeiter für ein Publikum, das er ebenfalls eher realistisch als verklärt sieht. In einem Interview hat der Mausmeister Maiwald einmal gesagt­: „Kinder sind mir genauso lieb oder unlieb wie Erwachsene, Tiere oder Pflastersteine. Ich habe kein Riesenherz für Kinder, genauso wenig wie ein Riesenherz für Erwachsene oder Pflastersteine. Es gibt genauso viele tolle Kinder wie es furchtbare gibt.“

Mit dem Kölner, der sich sozial unter anderem für ein Kinderhospiz engagiert, kann man über orangefarbene Mäuse, blaue Elefanten und lila Kühe genauso gut streiten wie über Philosophie. Er klingt dabei oft leicht gereizt. Oder leidenschaftlich. Je nachdem. Wenn es ums Kinderfernsehen – damals wie heute – geht, wird er vor allen Dingen deutlich: „Wir haben jeden erdenklichen Vorwurf um die Ohren gehauen bekommen: Den Linken waren wir zu rechts, den Rechten zu links. Und die Lehrer haben sich beschwert, weil wir die Filme mit Schlagermusik unterlegt haben­ und nicht mit dem Orffschen Schulwerk“, erzählte er einmal in einem Interview über die Anfänge der „Sendung mit der Maus“.

Verheiratet seit mehr als fünfzig Jahren

Heute sind Lehrer natürlich hellauf begeistert­ von dem lehrreichen TV-Nager. Armin Maiwald dagegen macht überhaupt kein Geheimnis daraus, dass er die Öffentlich-Rechtlichen inzwischen für „bescheuert“ hält. Weil sie Kindern nicht dann etwas­ Anständiges bieten, wenn es Zeit dafür wäre, also grob zwischen 17 und 19 Uhr, womit sie nachhaltig ihre zukünftigen erwachsenen Zuschauer vergraulen – und natürlich, weil sie in Maiwalds Augen für Kinder generell kaum noch Gutes im Programm haben.

Seinen achtzigsten Geburtstag an diesem Donnerstag wird der zweifache Vater in einer Kölschkneipe begießen. „Ich hätte eigentlich nicht unbedingt feiern wollen, aber meine Frau hat das so beschlossen“, erzählt er. Und nach mehr als fünfzig Ehejahren, wird er sich gedacht haben, kann man seiner Frau ja vielleicht auch mal einen Gefallen tun. Zwei Vorgaben habe er allerdings gemacht: „Keine Geschenke! Und keine Reden! Es wird nie mehr gelogen als bei runden Geburtstagen und Beerdigungen­.“