Bad Cannstatt Veränderungen rund ums Krankenhaus

Von Uli Nagel 

Es werden neue Personalwohnungen, eine Kindertagesstätte und ein Psychiatrieneubau entstehen. Am Mittwoch, 13. Februar, findet um 18 Uhr im Prießnitzweg 24, eine Infoveranstaltung statt.

Unter anderem werden die alten Gebäude für das Krankenhauspersonal  (A) durch Neubauten ersetzt.  Zudem baut das DRK  eine neue Rettungswache Foto: Storck (z)
Unter anderem werden die alten Gebäude für das Krankenhauspersonal (A) durch Neubauten ersetzt. Zudem baut das DRK eine neue Rettungswache Foto: Storck (z)

Bad Cannstatt - Rund um das Krankenhaus Bad Cannstatt (KBC) stehen in den nächsten Jahren umfangreiche Baumaßnahmen an: Das Krankenhaus erhält eine neue Betriebskita, neue Personalwohnungen und einen Neubau für die Kinder-und Jugendpsychiatrie. Allein für die fast 400 neuen Personalwohnungen (wir berichteten) werden fast 50 Millionen Euro in die Hand genommen. Daneben wird sich auch das Deutsche Rote Kreuz mit seiner Rettungswache 3 an der Martha-Schmidtmann-Straße ansiedeln. Auch verkehrstechnisch wird sich in den kommenden Jahren etwas ändern. Laut Bürgermeister Michael Föll und den Verantwortlichen des Stadtplanungsamts stehen die Chancen sehr gut, dass auch rund um das KBC das Parkraummanagement eingeführt wird.

Durch den Neubau der Kinder- und Jugendpsychiatrie und Psychotherapie im Prießnitzweg soll sich das Therapieangebot für Kinder und Jugendliche in Stuttgart deutlich verbessern. Derzeit herrscht in der Landeshauptstadt ein Mangel an Versorgungsplätzen. Durch die Integration ins KBC können die Therapieangebote verbessert werden, weil weitere Fachdisziplinen am Standort die Behandlung unterstützen können. „Gerade die Kinder- und Jugendpsychiatrie ist von eminenter Bedeutung für Stuttgart“, so Föll. Nach dem Landeskrankenhausplan habe das Klinikum Stuttgart den alleinigen Versorgungsauftrag für die stationäre Behandlung psychisch erkrankter Kinder und Jugendlicher. „Wir verlegen den bisherigen Standort aus fachlichen Gründen nach Bad Cannstatt, um mehr Patienten behandeln zu können und um eine direkte Anbindung an das Zentrum für Seelische Gesundheit zu haben.“

Der neue und vergrößerte Betriebskindergarten des KBC soll im Baumannweg 16 entstehen und Platz für insgesamt 60 Kinder zwischen 0 und sechs Jahren bieten. Die Öffnungszeiten sollen auf die Bedürfnisse der Mitarbeiter zugeschnitten sein. So sind beispielsweise Öffnungszeiten an Wochenenden vorgesehen. Damit will das Krankenhaus als Arbeitgeber noch attraktiver werden. Der Baustart für die neue Kita ist für diesen Sommer geplant, die Fertigstellung wird für das Jahr 2021 angestrebt. Die Planungen sehen ein sogenanntes „Plusenergiegebäude“ mit einer Fotovoltaik-Anlage auf der Dachfläche zur Stromgewinnung sowie Geothermie für die Heizung vor. Der Neubau der Betriebskita ist erforderlich, weil die bisherige Kita im Prießnitzweg wegen des Neubaus von Mitarbeiterwohnungen weichen muss.

Die alten Mitarbeiterwohnungen des Krankenhauses sind mit ihrer veralteten Haustechnik, fehlenden energetischen Maßnahmen sowie den Gemeinschaftsbädern und -küchen nicht mehr zeitgemäß. Diese Nachteile lassen sich durch eine Modernisierung wirtschaftlich nicht sinnvoll beheben. Um die Wohnungssituation zu verbessern, haben sich die Stuttgarter Wohnungs- und Städtebau GmbH, das Klinikum Stuttgart und dessen Personalrat für den Neubau entschieden. Dadurch wird auch deutlich mehr Wohnraum für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Klinikums entstehen: Bislang gibt es Wohnraum für 302 Personen, mit dem Neubau entsteht Wohnraum für 400 Personen. Geplant sind hauptsächlich Appartements, einige Wohnungen sowie ausreichend Raum für Wohngemeinschaften. Für die jetzigen Bewohner sorgen Klinikum und SWSG gemeinsam für Ersatzwohnraum. Der Abriss der ersten beiden Wohnblöcke beginnt voraussichtlich Anfang 2020. Der Abriss des dritten Gebäudes steht erst Ende 2021 an. Für 2023 ist der Abschluss der Bauarbeiten geplant.

189 zusätzliche Parkplätze werden in einer neuen Tiefgarage untergebracht. Negative Folgen für die Parkplatzsituation vor Ort sind durch die Krankenhauserweiterung daher nicht zu erwarten. Das Amt für Stadtplanung und Stadterneuerung hat ein Ingenieurbüro beauftragt, die Auswirkungen auf den Straßenverkehr zu untersuchen. Das Ergebnis: Da durch die Tiefgarage zusätzliche Parkplätze entstehen, ist tendenziell eher mit einer Entspannung der Parkplatzsituation zu rechnen. Zudem steht das Gebiet beim Thema Erweiterung des Parkraummanagements ganz oben auf der Liste.

Das Deutsche Rote Kreuz gibt seinen Standort der Rettungswache 3 im Bellingweg auf. Der Grund: Durch die Umstrukturierung im Neckarpark ist eine Verlegung notwendig geworden. Fündig wurde das DRK auf einem Parkplatz für Klinikumsmitarbeiter in Nachbarschaft zum Mehrgenerationenhaus und dem Zollamt. Für rund zwei Millionen Euro soll hier auf fast 900 Quadratmetern ein eingeschossiger Funktionsbau entstehen, der Platz für drei Rettungsfahrzeuge, eine Werkstatt mit Waschanlage sowie Räume für die DRK-Mitarbeiter bietet.

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