Basketball MHP Riesen: Tortur und Traumstart

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Für die Ludwigsburger Basketballer beginnt nach drei Qualifikationsrunden nun die Gruppenphase der Champions League. Nach einem gelungenen Saionsstart mit acht Siegen in acht Spielen ist das Ziel ist das Achtelfinale.

Wieder im gelben Trikot Foto: Baumann
Wieder im gelben Trikot Foto: Baumann

Ludwigsburg - Das nennt man Start nach Maß. Acht Pflichtspiele haben die Basketballer der MHP Riesen Ludwigsburg in dieser Saison bestritten – und noch keines verloren. Ob das nicht langsam unheimlich wird? „Das ist ein optimaler Auftakt – nicht mehr und nicht weniger“, sagt der Vorsitzende Alexander Reil gelassen.

Bundesliga

Nach der strapaziösen Qualifikationsrunde der Champions League mit sechs Spielen und sechs Siegen hat die Mannschaft diese Erfolgsserie nahtlos in die Liga übertragen und sowohl in Bremerhaven als auch gegen die Frankfurt Skyliners souverän gewonnen – und sogar Lob vom Gegner geerntet. „Die Intensität in der Defensive war überragend“, sagte etwa Frankfurts Trainer Gordon Herbert. Und der Schlüssel zum Erfolg: „Die Spieler passen perfekt in unser System“, sagt Riesen-Coach John Patrick – soll heißen: In der vorigen Saison war das nicht immer der Fall.

Neuzugang

Am Montag wurde noch ein ­alter Bekannter vorgestellt. Rocky Trice kommt als siebter (überzähliger) Ausländer zurück. Und als Allzweckwaffe. Die ist auch nötig, um immer mal wieder einem Spieler eine Pause zu gönnen. „Das Programm ist unmenschlich“, sagt Patrick zu der Tortur mit jetzt wieder fünf Spielen in zehn Tagen. Deshalb hat er am Sonntag munter durchrotiert, wobei lediglich Mateo Seric nicht zum Einsatz kam. Aus gutem Grund: Das Eigengewächs hatte am Samstag schon in der Regionalliga und am Sonntagfrüh in der Nachwuchsliga gespielt.

Champions League

„Wir werden die bisherigen Spiele nicht überbewerten“, sagt Reil, „es kommen auch noch andere Kaliber.“ Zum Beispiel an diesem Dienstag (20 Uhr) zum Auftakt der Gruppenphase in der Champions League Paok Saloniki. „Das ist ein europäisches Topteam“, sagt Patrick über den zweimaligen Meister und dreifachen Pokalsieger des Landes sowie Europapokalsieger. Dort spielt in Kevin Dillard sogar ein Profi, der schon mal ein kurzes Intermezzo bei den Riesen gegeben hat, wobei sich der Kader neben einigen US-Importen lediglich aus einheimischen Spielern zusammensetzt. „Natürlich wollen wir weiterkommen“, betont Reil. Um das Achtelfinale zu erreichen, muss man mindestens Vierter (von acht Mannschaften) werden.

Organisation

Der Verein hat nach den vergangenen zwei Jahren auf europäischer Bühne schon etwas Übung in der Organisation solcher Spiele, die speziell gegen Clubs aus der Türkei oder eben Griechenland einen besonderen Aufwand erfordern: Stichwort Sicherheit. Für den 640 Zuschauer fassenden Gästeblock waren bis zum Wochenende rund 400 Karten verkauft, der Rest wird für die Abendkasse zurückgelegt. Insgesamt reduziert sich das Fassungsvermögen auf etwa 3800 Plätze. Patrick hofft, „dass die Halle voll wird“.

Ausblick

Diese Woche hat es in sich. Am Freitag steht in der Liga noch das dritte Heimspiel innerhalb von nur sechs Tagen an. Zu Gast sind dann die Gießen 46ers. Doch damit nicht genug: Am Sonntag geht’s nach Braunschweig, zwei Tage später wird auf Teneriffa wieder Champions League gespielt. „Im Moment denken wir nur von Spiel zu Spiel“, sagt der Trainer – und ist damit bisher gut gefahren.

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