Basketball in Fellbach Der Verlust des Anführers schmerzt gleich doppelt

Von Harald Landwehr 

Der Basketball-Regionalligist SV Fellbach muss künftig auf Andre William „Scooter“ Gillette verzichten. Der 30-jährige US-Amerikaner war in den vergangenen beiden Jahren nicht nur der Topscorer und beste Rebounder bei den Fellbacher Basketballern, sondern auch ein Anführer auf dem Feld.

Andre William Gillette will mehr Zeit mit seiner  Familie verbringen. Foto: Patricia Sigerist
Andre William Gillette will mehr Zeit mit seiner Familie verbringen. Foto: Patricia Sigerist

Fellbach - Die längste Zeit seit Beginn der Coronavirus-Pandemie Mitte März hat Ignas Sijanas in Irland verbracht. Denn auf der grünen Insel in der Nordsee besitzt der Trainer des Basketball-Regionalligisten SV Fellbach seit einigen Jahren ein Haus. Vor wenigen Tagen ist der 30-Jährige dann für einige Erledigungen und für Familienbesuche in sein Heimatland Litauen gereist.

Im eigenen Kader ist mittlerweile klar, dass sechs Akteure definitiv weiter mit dabei sind

In der zweiten Juli-Hälfte wird er dann auf seinem Europa-Trip wieder in Fellbach erwartet, wo am 3. August in der Gäuäckerhalle I die Vorbereitung auf die neue Spielzeit in der vierthöchsten deutschen Klasse bei den Männern beginnen soll. „Wir telefonieren seit Mitte März täglich miteinander, besprechen die Namen und Statistiken von möglichen Zugängen und schicken uns Videos, damit wir diese Jungs auch in Spielszenen analysieren können“, sagt Andreas Tsiminos, der nicht nur als Abteilungsleiter beim SV Fellbach, sondern auch als Chef seiner Cannstatter Firma der Vorgesetzte des Litauers ist.

In der zweiten Saison unter der Regie von Ignas Sijanas soll es für die Fellbacher nach dem zehnten Platz in der aufgrund der Corona-Krise vorzeitig abgebrochenen Runde sportlich wieder ein ganzes Stück nach vorn gehen. „Der Topfavorit auf den Meistertitel dürfte der TV Idstein sein. Allerdings gehe ich davon aus, dass es ein sehr enges Rennen wird, weil alle Vereine finanzielle Abstriche machen müssen und deshalb nicht mehr so sehr auf ausländische Profis setzen können“, sagt Andreas Tsiminos.

Der sportlich schmerzhafteste Abgang ist indes jener von Andre William „Scooter“ Gillette

Im eigenen Kader ist mittlerweile klar, dass sechs Akteure definitiv weiter mit dabei sind: James Arbinger, Eldin Azemovic, Lasse Steinort, Ivan Kuzmann und die beiden Litauer Vilius Sermokas und Titas Klevinskas. Dazu würde Andreas Tsiminos gerne Patrick Oksar sowie Colin und Vincent Anwender sowie Nico Reiling, die alle drei schon für die erste Mannschaft aufgelaufen sind, aus dem eigenen Landesliga-Team nach oben beordern. Die drei Nachwuchstalente Jovan Vukovic, Tomislav Sagoj und Martkan Kumtepe sollen im Gegenzug den Weg in die zweite Mannschaft antreten und dieser zum Aufstieg in die Oberliga verhelfen. Nicht mehr mit dabei sind beim Trainingsstart zudem der letztjährige Zugang Ogechi Nebo, für den laut Andreas Tsiminos die Regionalliga noch eine Stufe zu hoch war, und der Routinier David Rotim. Letztgenannter soll eventuell Ignas Sijanas als Co-Trainer und für mögliche personelle Notfälle als Spieler zur Verfügung stehen.

Drei bis vier weitere Zugänge sollen die entstandenen Lücken noch schließen

Der sportlich schmerzhafteste Abgang ist indes jener von Andre William „Scooter“ Gillette. Der 30-jährige US-Amerikaner war in den vergangenen beiden Jahren nicht nur der Topscorer und beste Rebounder bei den Fellbacher Basketballern, sondern auch ein Anführer auf dem Feld: „Dieser Verlust tut vor allem auch menschlich sehr weh. Aber er hat uns mitgeteilt, dass er die nächsten Monate bei seiner Familie in Philadelphia verbringen möchte und vorerst kein neues sportliches Engagement in Europa anstrebt“, sagt Andreas Tsmininos, der allerdings eine neuerliche Zusammenarbeit mit dem sympathischen Akteur für die Zukunft nicht kategorisch ausschließt.

Drei bis vier weitere Zugänge sollen die entstandenen Lücken noch schließen. Einer davon könnte ein weiterer Litauer sein, den Trainer Ignas Sijanas eventuell mitbringt, ein weiterer Gillettes Vorgänger Nick O’Brian Mosley. Der stand zuletzt zwei Jahre beim Ligarivalen MTV Stuttgart unter Vertrag und ist einer Rückkehr zum SVF wohl nicht abgeneigt.




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