Aus für Michael Reschke beim VfB Stuttgart Das steckt hinter der Trennung

Von Dirk Preiß 

Michael Reschke ist nicht mehr Sportvorstand des VfB Stuttgart, Thomas Hitzlsperger übernimmt. Das steckt hinter der Entscheidung des Aufsichtsrats.

Michael Reschke muss den VfB Stuttgart nach rund eineinhalb Jahren verlassen. Foto: dpa 22 Bilder
Michael Reschke muss den VfB Stuttgart nach rund eineinhalb Jahren verlassen. Foto: dpa

Stuttgart - Die Sitzung des Aufsichtsrats des VfB Stuttgart am Montagabend war schon länger anberaumt gewesen, das Thema dann aber brandaktuell. Es ging um die Bewertung der Arbeit von Michael Reschke – und am Ende der Sitzung war das Votum klar – gegen den Sportvorstand der Stuttgarter, der am Dienstag abberufen wurde.

„Leider hat seine Arbeit bislang nicht den gewünschten sportlichen Erfolg gebracht und der Klassenerhalt in der Bundesliga ist nach den jüngsten Ergebnissen in erheblicher Gefahr“, sagte Wolfgang Dietrich, der Präsident des VfB und Aufsichtsratsvorsitzende der VfB AG, am Dienstag in einem ersten offiziellen Statement. Er ergänzte: „Der Aufsichtsrat war nicht mehr überzeugt davon, dass in der bestehenden Konstellation die notwendigen Kurskorrekturen vorgenommen werden können.“

Immer wieder Probleme mit den Trainern

Damit reagierte der Aufsichtsrat der VfB AG auf den ausbleibenden Aufschwung, nachdem Reschke im Winter noch einmal die Möglichkeit gehabt hatte, den Kader zu ergänzen. Der Sportchef, früher in Leverkusen und München als Kaderplaner erfolgreich, holte Alexander Esswein, Steven Zuber und Ozan Kabak – dennoch holte der VfB in den ersten vier Spielen der Rückrunde nur einen Punkt. Auch der Großteil der im Sommer verpflichteten Spieler hat bislang nicht überzeugt.

Weiterer wichtiger Teil der Argumentation gegen Reschke: Auch mit dem dritten Trainer seiner Amtszeit, Markus Weinzierl, hat es in der Zusammenarbeit gehakt. Zwar verkündete Reschke am Montag noch die weitere Zusammenarbeit mit dem aktuellen Coach, ein Wort der Wertschätzung kam ihm nicht über die Lippen. Mit der Entscheidung pro Weinzierl habe die Trennung allerdings nichts zu tun, heißt es.

Dietrich hält viel von Hitzlsperger

„Aufgrund der negativen sportlichen Entwicklung in den letzten Monaten habe ich Verständnis für die Entscheidung des Aufsichtsrates, auch wenn ich sehr gerne für den VfB Stuttgart weitergearbeitet hätte“, sagte Reschke und ergänzte: „Ich glaube weiterhin an das Potenzial der Mannschaft. Fakt ist aber auch, dass die Summe meiner Entscheidungen aktuell nicht zum gewünschten und erwarteten Ergebnis geführt hat.“ Es falle ihm unglaublich schwer, den VfB zu verlassen. Reschke war seit August 2017 für den VfB tätig, sein Vertrag läuft noch bis 2021. Über die finanziellen Details einer Vertragsauflösung müssen die beide Parteien noch einigen.

Nachfolger des Rheinländers ist Thomas Hitzlsperger. Der bisherige Leiter des Nachwuchsleistungszentrums steigt damit zum Sportchef auf. „In Thomas gewinnen wir einen Fachmann, der nicht nur Sportkompetenz und die Nähe zum aktiven Profifußball mitbringt, sondern auch die notwendige Führungsqualität“, lobte Dietrich den Mann, für dessen Verbleib im Verein er sich schon seit seinem Amtsantritt eingesetzt hat. Hitzlsperger ist auch ehrenamtliches Präsidiumsmitglied des Hauptvereins und TV-Experte bei der ARD.

„In meiner neuen Funktion als Sportvorstand werde ich nun alles daransetzen, beim VfB die Kräfte für den Klassenerhalt zu bündeln und gleichzeitig in einem starken Team die Weichen für eine erfolgreiche Zukunft zu stellen“, sagte der 36-jährige Hitzlsperger. Er freue sich sehr auf „diese großartige Aufgabe“.