Baden-Württemberg Klimaschutzziele des Landes laut Studie viel zu bescheiden

Von red/dpa/lsw 

Aus Sicht von Experten hat Baden-Württemberg Nachholbedarf beim Klimaschutz. Laut einer Studie muss das Land unter anderem beim Ausbau von Wind- und Solarenergie zulegen, wenn die Ziele erreicht werden sollen.

Aus Sicht von Experten ist unter anderem ein beschleunigter Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg nötig, um  die  Klimaschutz-Ziele zu erreichen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa Foto:  
Aus Sicht von Experten ist unter anderem ein beschleunigter Ausbau der Windenergie in Baden-Württemberg nötig, um die Klimaschutz-Ziele zu erreichen. Foto: Sebastian Gollnow/dpa

Stuttgart - Baden-Württemberg muss aus Sicht von Experten beim Klimaschutz einen Zahn zulegen, wenn es einen vernünftigen Beitrag zur Reduktion von Treibhausgasen leisten will. Zu diesem Schluss kommt eine Studie der Plattform Erneuerbare Energien Baden-Württemberg (EE BW). „Um die Ziele zu erreichen, ist vor allem ein beschleunigter Ausbau von Wind- und Solarenergie und anderen erneuerbaren Energien erforderlich“, heißt es darin nach Angaben vom Dienstag.

Die Studie hat verschiedene Szenarien entworfen, in denen unter anderem ein Ausbau der Ökostromleistung von 13 auf 22 Gigawatt bis 2030 empfohlen wird. Das Land müsse den Ausstoß von Treibhausgasen schneller runterfahren als bislang: „Eine Versechsfachung der jährlichen Reduktionsrate ist das Mindestmaß für wirksamen Klimaschutz“, heißt es weiter. So sei etwa eine Photovoltaik-Pflicht zumindest bei Neubauten nötig.

Studie soll Defizite am Klimaschutzgesetz offenlegen

„Die Studie legt glasklar offen: Was Grün-Schwarz aktuell mit dem Klimaschutzgesetz auf den Tisch legt, reicht noch nicht aus, um die Pariser Klimaziele zu erreichen“, sagte der Vorsitzende des Naturschutzbunds Nabu in Baden-Württemberg, Johannes Enssle. Der Widerstand gegen die Einführung einer Solardach-Pflicht für Neubauten müsse aufgegeben werden.

Die bisherigen Ziele zur Treibhausreduktion, die sich das Land gesetzt habe, reichten nicht aus, kritisierte auch die Landesvorsitzende des Umweltverbands BUND, Brigitte Dahlbender: „Was her muss, ist ein Konzept für einen Umbau Baden-Württembergs hin zu echter Klimaneutralität.“

Die Plattform EE BW ist ein Verbund aus Organisationen und Verbänden, die die Energiewende im Südwesten voranbringen wollen. Mitglieder sind etwa der Fachverband Biogas oder der Landesverband WindEnergie.

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