Bahnhof S-Vaihingen Smarte Lösungen für die letzte Meile

An der geplanten Mobilitätsstation am Bahnhof Vaihingen sollen alle Anbieter von Sharing-Fahrzeugen ihre Zwei- und Vierräder abstellen und anbieten können. Foto: Lg/Max Kovalenko
An der geplanten Mobilitätsstation am Bahnhof Vaihingen sollen alle Anbieter von Sharing-Fahrzeugen ihre Zwei- und Vierräder abstellen und anbieten können. Foto: Lg/Max Kovalenko

Die Deutsche Bahn plant am Vaihinger Bahnhof ein Pilotprojekt. Es geht um Stellplatzreservierungen und alternative Mobilitätsformen.

Filderzeitung: Sandra Hintermayr (shi)
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Vaihingen - Mit dem Konzept Smart City rückt die Deutsche Bahn die Mobilität in Städten in den Fokus – vom eigenen Auto über das Fahrrad bis hin zu Sharing-Fahrzeugen. Ziel sind umweltfreundliche Alternativen zum eigenen Auto, insbesondere für die „letzte Meile“ zum Arbeitsplatz oder nach Hause, und eine gute Vernetzung der Verkehrsinfrastruktur, Mobilität und Logistik. Mit Hamburg und Köln zum Beispiel laufen bereits Smart-City-Partnerschaften, nun plant die DB in Stuttgart-Vaihingen ein Pilotprojekt.

Das Konzept sei auf Pendler-Bahnhöfe ausgelegt, weswegen sich Vaihingen besonders anbieten würde, sagte Philipp Henzgen von Smart City DB in der September-Sitzung des Bezirksbeirats. Es gebe bereits Park-and-ride- und Sharing-Angebote.

Stellplätze für Fahrräder und Autos

Am Bahnhof soll im Zuge des Pilots unter anderem die Fahrradmobilität gefördert werden, Stichwort Bike and Ride. Für Radfahrende stehen dabei Stellplätze, teilweise auch überdacht und/oder abschließbar, zur Verfügung. „Bike and Ride ist in 500 deutschen Kommunen erfolgreich“, warb Philipp Henzgen. In Vaihingen liefen derzeit Flächenprüfungen, welche Anlagen wo umsetzbar und sinnvoll seien.

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Ein weiterer Aspekt ist die Auto-Stellplatzreservierung. Das Angebot soll dazu beitragen, dass die Leute nicht mit dem Auto in die Innenstadt fahren, sondern es am Vaihinger Bahnhof abstellen und von dort aus den ÖPNV nutzen. Sieben Parkplätze will die Bahn dafür vorhalten. „Die Bündelung von Parkticket und ÖPNV-Ticket ist das Ziel“, sagte Henzgen.

Ein fester Standort für Sharing-Fahrzeuge

Des Weiteren soll eine Mobilitätsstation für Sharing-Fahrzeuge zwischen den S-Bahn- und den Stadtbahngleisen in die Pilotierung gehen, „wo jegliche Anbieter ihre Vehikel abstellen können“, so Henzgen, vom E-Scooter bis zum Carsharing. Mit der Mobilitätsstation wolle man das „Abstell-Chaos“, das sonst oft herrsche, in den Griff bekommen. Eine App soll künftig den Nutzern alle Möglichkeiten und Infos zur Ausleihe gebündelt zur Verfügung stellen.

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Reinhard König vom Linksbündnis wollte wissen, warum die DB das Pilotprojekt auf städtischen Flächen plane und nicht auf konzerneigenen. „Es gibt auch Radstellplätze auf DB-Flächen“, entgegnete Henzgen. „Es wird immer geschaut, wo die Angebote mehr Sinn machen, ob auf DB- oder kommunalen Flächen.“ Die sieben für die Stellplatzreservierung vorgesehenen Parkplätze zum Beispiel seien heute nicht für die Öffentlichkeit verfügbar – durch das Pilotprojekt würden sie es werden.

Parkhaus Österfeld könnte eingebunden werden

Zum Punkt Stellplatzreservierung fragte Volker Schweizer (Grüne): „Wollen wir die Autos nach Vaihingen holen? Wären Pkw-Stellplätze außerhalb nicht sinnvoller?“ Zudem wollte er wissen, ob das Mobilitätszentrum nicht östlich der Fernverkehrszug-Gleise sinnvoller wäre, weil der Standort näher am Synergiepark liege. Ins gleiche Horn blies Ulrich Bayer von der CDU. Auch fragte er, warum das Pilotprojekt nur den Vaihinger Bahnhof umfasse und nicht das Park-and-ride-Parkhaus Österfeld am Gewerbegebiet Step, dass „fast leer“ stehe.

Laut Plänen von Smart City DB ist eine mögliche Erweiterung der Mobilitätsstation östlich der Gleise, also am Zugang zum Synergiepark, denkbar. „Und wir sind offen für eine Einbindung des Parkhauses Österfeld“, sagte Philipp Henzgen. Sollte auf dem ehemaligen Aurelis-Areal, für welches eine Bürgerbeteiligung läuft, ein Mobility-Hub, also ebenfalls eine Mobilitätsdrehscheibe, entstehen, wie derzeit im Raum steht, sieht Henzgen darin keine Schwierigkeiten, sondern eher eine Ergänzung. „Das sehe ich nicht als Konkurrenz“, sagte er.




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