Ausstellung im Dresdner Albertinum Einmalige Retrospektive zu Ernst Barlach

Von red/dpa 

Ernst Barlach ist so populär wie kaum ein zweiter Künstler des 20. Jahrhunderts in Deutschland. Aus Anlass seines 150. Geburtstags widmen ihm die Staatlichen Kunstsammlungen in Dresden eine umfassende Retrospektive.

Die Holzskulpturen „Mutter und Kind“ und „Der Zweifler“ (re.) in der Ausstellung „Ernst Barlach zum 150. Geburtstag. Eine Retrospektive“. Foto: dpa/Sebastian Kahnert
Die Holzskulpturen „Mutter und Kind“ und „Der Zweifler“ (re.) in der Ausstellung „Ernst Barlach zum 150. Geburtstag. Eine Retrospektive“. Foto: dpa/Sebastian Kahnert

Dresden - Die Staatlichen Kunstsammlungen Dresden feiern den bedeutenden Expressionisten Ernst Barlach (1870–1938) aus Anlass seines 150. Geburtstags mit einer einzigartigen Retrospektive. Für die Ausstellung im Albertinum ist die 1917 geschaffene Holzskulptur „Das frierende Mädchen“ erstmals nach achtzig Jahren zurück an der Elbe gekehrt, sagte die Direktorin Hilke Wagner. Die Skulptur war 1937 von den Nazis als „entartet“ beschlagnahmt worden.

Ausgerichtet wird die Ausstellung in Kooperation mit dem Ernst-Barlach-Haus Hamburg und der Ernst-Barlach-Stiftung Güstrow. Die Schau zeigt vom 8. August 2020 bis 10. Januar 2021 rund 230 Werke aus allen Schaffensperioden und -bereichen des Künstlers. Neben rund 100 Plastiken stehen 24 Holzskulpturen, denen Barlach seine Bedeutung als Bildhauer verdankt, aus dem Barlach-Haus im Fokus. Damit ist seit Jahrzehnten erstmals eine solche Anzahl überhaupt wieder in einer Präsentation vereint. Das gebe es „so wohl nur einmal pro Generation zu sehen““, so der Direktor der Sammlung, Karsten Müller.

Opulentes Werk

Auch die Dresdner Studienzeit 1891 bis 1894 bei Bildhauer Robert Diez (1844–1922), Barlachs Verfemung in der Nazi-Zeit sowie Rezeption und Anerkennung in beiden deutschen Staaten nach 1945 werden thematisiert. Ferner werden seine Zeichnungen, Drucke, Skizzenbücher und literarischen Werke beleuchtet. Der in Wedel bei Hamburg geborene Künstler, der in Rostock starb, hinterließ mit über 10 000 Skizzen, 2800 Zeichnungen, mehr als 600 plastischen Arbeiten sowie acht Dramen und einer umfangreichen Prosa ein opulentes Werk.

Direktorin der Staatlichen Kunstsammlungen Dresden ist seit 2016 Marion Ackermann; die Kunsthistorikerin war von 2003 bis August 2009 Leiterin des Kunstmuseums Stuttgart.




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