Stadtkind Stuttgart

Bachelor-Abschlusskonzert von Philip Braun Songs mit Seele

Von Tanja Simoncev 

Diesen Mittwoch wird Sänger und Songwriter Philip Braun ein Bachelor-Abschlusskonzert in der Sparda-Welt geben und damit sein Studium an der Musikhochschule Stuttgart beenden. "Mir war immer wichtig, dass ich nicht so eine Standard-Abschlussprüfung mache", betont der 24-Jährige.

Sein Traum ist es, irgendwann einen Musikstil zu kreieren, der die Menschen vereint: Sänger Philip Braun. Foto: Rebecca Kraemer Photografie
Sein Traum ist es, irgendwann einen Musikstil zu kreieren, der die Menschen vereint: Sänger Philip Braun. Foto: Rebecca Kraemer Photografie

Stuttgart - Große Emotionen transportiert durch die Klänge einer großen Stimme: Philip Braun wird sein Studium an der Musikhochschule Stuttgart diesen Mittwoch mit einem besonderen Auftritt abschließen und lädt zur Konzertprüfung in die Sparda-Welt ein. Der Sänger und Songwriter, der ursprünglich von der Schweizer Grenze stammt, kam vor fünf Jahren ins Städtle, um Jazz- bzw. später Pop-Gesang zu studieren und will hier nicht mehr weg. Warum? "Weil's geil ist", so der 24-Jährige. Kein Wunder, sei er doch in den letzten Jahren immer wieder und vor allem auch durch das Landes-Jazz-Orchester auf Menschen gestoßen, die ihn begeisterten - so wie etwa der legendäre Jazz-Professor und Ausnahme-Künstler Bernd Konrad, dessen Support ihm von Anfang an sicher war. Eine Ehre, ein Kompliment. "Bernd war immer ein Mensch, zu dem ich aufgeschaut habe, ein mega herzlicher, kreatver Typ, der die Musik lebt und das hat mich immer fasziniert", betont Philip. Dass ihm gerade dieser Mensch die Zeile "Du wirst deinen Weg schon gehen" schrieb, freut den Wahl-Stuttgarter umso mehr. 

Bühne und Blackout

Und tatsächlich zeichnete sich schon früh ab, dass der Künstler einmal mit seiner Stimme arbeiten würde. "Mein Hauptinstrument ist schon immer die Stimme gewesen, schon als zweijähriger Zwerg." Philip habes es schon immer geliebt zu singen. "Ich habe nie gedacht, ich muss das jetzt machen oder ich mache das, weil ich Erfolg will. Es war die Liebe zur Musik, es gab und gibt nichts Schöneres für mich", sagt der 24-Jährige bestimmt. Singen mache schließlich auch glücklich und das in jeder Lebenslage. "Ich bin auch sehr dankbar, dass ich den Gesang als Beruf ausüben kann." Doch nicht immer war klar, dass Philip tatsächlich mal singend auf der Bühne sein Geld verdienen würde. "Ich wusste zu Schulzeiten nur, dass ich etwas Kreatives machen will." Mit 14 Jahren habe er angefangen Schuhe zu designen, weil er, wie er selbst sagt, ein krasser Sneaker-Freak sei. Zu diesem Ausflug in andere kreative Bereiche kam es allerdings nur, weil Philip mit 10 Jahren bei einem Kinder-Musical eine Zeile vergessen und diesen Blackout lange nicht überwunden hatte. "Danach hatte ich so Angst auf der Bühne zu stehen und habe drei Jahre lang keine Musik gemacht."

Zurück auf den Bühnenboden der Tatsachen holte ihn während der Schulzeit ein Kumpel, der später der Drummer seiner ersten Band werden sollte. Die Jungs hatten keinen Bock auf ein Referat im Musik-Unterricht und gründeten stattdessen lieber eine Band, um damit zu überzeugen. "Im Endeffekt hatte ich keine andere Wahl und das war das Beste, was mir hätte passieren können", freut sich Philip. Auch wenn es am Anfang richtig schwer gewesen sei. Irgendwann sollte der Band-Leader dann einen Song schreiben, hatte aber keine Ahnung von Garnichts. Unter der Dusche kamen ihm aber eines Tages die ersten Melodien in den Sinn und mittlerweile werfe das Songwriting auch etwas Geld ab, besonders im elektronischen Musik-Bereich. "Ich mache viele Deep- und Tech-House-Vocals." Auch da sei er einfach irgendwie reingerutscht. Als er dabei half durch Straßenmusik eine USA-Reise zu finanzieren, lernte er seinen damaligen Mitbewohner kennen. Dessen Mitbewohner wiederum sei DJ und Produzent und hatte für seine Abschlussarbeit an der Deutschen Pop-Akademie Vocals gesucht. Per Sprachnachricht hatte ihm Philip eine Idee geschickt, dann wurde ein Track daraus gemacht, ein zweiter folgte und zack waren die ersten zwei Label-Releases im Kasten.

Family and Friends

Apropos, wann war eigentlich den Eltern klar, dass der Sohnemann was auf dem Kasten hat? "Sagen wir es mal so, die beiden wussten schon früh, dass es nichts 'Anständiges' wird", erinnert sich der 24-Jährige lachend zurück. Sein Dad sei am Anfang auch dagegen gewesen und habe zunächst gewollt, dass sein Sohn etwas "Sicheres" macht. Doch dann merkte Papa Braun: "Eigentlich ist nichts sicher. Mach' lieber das, worauf du richtig Bock hast und wofür du brennst." Ein wichtiger Support, der auch am Mittwochabend nicht fehlen wird. Bei seiner Abschlussprüfung, die als Pop-Konzert daherkommt, freut sich Philip besonders auf die lieben Leute in seinem Leben. Und was darf sonst noch erwartet werden? "Zwei Nummern begleite ich am Klavier, eine performe ich komplett alleine mit Gitarre. Mir war immer wichtig, dass ich nicht so eine Standard-Abschlussprüfung mache und einfach mein Zeuge runtersinge. Wenn ich schon an einer Schule für Musik und Darstellende Kunst studiere, wollte ich dementsprechend auch was darstellen", so der Sänger.

Unter dem Titel "Is there anybody out there?" darf also mit einem Konzert, einer Zeitreise und echten Emotionen gerechnet werden. Bleibt nur noch die Frage offen, wie es dann bei Philip weitergehen soll? Zum einen sei da natürlich der Wunsch, so viele Menschen wie möglich mit Musik zu erreichen. "Da ich aber mit vielen Musikrichtungen etwas anfangen kann, ist mein Traum, etwas Neues zu schaffen, einen neuen Musikstil zu kreieren, der die Leute vereint. Keine Ahnung, wie das aussehen soll, aber es nimmt immer mehr Gestalt an."

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