Ausbildung an Stuttgarter Hochschulen Architekturstudium: Brandschutz steht früh auf dem Stundenplan

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Nicht erst seit der Schließung des Fernsehturms: je früher Architekten lernen, an Sicherheitsvorschriften zu denken, desto leichter können sie entsprechend planen: So argumentieren Verantwortliche an den Stuttgarter Hochschulen.

Architekten sollen so planen, dass die Häuser möglichst sicher sind. Foto: Zweygarth
Architekten sollen so planen, dass die Häuser möglichst sicher sind. Foto: Zweygarth

Stuttgart - Nicht nur wegen der Schließung des Fernsehturms kurz vor Ostern ist der Brandschutz ein wichtiges Thema in der Stadt. Eine Disco in der Hauptstätter Straße wurde dichtgemacht, weil keine ausreichenden Fluchtwege vorhanden waren. Am Alten Schloss musste eine Fluchttreppe angebracht werden. Die Vorschriften für den Brandschutz werden immer wieder angepasst – das schlägt sich auch in der Architektenausbildung nieder.

Der Landesbranddirektor Hermann Schröder hatte in einem Interview mit der StZ geäußert, die Brandschutzausbildung würde an den Hochschulen zu kurz kommen. Das sei einer der Gründe, warum in fertigen Projekten mitunter nachträglich Änderungen vorgenommen werden müssten, um den Vorschriften Genüge zu tragen.

Gestalterische Merkmale im Einklang mit Vorschriften

Dieser Feststellung treten Verantwortliche an den drei Stuttgarter Hochschulen, an denen Architekten ausgebildet werden, entgegen. Das Fach kann man an der Universität, an der Hochschule für Technik und an der Kunstakademie belegen. „Architektur ist keine Serienfertigung von Autos“, sagt Rainer Franke, der Rektor der Hochschule für Technik (HfT). Jedes Gebäude, jeder Plan, habe seine eigenen gestalterischen Merkmale, die es in der Praxis mit den Vorschriften in Einklang zu bringen gelte. An seiner Hochschule sei der Brandschutz für die angehenden Architekten „seit Jahren ein Pflichtfach“. Bereits im zweiten Semester sei es fester Bestandteil des Lehrplans. Einen Beleg dafür, dass die Ausbildung mit der Feuerwehr abgestimmt sei, finde sich im Verzeichnis der Lehrbeauftragen. Darunter ist Stefan Eppinger, der Chef der Abteilung für vorbeugenden Brandschutz bei der Berufsfeuerwehr.

Damit die Studierenden frühzeitig lernen, technische Aspekte in die Planung einzubeziehen, arbeiten sie bereits im zweiten Semester an einem integrierten Planungsprojekt. Architekten, Tragwerksplaner und Haustechniker sitzen dann gemeinsam an einem Tisch. „Sie sollen lernen, dass nicht erst der fertige Entwurf stehen soll, und man dann überlegt, wie man Leitungen einzieht“, begründet der Rektor diese Lehrmethode.




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