Badminton Manchmal hat ein Abstieg etwas Reinigendes

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Die SG Feuerbach/Korntal ist in der Baden-Württembergliga das höchstklassige Team mit Altkreisbeteiligung. Von dort kommt die KSG Gerlingen, die sich mit nur noch drei Teams im Spielbetrieb neu aufstellt. Am Wochenende beginnt die Saison.

Patrick Schneider unterstützt bei der KSG Gerlingen die Nachwuchsspieler auf dem Weg in die erste Mannschaft. Foto: Andreas Gorr
Patrick Schneider unterstützt bei der KSG Gerlingen die Nachwuchsspieler auf dem Weg in die erste Mannschaft. Foto: Andreas Gorr

Korntal-Münchingen/Gerlingen - Das Derby in der Baden-Württembergliga ist vorerst Geschichte. Die KSG Gerlingen hat sich aus der vierthöchsten Spielklasse nach unten verabschiedet. In der an diesem Wochenende beginnenden neuen Saison ist auf baden-württembergischer Ebene aus dem Altkreis Leonberg nur noch die SG Feuerbach/Korntal vertreten.

Der Abteilungsleiter der Badmintonspieler im TSV Korntal, Philipp Espenschied, wird das Lokalduell vermissen: „Ich fand, das waren schöne Spiele, bei denen in der Halle immer etwas los war. Es ist schade, dass wir die jetzt nicht mehr haben.“ Zur Spannung beigetragen hat auch Espenschied selbst, als Spieler der ersten Mannschaft in den Duellen im ersten Herren-Einzel gegen Patrick Schneider. Die gingen in der vergangenen Saison jeweils über drei Sätze.

Etwas weniger Spannung erhofft sich der Abteilungsleiter bezüglich des Abschneidens der eigenen Mannschaft. In der vergangenen Saison machte die SG den Klassenerhalt erst am letzten Spieltag perfekt. Diesmal soll es für die bis auf den Angang von Praphaporn Berkemer unveränderte Mannschaft ein sicherer Mittelfeldplatz werden. Neben Philipp Espenschied sollen das die weiteren Korntaler Matthias Mühleisen und Linus Ruf, der Feuerbacher Johannes Rabak sowie dessen Vereinskolleginnen Lena Schad und Kathrin Schad bewerkstelligen. In der Favoritenrolle sieht der spielende Abteilungsleiter die SG Schorndorf II und den SSV Waghäusel.

Die Gerlinger Abteilung sortiert sich neu

Nach dreijährigem Aufenthalt in der Baden-Württembergliga war die Klasse für die KSG Gerlingen sportlich nicht mehr zu halten. Drei Jahre, in denen die Mannschaft überhaupt nur zweimal gewonnen und ein Unentschieden geholt hat. Das reichte einmal zum Klassenerhalt, einmal blieb der Club nur in der Liga, weil die TSG Schopfheim ihr Aufstiegsrecht nicht wahrnahm. Über den Gang zurück in die Württembergliga ist in Gerlingen niemand böse. Im Gegenteil: der Club nutzt den Abstieg, um sich neu zu sortieren.

In der ersten Mannschaft, die einen soliden Mittelfeldplatz anstrebt, wird ein Umbruch eingeleitet. Altgediente wie Volker Kümmel oder Frederik Lucyga stehen nicht mehr zur Verfügung. Die jungen Spieler Patrick Heimann und Patrick Bergmann, sollen nachrücken. Mannschaftsführer Patrick Schneider, im zehnten Jahr Jugendleiter bei der KSG, hat sich gerade deshalb dazu entschieden weiterzumachen: „Ich kenne die jungen Spieler schon so lange. Vielleicht kann ich ihnen noch etwas mit auf den Weg geben, wenn sie jetzt diesen Schritt zu den Aktiven machen.“

Wiedersehen am ersten Spieltag

Schneider wird also auch weiter das erste Herren-Einzel bestreiten. Neben den beiden Youngstern zählen Patrick Spahr und Patrick Kesper zum Württembergliga-Kader. Simone Widmaier und Nina Söder komplettieren das Team. Als Ersatz bei den Frauen steht Lisa Herbst parat. Anne Ladwig hat sich in Richtung SpVgg Mössingen verabschiedet, pikanterweise der Auftaktgegner der Gerlinger am Samstag (14 Uhr).

Auch für die zweite Mannschaft der KSG Gerlingen ging es eins runter, von der Verbands- in die Landesliga. Abteilungsleiter Marcus Gall ist überzeugt davon, dass dieser Prozess der Abteilung gut tun wird. Eine von vier Mannschaften wurde vom Spielbetrieb abgemeldet. Die „Dritte“ ist in der Kreisliga Stuttgart zu finden. „Wir haben das gemacht“, sagt Gall, „um wieder ein bisschen Ruhe reinzukriegen. Verletzungsbedingt mussten wir immer wieder Spieler nach oben ziehen. Und das hat sich dann bis ganz nach unten ausgewirkt. Jetzt schlägt es nicht mehr so durch, als wenn wir noch vier Mannschaften hätten.“