Ausstellungen beim Hochwachtturm Waiblingen Die etwas andere Kunstgalerie

Nadine Müller und Hendrik Schulze Kalthoff in ihrem Waiblinger Büro, das auch eine Galerie ist. An den Wänden hängt derzeit Kunst von Hans Mendler. Foto: Stoppel 5 Bilder
Nadine Müller und Hendrik Schulze Kalthoff in ihrem Waiblinger Büro, das auch eine Galerie ist. An den Wänden hängt derzeit Kunst von Hans Mendler. Foto: Stoppel

Bücher und Bilder: Nadine Müller und Hendrik Schulze Kalthoff haben ihr Verlagsbüro nach Waiblingen verlegt. Die großen Schaufenster und die Wände nutzen sie für wechselnde Ausstellungen.

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Waiblingen - Ein Umzug macht die Stadt Waiblingen um gleich zwei Verlage und eine Galerie reicher: Nadine Müller und Hendrik Schulze Kalthoff haben vor einiger Zeit ihren Arbeitsplatz vom Stuttgarter Westen ins Remstal verlagert. In direkter Nachbarschaft des Hochwachtturms gestalten und veröffentlichen der Verleger und die Kommunikationsdesignerin Fachbücher aus den Bereichen Sport und Kunst sowie Kunstkataloge und Broschüren – und nutzen nebenbei die Schaufenster des ehemaligen Weltladens in Waiblingen als Kunstgalerie der etwas anderen Art.

„Damit haben wir uns einen kleinen Traum erfüllt, die Räume nur als Büro zu nutzen wäre schade“, sagt Nadine Müller. Sie und Hendrik Schulze Kalthoff hätten nach dem Einzug angesichts der großen Fenster ihres neuen Büros daher schnell den Entschluss gefasst: „Lass uns da was Schönes reinhängen.“ Das sind derzeit farbintensive Bilder des Leonberger Malers Hans Mendler, der ganz offensichtlich große Formate liebt und schon seit vielen Jahren mit dem Neuen Kunstverlag zusammenarbeitet.

Aus einem Verlag werden zwei

Letzterer hat seinen Ursprung in der Firma Schwabenrepro, die inzwischen in Fellbach sitzt und einst ein reiner Repro- und Satzbetrieb war. Dann kamen nach und nach eine Werbeagentur und schließlich zwei Verlage hinzu: der Neue Kunstverlag und der Neue Sportverlag. Kataloge für Museen und Galerien habe man schon zuvor viele produziert, sagt Hendrik Schulze Kalthoff – allerdings habe man immer mal wieder den Zuschlag nicht bekommen, weil der Zugang zum Buchhandel ohne Verlagsstatus schwierig sei. Die Verlagsgründungen machten die Sache leichter und die Kontakte in die Kunstszene gab es schon.

Zum Sportverlag kam es durch einen persönlichen Kontakt zum Beachvolleyballer Jörg Ahmann. „Er kam auf mich zu und wollte ein Buch machen“, erinnert sich Hendrik Schulze Kalthoff. Der Neue Kunstverlag sei da offensichtlich nicht die richtige Adresse gewesen, „so kam der Sportverlag hinzu“. Fachbücher zu Themen wie Golf, Rückengymnastik oder Sportpsychologie gehören zum Verlagsprogramm – und, so sagt Hendrik Schulze Kalthoff, „beim Thema Tennis kommt man an uns nicht vorbei“. Stolz ist er auch auf das vor kurzem in Zusammenarbeit mit der Sportvereinigung (SV) Böblingen erschienene Buch „Bewegungskarussell“, ein Praxishandbuch für Kindertagesstätten, das schnell umsetzbare, alltagstaugliche Bewegungsübungen zeigt.

Das Motto ist: beweglich bleiben!

Im übertragenen Sinne beweglich bleiben, offen für neue Ideen und Projekte sein, das wollen auch Nadine Müller und Hendrik Schulze Kalthoff. „Wir versuchen mit offenen Augen voranzugehen“, sagt Müller. Nach der Ausstellung mit Arbeiten von Hans Mendler, die bis Ende April zu sehen sind, wird es im Mai eine weitere Ausstellung geben. Einen Namen will das Duo noch nicht verraten, aber Nadine Müller deutet an, in welche Richtung es geht: „Die Region hat viele tolle Künstlerinnen und Künstler.“

Zwei bis drei Ausstellungen im Jahr solle es in der Galerie Neuer Kunstverlag künftig geben, sagt Hendrik Schulze Kalthoff: „Wir wollen Fotografie und Malerei mischen und auch einige Skulpturen ausstellen. Für diese Kombination sind unsere Räume ideal.“ Zwar sei eine Ausstellung in Büroräumen etwas unkonventionell, „aber das gefällt den Leuten und für uns sind das schöne, inspirierende Räume“.

Mehr und mehr Besucher wagen sich auch außerhalb von offiziellen Veranstaltungen wie Vernissagen in die Galerie: sie sehen den Aufsteller vor der Tür, strecken den Kopf herein und fragen nach, ob sie einfach mal reinkommen dürfen. Das dürfen sie, sagt Nadine Müller: „Wir sind Kommunikationsmenschen.“ Auch abgesehen von den Ausstellungen wollen sie und ihr Partner im Waiblinger Kulturleben mitmischen. „Wir hängen uns an den Waiblinger Kalender an und öffnen die Galerie zu Veranstaltungen wie dem Ostermarkt oder Waiblingen leuchtet.“




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