Backnanger Rocksänger Dani Suara Corona bremst Musiker voll aus

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Der Backnanger Dani Suara hat unmittelbar vor dem Beginn der Pandemie seine erste CD „Leben und leben lassen“ veröffentlicht. Dann musste er zig Auftritte absagen. Aber Anfang Oktober steht Suara mal wieder auf der Bühne.

Dani Suara vor dem   Wohnzimmer. In dieser Musikbar und   Kneipe in Backnang ist der Musiker schon mehrmals aufgetreten –  vor der Pandemie. Foto: Frank Eppler
Dani Suara vor dem Wohnzimmer. In dieser Musikbar und Kneipe in Backnang ist der Musiker schon mehrmals aufgetreten – vor der Pandemie. Foto: Frank Eppler

Backnang - Meine CD ist voll am Arsch“, sagt der ernüchterte Dani Suara. „Leben und leben lassen“ – das ist der Titel der ersten selbstproduzierten Scheibe des Sängers und Produzenten in Backnang. Der 38-jährige Versicherungskaufmann hat den Tonträger zum komplett falschen Zeitpunkt veröffentlicht: nämlich unmittelbar vor dem Beginn der Corona-Pandemie.

Suara hatte große Pläne für dieses verflixte Jahr 2020. Fest vereinbart waren mehrere Dutzend Auftritte – bei diesen Gigs hätte er sicherlich gutes Geld verdient, CDs verkauft und ordentlich Werbung in eigener Sache machen können. Daraus wird nun nichts. Dabei sollte „das Jahr der Einstieg in meine Solokarriere werden“, erzählt Suara an diesem sonnigen Spätsommertag in einem Café auf dem Willy-Brandt-Platz mit Blick in Richtung der Musikbar Wohnzimmer. In dieser Kneipe sei er schon mehrmals aufgetreten. „Ich bin voll ausgebremst worden, aber heule nicht rum“, sagt er. Andere Künstler seien sicherlich deutlich schlechter dran. Er habe nämlich einen ganz guten Teilzeitjob bei einer Bank in Stuttgart. Am Hungertuch nagen muss er also nicht.

Benefiz-Konzert in Stuttgart-Rohr für die Deutsche Kinderkrebsstiftung

Wenn es die Pandemie zulasse, dann werde er Anfang Oktober – endlich – mal wieder auf einer Bühne stehen. Am Wochenende des 3. und 4. Oktober steigt in Stuttgart die „Coming home - Benefizevent“ beim TSV Rohr im Kulturium. Bei dem Konzert wird Geld gesammelt für die Deutsche Kinderkrebsstiftung. Dani Suara ist nicht nur einer der Musiker, die bei der Veranstaltung auftreten, er ist auch ein Mitorganisator. Zugelassen seien maximal 80 Zuschauer, das Corona-Hygienekonzept stehe, sagt Suara. Laut der Internetseite der Veranstalter sind alle Karten schon weg.

Wer schon mal bei einem Auftritt von Dani Suara war, weiß: dieser Mann hat eine großartige Stimme. Seine Songs, eine Mischung aus Rock und Pop, kommen an beim Publikum. Egal, ob er solo auftritt mit Musik aus der Konserve oder zusammen mit den anderen Musiken seines Trios Dazou: Suara gibt Vollgas.

Sing-Your-Song-Contest bei den Heimattagen gewonnen

Dabei ist er zur Musik gekommen wie die sprichwörtliche Jungfrau zum Kinde – und zwar erst mit Ende zwanzig. Zufällig hatte er erfahren, dass eine Band einen Sänger suche. Suara bewarb sich frech – und war rund eineinhalb Jahre lang der Frontman der Rockgruppe Soundwert.

Später hat er beim Songcontest des Backnanger Straßenfests gewonnen, das müsse 2012 oder 2013 gewesen sein, sagt Suara. Er hat auch einen Teil eines Songs von Anyone’s Daughter gesungen und mit seinem Song „Leben und leben lassen“ 2019 den Sing-Your-Song-Contest bei den Heimattagen in Winnenden gewonnen. Die Juroren seien begeistert von der Mischung aus Rock, Pop, Rap und Swing, hieß es in einem Bericht über die Veranstaltung. Bis zum Beginn der Corona-Krise habe er zumindest zur Hälfte von seiner Musik leben können.

In die Wiege gelegt worden ist ihm das Faible für das Singen wohl nicht. Seine Eltern ließen sich früh scheiden, Dani Suara wuchs bei den Großeltern auf. Nach der Hauptschule, der Werkrealschule und dem Abitur am Wirtschaftsgymnasium in Backnang hat er zunächst Zivildienst in der Werkstatt für Behinderte der Paulinenpflege in Backnang gemacht. Und dann eine Ausbildung zum Versicherungskaufmann, von der er indes schon nach ein paar Tagen gewusst habe: „Das ist nichts für mich.“

Suara will mit seinen Songs „den Leuten Mut machen“

Suara ist dann durch die Welt getingelt, hat ein Jahr in Spanien und mehrere Monate in Ägypten gelebt und gearbeitet. Im Rückblick sagt er: „Ich habe wohl versucht, mich zu finden.“ Das ist ihm wohl ganz gut gelungen. Sein Ziel sei es, trotz beziehungsweise mit Corona, spätestens aber nach der Pandemie, „mit meinen Songs Leuten Mut zu machen und von der Musik zu leben“.

In einer früheren Version war noch von 130 Zuschauern die Rede. Die Zahl wurde mit Blick auf die geltenden Bestimmungen korrigiert.




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