Stadtkind Stuttgart

Katharsis im Theater Rampe Mit allen Sinnen Kunst erleben

Von Tanja Simoncev 

Diesen Samstag wird zu "Katharsis" ins Theater Rampe eingeladen - einer Ausstellung, die alle Sinne berühren soll. Wir haben uns mit den Ladies hinter dem Kunst-Erlebnis getroffen, Veranstalterin Deborah Schmauz und Fotografin Venera Redzepi.

Die Freundinnen Venera Redzepi und Deborah Schmauz freuen sich auf ihr gemeinsames Event Katharsis, eine Kunst-Ausstellung der etwas anderen Art – diesen Samstag im Theater Rampe. Foto: Tanja Simoncev
Die Freundinnen Venera Redzepi und Deborah Schmauz freuen sich auf ihr gemeinsames Event "Katharsis", eine Kunst-Ausstellung der etwas anderen Art – diesen Samstag im Theater Rampe. Foto: Tanja Simoncev

Stuttgart - Düster, mystisch und nicht gerade leichte Kost, das ist "Katharsis", die etwas andere Ausstellung, diesen Samstag, im Theater Rampe. Vom ersten Moment an soll man sich auf das Kunst-Erlebnis einlassen können beziehungsweise wollen - am besten gleich, sobald man die Treppe betritt. "Der Gast muss bereit sein, sich emotional entführen und einhüllen zu lassen, da ist es nicht mit einfach nur sehen abgetan", betont Veranstalterin Deborah Schmauz. An ihrer Seite, Schulfreundin und Fotografin Venera Redzepi, der schon lange eine derartig außergewöhnliche Ausstellung vorschwebte.

Zunächst sei es nur schwierig gewesen, eine Location zu finden, die die Vorstellung, den Geist öffnen zu können, auch übersetzt. Doch letztlich war mit der Rakete, der Bar des Theaters, der richtige Ort und mit Tättowiererin und Malerin Julia Kunz die passende Ergänzung gefunden. Was darf man also erwarten? In einem Satz: Ein Gesamt-Kunstwerk aus abstrakten Fotografien und Gemälden, die indirekt beleuchtet den Raum säumen und neben elektronischen Klängen und Gerüchen die Sinne berühren. Und allen Schreckhaften sei gesagt: "Es wird auf keinen Fall gruselig", so Venera lachend. Doch wer sind die Ladies, die augenscheinlich eine große Tattoo-Liebe verbindet? 

Zwei, wie Pech und Schwefel

Da wäre zum einen Debby, die gerade eine Ausbildung als Veranstaltungskauffrau macht. Mit drei Mitschülerinnen zusammen ist "Katharsis" ihr Abschluss-Projekt. "Und da haben wir den Anspruch ein bisschen was zu reißen, zu bewegen, nicht nur für die Klasse, sondern etwas größer gedacht", so die 27-Jährige. Doch so straight wusste sie lange nicht, was sie wollte - auch wenn Event-Management immer ein Traum gewesen sei. Das Lehramtstudium Mathe und Physik wurde abgebrochen, ein Inklusions-Projekt in Bad Cannstatt begleitet, ein weiteres Studium in Freiburg gewagt. "Da bin ich dann ganz schnell nebenjobmäßig in die Gastro abgewandert. Das wurde dann auch ganz schnell immer mehr mein Leben." So zog es die leidenschaftliche Veranstalterin kurzeitig nach Berlin, doch die Ausbildung brachte sie letztlich zurück ins Schwabenländle. Jetzt steht das Abschluss-Projekt bevor. "Der Gedanke war gleich, dass es was mit Kunst zu tun haben soll und mir fiel sofort Venera ein." 

Und die gelernte Portrait-Fotografin hatte nicht nur Bock, sondern schon eine Ausstellung in Stuttgart im Sinn. Aber wie fing eigentlich alles an? Als Teenager hatte sich Venera die erste Cam gekauft und begann einfach mal drauf los zu knipsen, zu inszenieren und probieren. "Das war ein Hobby. Ich habe im Traum nicht dran gedacht, dass daraus mal ein Beruf wird." Doch das naturwissenschaftliche Gymi war nicht ihr Ding und so landete sie im ältesten Foto-Atelier Stuttgarts. "Das Künstlerische war mir bei meiner Ausbildung immer sehr wichtig, denn nur das beflügelt die Seele." Mittlerweile arbeite die 27-Jährige selbstständig - ihr Metier: Portraits, die sie ein bisschen abstrakter gestaltet. Das passiert schon während dem Fotografieren, aber auch durch die digitale Nacharbeitung, das Bild zu entfremden und ihm eine Seele einzuhauchen. "Gerade passiert außerdem noch etwas Interessantes. Ich drucke die Bilder aus und bearbeite sie nicht mit Photoshop nach, sondern mit Acryl-Farbe." Sie habe sich loslösen wollen von dem "Fehlerlosen" und male mit Händen, Wasser, Gold auf dem Bild herum. "Und wenn dir ein Fehler passiert, kannst du ihn nicht rückgängig machen, sondern musst es so akzeptieren, wie es ist und das finde ich gerade super spannend." 

Zusammen drückten die Freundinnen Debby und Venera die Schulbank und verpassten sich im Kunst-Unterricht ihr erstes Tattoo mit Tusche. Diesen Samstag gibt's zusammen mit der gemeinsamen Tättowiererin Julia Kunz aus Nürtingen, die Gemälde und auch Installationen aus Holz präsentieren wird, kunst-mäßig was auf die Sinne. Gestartet wird um 19 Uhr, hier geht's zum Event.

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