Asylanträge: Ludwigsburg schaltet Ministerium ein Flüchtlinge demonstrieren vor dem Landratsamt

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Die Flüchtlinge, die in der Turnhalle auf dem Römerhügel in Ludwigsburg leben, haben noch keinen Asylantrag stellen können. Mit einem Brief und einem Besuch im Landratsamt wollen sie das Verfahren beschleunigen.

Friedlicher Protest vor dem Landratsamt: Flüchtlinge aus der Turnhalle auf dem Römerhügel kämpfen dafür, endlich ihren Asylantrag stellen zu können. Beim  Neujahrsempfang waren einige von ihnen schon einmal  Gäste von  Landrat Rainer Haas. Foto: Tim Höhn/Landratsamt
Friedlicher Protest vor dem Landratsamt: Flüchtlinge aus der Turnhalle auf dem Römerhügel kämpfen dafür, endlich ihren Asylantrag stellen zu können. Beim Neujahrsempfang waren einige von ihnen schon einmal Gäste von Landrat Rainer Haas. Foto: Tim Höhn/Landratsamt

Ludwigsburg - Ob der Protest geholfen hat, steht noch in den Sternen. Am Mittwochvormittag haben etwa 25 Bewohner der Flüchtlingsunterkunft auf dem Römerhügel vor dem Landratsamt friedlich demonstriert. Sie wollten mit dieser Aktion auf ihre Situation aufmerksam machen. Die meisten von ihnen sind seit sieben Monaten in Deutschland und haben noch keinen Termin in Aussicht gestellt bekommen, um ihren Antrag auf Asyl beim Bundesamt für Migration (Bamf) stellen zu können. Das ist der erste Schritt im Asylverfahren. Erst danach können sie bei einer Anhörung ihre Fluchtgründe darstellen.

Auf diese für sie sehr unbefriedigende Lage hatten die Männer am Dienstag bereits in einem Brief an den Landrat Rainer Haas, seinen Stellvertreter Utz Remlinger und den für Ausländer- und Flüchtlingsfragen zuständigen Dezernenten Dieter Vogt hingewiesen. In Erwartung einer Antwort waren sie am Mittwoch vor das Landratsamt gezogen. Vogt hatte sich daraufhin mit dem baden-württembergischen Integrationsministerium in Verbindung gesetzt. Dort hatte man ihn, wie Andreas Fritz, der Sprecher des Landratsamtes, sagt, gebeten, die Namen der Betroffen weiterzureichen.

Das Integrationsministerium will sich nun mit der Karlsruher Außenstelle des Bamf in Verbindung setzen, um die Verfahren zu beschleunigen. „Wir sind aber nicht Herr des Asylverfahrens“, betont Fritz. Das Landratsamt sei jedoch bemüht, die Asylbewerber so gut wie möglich zu unterstützen. Das teilte Vogt einer kleinen Delegation der Briefschreiber in einem persönlichen Gespräch mit. Der syrische Gesprächsteilnehmer Kevork Almassian beschrieb die Begegnung als sehr freundlich.

Integrationsministerium will Bamf ansprechen

Die Möglichkeit, das Verfahren zu beschleunigen, gebe es, bestätigt Christoph Häring, der Sprecher des Integrationsministeriums. Allerdings sei im konkreten Fall noch keine Namensliste in Stuttgart eingegangen. Das Landratsamt werde bald die Namen aller Bewohner vom Römerhügel melden, kündigte Fritz an.

In ihrem Schreiben haben die 40 Unterzeichner zum einen ihre Dankbarkeit für die Hilfe der Deutschen und der zuständigen Stellen und Sozialarbeiter zum Ausdruck gebracht. Das Leben in der Halle sei zwar nicht angenehm, aber dafür hätten sie Verständnis, da ihnen bewusst sei, dass in Ludwigsburg kein anderer Wohnraum zur Verfügung stehe, berichtet Ahmad Fahan aus Damaskus, der Verfasser des Briefes.

Andererseits sei es unbefriedigend, dass die Behörden auf die Frage, wann sie ihren Antrag stellen können, lediglich antworten würden: „keine Ahnung“. Das Gros der Männer, die fast ausschließlich aus Syrien stammen, ist seit Ende des letzten Jahres in der Turnhalle des Berufsschulzentrums einquartiert. Die Verhältnisse dort sind beengt. Ahmad Al Hariri, einer der Briefschreiber, war übrigens schon einmal Gast im Landratsamt. Zum Neujahrsempfang hatte Rainer Haas einige Flüchtlinge vom Römerhügel eingeladen.




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