Basketball in den USA Russell Westbrook bricht Uraltrekord

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Der Basketball-Star zieht mit seinem 42. Triple Double in dieser Saison in der ewigen Bestenliste der US-Profiliga NBA an dem legendären Oscar Robertson vorbei, der 55 Jahre in dieser Statistik vorne lag.

Nummer 0 ist nicht zu stoppen: Russell Westbrook lässt seiner Freude freien Lauf. Foto: AP
Nummer 0 ist nicht zu stoppen: Russell Westbrook lässt seiner Freude freien Lauf. Foto: AP

Stuttgart - Wenn selbst die gegnerischen Fans aufstehen und anhaltend applaudieren, ist das vielleicht die allergrößte Auszeichnung für einen Sportler. 4:17 Minuten vor dem Spielende hielt es am Sonntagabend auch die Anhänger der Denver Nuggets im Heimspiel gegen Oklahoma City Thunder nicht mehr auf den Sitzen, so historisch mitreißend war der Moment. Mit seinem zehnten Assist des Tages brach Russell Westbrook da den Uraltrekord für die meisten Triple Doubles in einer Saison in der nordamerikanischen Basketball-Profiliga NBA.

Mit einem Dreipunktekorb in letzter Sekunde aus knapp elf Meter Entfernung zum 106:105-Auswärtssieg seiner Mannschaft krönte der 28-Jährige später noch sein 42. Triple Double dieser Spielzeit (und beendete die Partie mit 50 Punkten, 16 Rebounds und zehn Vorlagen). Damit brach er die bisherige Bestmarke von Oscar Robertson, die immerhin 55 Jahre Bestand hatte. „Sehr, sehr gesegnet“ fühlte Russell Westbrook sich danach und dankte wie in einer Oscars-Rede den Mitspielern, Trainern, Funktionären, Fans und Familienmitgliedern, „dass sie an mich geglaubt haben und mir ermöglichen, das zu tun, was ich tue“.

Russell Westbrook ist so gut wie nie

Was er in dieser Saison tut, ist schlichtweg brillant. Der flinke Spielmacher ist ein Spätberufener, der lange unterschätzt wurde und im Schatten anderer stand. Er ist jedoch Jahr für Jahr besser geworden und mittlerweile auf dem Zenit seiner Schaffenskraft. Schon vor den letzten zwei Spielen der Hauptrunde steht fest, dass er diese als zweiter Spieler der Geschichte nach jenem legendären Oscar Robertson in der Saison 1961/62 mit zweistelligen Werten in den drei Hauptstatistiken beenden wird.

Der sogenannte MVP-Titel für den wertvollsten Akteur dieser NBA-Spielzeit ist dem Olympiasieger von 2012 trotzdem noch nicht sicher. Er ist zwar der Favorit, hat jedoch knallharte Konkurrenz von dem 27 Jahre alten James Harden (Houston Rockets). Die guten Freunde, die von 2009 bis 2012 Teamgefährten in Oklahoma City waren, übertrumpfen sich schon die ganze Runde über mit Galaauftritten.

Kopf-an-Kopf-Rennen um den MVP-Titel

Die beiden gebürtigen Kalifornier sind die zwei wohl besten Allrounder der NBA. Russell Westbrook führt die Liga mit 31,9 Punkten im Durchschnitt vor James Harden (29,3) an. Bei den Vorlagen ist dagegen James Harden (11,3) der Beste, Russell Westbrook (10,4) liegt auf Rang drei. Und überdies sind die beiden die besten Guards in Sachen Rebounds: Der 1,91 Meter große Russell Westbrook rangiert bei den eingesammelten Abprallern trotz seiner Längennachteile unter lauter Centern und Power Forwards in den Top Ten (Platz zehn/10,7), der 1,96 Meter große James Harden folgt auf Position 21 (8,1).

„Es ist eine große Errungenschaft“, sagte James Harden über den neuen Rekord seines Kumpels, nachdem er am Sonntagabend beim 135:128-Auswärtssieg seiner Houston Rockets selbst sein 21. Triple dieser Saison geschafft hatte. Hinsichtlich des Kopf-an-Kopf-Rennens um den MVP-Titel befand er: „Ich denke, dass es ums Gewinnen geht, Punkt.“ Die Zahl der Saisonsiege spricht für ihn (54 zu 46). Allerdings hat er ein besseres Team um sich als Russell Westbrook. Der 28-Jährige hat Oklahoma City Thunder, das vor der Saison den Abgang des Stars Kevin Durant zu den Golden State Warriors verschmerzen musste, mit seinen famosen Leistungen fast im Alleingang in die Play-offs geführt. Als sechstbeste Mannschaft der Western Conference wird das Team zum Auftakt der Endrunde dann auf den Drittplatzierten treffen – die Houston Rockets mit James Harden.

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