Azubi-Begrüßung in Stuttgart-Vaihingen Warum junge Leute im Schwimmbad anheuern

Immer alles im Blick behalten: eine der Kernaufgaben des Bademeisters. Foto: Frank Wahlenmaier
Immer alles im Blick behalten: eine der Kernaufgaben des Bademeisters. Foto: Frank Wahlenmaier

In Tagen wie diesen zieht es viele Menschen in die Freibäder. Damit es ein sicheres Vergnügen wird, gibt es die Mitarbeiter der Stuttgarter Bäderbetriebe. Im Freibad Rosental sind nun sieben Auszubildende begrüßt worden. Was treibt sie an?

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Stuttgart/S-Vaihingen - Ende Juli beginnen für rund 33 000 Schüler in Stuttgart die Sommerferien. Während die vom Lernen qualmenden Köpfe eine Abkühlung in den umliegenden Schwimmbädern suchen, beginnt für die rund 9000 Auszubildenden im Raum Stuttgart genau dann ein neuer Lebensabschnitt. Die städtischen Bäderbetriebe freuen sich dieses Jahr über sieben Auszubildende, die nun bei einer Begrüßungsveranstaltung im Freibad in Stuttgart-Vaihingen empfangen wurden.

In den nächsten drei Jahren lernen sie, was es heißt, für die Sicherheit der Badegäste verantwortlich zu sein. Und nicht nur das. Ob Therme, Hallen- oder Freibad und Sauna – es gilt insgesamt 21 Einrichtungen instandzuhalten. Damit die Neuankömmlinge aber nicht ins kalte Wasser geschmissen werden, gibt es Ausbildungspaten wie Jennifer Alameda. Die 26-Jährige absolvierte 2018 ihre Prüfung und hilft nun vier Azubis die jeweiligen Ziele zu erreichen. „Ich unterstütze die Auszubildenden bei Fragen in der Berufsschule und trainiere sie auch“, sagt sie.

Ein guter Schwimmer muss man sein

Schwimmtraining sei natürlich besonders wichtig. Neben den verschiedenen Schwimmstilen, die man auf 100 Meter in einer gewissen Zeit schaffen muss, werden die angehenden Absolventen zudem in anderen Disziplinen getestet. „Die Auszubildenden müssen beispielsweise darauf trainieren, 300 Meter Kleiderschwimmen durchzuhalten“, sagt Wolfgang Tielesch, Personalleiter der Stuttgarter Bäder. Das sei nicht ohne. „Wer im Alter von 16 bis 18 Jahren noch nicht richtig schwimmen kann, wird die Anforderungen an die Berufsabschlussprüfung kaum erfüllen können.“ Generell habe sich das Berufsbild sehr geändert, man dürfe nicht mehr den typischen Bademeister vor Augen haben, der auf dem Hochsitz Sonne tankt und mit der Trillerpfeife im Mund darauf achtet, dass niemand vom Beckenrand reinspringt. Wer bei den Stuttgarter Bädern anheuern will, braucht einen ordentlichen Hauptschulabschluss und muss sich für naturwissenschaftliche Fächer wie Biologie, Chemie und Mathematik begeistern können. Das sei beispielsweise dafür wichtig, dass man den Gästen immer keimarmes Badewasser gewährleisten kann.

Zwar wird von den Auszubildenden viel gefordert, im Gegenzug wird aber auch einiges geboten, wie der Ausbildungsleiter Uwe Klatte berichtet. „Wir bieten hier einen Arbeitsplatz mit einer ordentlichen und termingerechten Bezahlung“, sagt er. „Außerdem hat jeder Auszubildende einen Anspruch auf Kostenbeteiligung für den öffentlichen Nahverkehr.“

Vorbereitung auf brenzlige Situationen

In den vergangenen Jahren kam es aber immer wieder zu Übergriffen auf das Personal der Bäderbetriebe. Die Angriffslust würde zunehmen, wenn Angestellte Gäste auf Fehlverhalten aufmerksam machen würden. „Deswegen schicken wir unsere Arbeitnehmer regelmäßig zu Schulungen, damit sie lernen, wie man in brenzligen Situationen bestmöglich reagieren kann“, sagt Klatte.

Bei den Bäderbetrieben lernen die Auszubildenden natürlich auch, was zu tun ist, wenn ein Badegast in Gefahr gerät. „Neben Rettungs- und Reanimationsmaßnahmen lernen wir auch viel über gefährliche Strömungen und Einmündungen“, sagt Angela Streicher, Auszubildende im ersten Lehrjahr. Zum Glück kam es während ihrer Ausbildung noch nie zu derlei Notfällen.




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