Autozulieferer Mahle Unternehmen schreibt Verlust – 2019 rund 2500 Stellen abgebaut

Von red/dpa 

Der Autozulieferer Mahle hat im vergangenen Jahr einen Verlust von 212 Millionen Euro gemacht. 2019 wurden weltweit etwa 2500 Stellen abgebaut.

Mahle hat 2019 weltweit etwa 2500 Stellen abgebaut. Foto: Daniel Naupold/dpa
Mahle hat 2019 weltweit etwa 2500 Stellen abgebaut. Foto: Daniel Naupold/dpa

Stuttgart - Der Umbruch in der Autoindustrie und die Wirtschaftsflaute haben den Zulieferer Mahle mit voller Wucht getroffen. Im vergangenen Jahr machte das Stiftungsunternehmen einen Verlust von 212 Millionen Euro nach einem Gewinn von 446 Millionen Euro 2018, wie der Vorsitzende der Konzern-Geschäftsführung, Jörg Stratmann am Donnerstag in Stuttgart mitteilte.

Stratmann sagte, die Effizienzsteigerungsprogramme würden konsequent fortgeführt und an der strikten Kostendisziplin festgehalten. 2019 seien weltweit etwa 2500 Stellen abgebaut worden. Ende vergangenen Jahres waren bei dem Zulieferer weltweit rund 77 000 Mitarbeiter tätig. So sollen früheren Angaben zufolge bis Ende 2020 an den Stuttgarter Standorten rund 380 von 4300 Stellen sozialverträglich abgebaut und das Werk in Öhringen mit rund 240 Beschäftigten ganz geschlossen werden. Auch im Ausland stehen Werke auf dem Prüfstand. Der Umsatz sei im vergangenen Jahr um 4,2 Prozent auf 12 Milliarden Euro zurückgegangen.

Situation wird durch Corona-Pandemie erschwert

Die aktuelle Situation werde durch die Corona-Pandemie zusätzlich erschwert, hieß es weiter. Im März und April 2020 seien drastische Umsatzrückgänge verzeichnet worden, es sei mit einem überaus schwierigen Jahr zu rechnen. Derzeit arbeite das Unternehmen nach der nahezu weltweiten Schließung seiner Werke mit Hochdruck am Wiederanlauf der Produktion in Europa. In Deutschland ist ein Großteil der 12 960 Beschäftigten in Kurzarbeit. Für sie gilt noch eine Beschäftigungsgarantie bis Ende Mai. Der Betriebsrat fordert eine Verlängerung des Ausschlusses von betriebsbedingten Kündigungen bis zum Jahr 2025. Entsprechende Gespräche laufen seit längerer Zeit. Über den Stand wurden keine Angaben gemacht.

Stratmann setzt darauf, die nächsten schwierigen Monate mit Hilfe von Kurzarbeit überbrücken zu können. Wie andere Manager der Branche auch forderte der Mahle-Chef Kaufprämien, um den Auto- und Lastwagenabsatz wieder anzukurbeln. Er brachte außerdem eine Mehrwertsteuersenkung dafür ins Spiel. „Wir brauchen eine Stimulierung der Nachfrage.“ Der Manager rechnet für das laufende Jahr mit einem weltweiten Einbruch in der Branche von bis 25 Prozent.

Mahle stellt herkömmliche Motorkomponenten wie Kolben, aber auch Filter und Pumpen für den Verbrennungsmotor her. Zunehmend setzt das Unternehmen auch auf Teile für Elektroautos. Die Abhängigkeit vom klassischen Verbrennungsmotor hatte Mahle wie andere Zulieferer auch in den letzten Jahren verringert.

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