Aspacher Online-Händler stellt Betrieb ein Comtech ist nicht mehr zu retten

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Der Insolvenzverwalter hat keinen Käufer für Comtech gefunden. Der Online-Elektronik-Händler aus Aspach stellt seinen Betrieb ein.

Der Verkauf auf der  Comtech-Internetseite ist eingestellt worden. Foto: Bildschirmprint
Der Verkauf auf der Comtech-Internetseite ist eingestellt worden. Foto: Bildschirmprint

Aspach - Der Internetauftritt des Unternehmens besteht nur noch aus einer einzigen Seite. Auf einem Foto ist der Ausschnitt eines Tores zu sehen, an dem ein Schild mit der Aufschrift „Closed“, hängt – geschlossen. Darunter steht: „Comtech verabschiedet sich“. Der Online-Elektronik-Händler aus Aspach hat seinen Betrieb eingestellt. Das bestätigt auch Dietmar Haffa von der Sozietät Schultze & Braun.

Den Mitarbeitern ist gekündigt worden

Der Rechtsanwalt war Anfang September zum Insolvenzverwalter des in Finanznöte geratenen Unternehmens bestellt worden. Damals hatte er als Ziel ausgegeben, die Firma an einen Investor zu verkaufen, um ihren Fortbestand und damit auch den Erhalt der insgesamt 85 Arbeitsplätze zu sichern. Wie ein Sprecher der Anwaltsgesellschaft einen Monat später auf Nachfrage erklärte, hätten auch mehrere potenzielle Käufer ihr Interesse bekundet. Doch letztlich kam es offensichtlich zu keinem Abschluss. Trotz einer sofort eingeleiteten „internationalen Investorensuche konnten wir keinen Übernehmer finden“, so der Insolvenzverwalter Hafa. Man habe schließlich keine andere Möglichkeit gesehen, als den Geschäftsbetrieb einzustellen. Den Mitarbeitern sei im November gekündigt worden. Da die Insolvenzgeldzahlungen der Agentur für Arbeit beendet worden waren, wären ansonsten zu hohe Verluste durch die Lohn- und Gehaltszahlungen entstanden.

Etwa 20 Angestellte sollen nun in den nächsten Wochen noch den Abverkauf der restlichen Ware regeln. Das Warenlager sei im Wesentlichen abverkauft, sodass der eigene Online-Shop, der nicht unerhebliche Kosten verursacht habe, abgeschaltet werden konnte. Was noch übrig sei, werde noch über „diverse digitale Kanäle“ an Kunden gebracht.

Miteigentümer im Ranking abgestuft

Als Ursache für die Pleite des Unternehmens nennt der Insolvenzverwalter eine „angespannte Wettbewerbssituation am Markt für Elektronikartikel“. Diese Situation sei zuletzt dadurch verschärft worden, dass das sogenannte Rating der international tätigen norwegischen Unternehmensgruppe Komplett, zu der Comtech seit 2015 gehört, von den Banken herabgestuft wurde. Aber auch „Uneinigkeiten zwischen den Gesellschaftern über die strategische Ausrichtung“ hätten eine positive Entwicklung des Unternehmens in den vergangenen Monaten behindert, so die Einschätzung des Insolvenzverwalters.

Comtech war mit seinem Online-Shop im Jahr 2004 an den Start gegangen, damals noch mit Sitz in Backnang und vornehmlich mit Computern im Angebot. Nach und nach war die Produktpalette ausgeweitet worden, unter anderem auf Fernseh- und Audiogeräte, Smartphones und Digitalkameras, elektrische Haushalts- und Küchenhelfer. Die Firma wuchs rasant, verzeichnete zuletzt einen Jahresumsatz von rund 140 Millionen Euro und betrieb neben dem Firmensitz in Aspach auch noch Zweigstellen in Bremen und Braunschweig.