Bahnausbau Schönbuchbahn kostet zehn Millionen mehr

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Unternehmen sollen für Fehlleistungen zahlen. Noch immer steht kein genauer Termin für den Betrieb fest.

Seit 24. Februar fährt die Bahn wieder, aber nur auf einem Teilstück der Strecke. Foto: factum/Granville
Seit 24. Februar fährt die Bahn wieder, aber nur auf einem Teilstück der Strecke. Foto: factum/Granville

Böblingen - Der Ausbau der Schönbuchbahn wird teurer als geplant. Knapp 68 Millionen Euro sollte der Ausbau der Strecke gemäß der ursprünglichen Kalkulation kosten. Inzwischen ist die Kostenprognose um neun Millionen – oder umgerechnet 13 Prozent – auf 77 Millionen Euro gestiegen. Dies wurde nach der jüngsten Sitzung des Zweckverbands Schönbuchbahn bekannt. Zu dieser Summe kommen 19 Millionen Euro, die der Bau des neuen Betriebshofs am Böblinger Bahnhof kosten soll – und wohl auch kosten wird. Dieser Teil der Kalkulation gilt unverändert.

Insgesamt sollen für die runderneuerte Schönbuchbahn inzwischen 115,5 Millionen Euro ausgegeben werden. In dieser Rechnung sind der Grunderwerb und die Planungshonorare enthalten. Diese Summe war ursprünglich zehn Millionen Euro niedriger angesetzt. Unvorhergesehenes wie die Umsiedlung von Eidechsen, ein Bombenfund und tückischer Untergrund hatten zu dieser Steigerung beigetragen, aber auch die Preise am Bau. Sie haben sich allein im vergangenen Jahr um fast fünf Prozent verteuert.

Verbands-Geschäftsführer kündigt Klagen an

Zu den Kosten für den Ausbau kommt der Preis für neue Elektroloks. Sie sind für 53 Millionen Euro in Spanien bestellt und sollen Ende 2021 geliefert werden. Auch Fehler der beauftragten Unternehmen haben zur Kostensteigerung beigetragen. Nach den Vorstellungen der Projektverantwortlichen sollen die Firmen einen Teil der Mehrkosten übernehmen. Der Geschäftsführer des Zweckverbands, Reinhold Bauer, kündigte an, man werde „die Firmen in Regress nehmen und dies notfalls gerichtlich durchsetzen“. Von den rund 500 Oberleitungsmasten für die künftig elektrisch betriebene Strecke waren 80 wegen einer Fehlplanung unbrauchbar. Außerdem waren 50 der Fundamente für die Masten fehlerhaft.

Seit dem 24. Februar fahren die Bahnen wieder auf einem Teilstück der 17 Kilometer langen Strecke zwischen Dettenhausen und Holzgerlingen. Ursprünglich war die Wiederinbetriebnahme der gesamten Strecke für den Herbst vergangenen Jahres vorgesehen. Nach der ersten Verschiebung war der Vollbetrieb für den Jahreswechsel angekündigt. Inzwischen ist das Ziel, dass die Bahnen zum Beginn des nächsten Schuljahres wieder die gesamte Strecke befahren können. Dann soll sich der Takt von bisher 30 auf 15 Minuten verkürzen. Bis zur Lieferung der endgültigen Loks im übernächsten Jahr sollen geliehene Triebwagen mit Elektromotoren fahren.




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