Barbara Benz im Interview Einrichtungsplanung trotz Lockdown: Es geht auch virtuell

Sie träumen von einem neuen Sofa? Oder möchten Ihre Einrichtung komplett neu planen, doch die Geschäfte sind geschlossen? Im Interview spricht Barbara Benz, die Geschäftsführerin von architare, über virtuelle Einrichtungsberatung im Video-Chat, moderne Techniken wie Augmented Reality und Material-Collagen, die den sinnlichen Eindruck von Möbeloberflächen und Stoffen auch im Lockdown ermöglichen.

Barbara Benz (links) und Katharina Schott sind auch während des Lockdowns für ihre Kunden erreichbar.  Foto: Tomislav Vukosav 12 Bilder
Barbara Benz (links) und Katharina Schott sind auch während des Lockdowns für ihre Kunden erreichbar. Foto: Tomislav Vukosav
WhatsApp E-Mail LinkedIn Flipboard Pocket Drucken

Frau Benz, Sie bieten Ihren Kunden eine virtuelle Einrichtungsberatung an. Wie funktioniert das?

Unsere Kunden kontaktieren uns zunächst telefonisch oder per Email und vereinbaren mit unseren Einrichtungsberatern einen Termin. Wir können sie dann telefonisch beraten oder im Video-Chat via Skype, Facetime, Teams, Zoom oder Whatsapp. Hier haben die Kunden die freie Wahl!

Welche Anliegen haben Ihre Kunden?

Einige haben Fragen zu bestimmten Möbeln. Sie wollen wissen, in welchen Maßen zum Beispiel ein Schrank von Interlübke erhältlich ist oder welche Stoffbezüge bei speziellen Sofas und Sesseln von Walter Knoll, B&B Italia oder Cassina zur Auswahl stehen. Unsere Einrichtungs-Experten arbeiten aus dem Homeoffice – einige auch alleine im Store, um mit den Kunden via Handy durch die Ausstellung zu gehen. Alle Detailfragen zu den Produkten sowie ganzheitliche Lösungen können so auf modernem Wege gemeinsam geklärt werden.

Sie arbeiten bei architare auch mithilfe von Augmented Reality. Wie funktioniert das?

Per Augmented Reality lässt sich jedes beliebige Möbel virtuell in den eigenen vier Wänden platzieren, verrücken und immer wieder neu konfigurieren. Einer der Vorreiter auf diesem Gebiet ist unser Partnerunternehmen Walter Knoll. Mit Hilfe der frei zugänglichen App pCon.box sieht man sofort, ob beispielsweise der gewünschte Sessel zum vorhandenen Sofa passt und in welchem Bezugsstoff er sich am besten ins Ambiente einfügt.

Wie funktioniert eine umfangreiche Einrichtungsberatung in Zeiten von Corona?

Hier gilt eigentlich das Gleiche wie bei der analogen Einrichtungsberatung. Je mehr wir über die Vorlieben, Gewohnheiten und räumlichen Voraussetzungen wissen, desto individueller können wir beraten. Deshalb führen wir mit unseren Kunden ausführliche Gespräche, in denen wir uns mit ihren Vorstellungen und Anforderungen vertraut machen. Hilfreich sind natürlich auch Pläne der Räume und Bilder des Ist-Zustands der Wohnung. Einige unserer Kunden lassen sich im Videochat beim Rundgang durch ihre Räume begleiten. Auf Grundlage der Vorstellungen unserer Kunden, der Raumsituation und des Budgets erstellen wir dann die Planung. Auf Wunsch auch eine detailgenaue 3D-Visualisierung, die unsere Einrichtungsideen sehr schnell verständlich macht.

War die Planung auf Distanz für architare ein großer Umstellungsprozess?

Ja und Nein. Einerseits vermissen wir in unseren Läden in Nagold und im Stuttgarter Dorotheen Quartier natürlich sehr den persönlichen Austausch mit unseren Kunden, die auch einfach mal spontan vorbeikommen, einen Espresso bei uns trinken und sich von unseren Neuheiten in der Ausstellung inspirieren lassen. Auf der anderen Seite ist für uns als überregional und international arbeitendes Einrichtungsunternehmen die Planung auf Distanz kein Novum. Aufgrund unserer Auslandsprojekte wenden wir schon länger Videocalls und Telefonkonferenzen für die Abstimmung mit unseren Kunden an. Das funktioniert erfahrungsgemäß sehr gut!

Und wie können die Kunden bei der virtuellen Einrichtungsberatung ein Gefühl für die vorgeschlagenen Möbeloberflächen, Stoffe und Lederbezüge bekommen?

Um unseren Kunden einen sinnlichen Eindruck zu vermitteln, stellen wir Materialcollagen und Musterboxen zusammen. Sie zeigen sehr schön die Haptik der vorgeschlagenen Möbeloberflächen, Teppiche, Vorhänge, Stoff- und Lederbezüge. Diese Musterboxen versenden wir dann ganz analog per Post. Kunden, die in der Nähe unserer Stores wohnen, können sie natürlich auch direkt bei uns am Laden abholen.

Seit Anfang Januar ist in Baden-Württemberg Click and Collect erlaubt. Wie kommt das bei Ihren Kunden an?

Bestellungen können bei uns telefonisch und per E-Mail aufgegeben und dann nach Vereinbarung kontaktlos am Laden abgeholt werden. Das funktioniert bei Accessoires wie Kissen oder Vasen sehr gut. Größere Möbel liefern wir natürlich wie gewohnt nach Hause und montieren sie beim Kunden. Auch an diesem Service von architare hat sich somit nichts verändert.