Bauboom in Böblingen Die Baugesellschaft lässt es krachen

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Wuchtige Hammerschläge symbolisierten am Dienstag den Abriss des City-Centers in Böblingen, das einem neuen Wohn- und Geschäftshaus weichen soll. Mit diesem 100-Millionen-Euro-Projekt will Böblingen sein Gesicht für immer verändern.

Der  Oberbürgermeister Stefan Belz (vorne) und der Chef der Böblinger Baugesellschaft Rainer Ganske schlagen zu: Das alte City-Center an der Olgastraße wird abgerissen, bis Weihnachten soll das Gebäude verschwunden sein. Foto: factum/Granville
Der Oberbürgermeister Stefan Belz (vorne) und der Chef der Böblinger Baugesellschaft Rainer Ganske schlagen zu: Das alte City-Center an der Olgastraße wird abgerissen, bis Weihnachten soll das Gebäude verschwunden sein. Foto: factum/Granville

Böblingen - Weg von der Autostadt, hin zur Menschenstadt“, das ist die neue Strategie der Stadt Böblingen, die jetzt das 40 Jahre alte City-Center zu Fall gebracht hat. Mit zwei Vorschlaghämmern zerbrachen der Böblinger Oberbürgermeister Stefan Belz und Rainer Ganske von der Böblinger Baugesellschaft die Gipsplatten auf der alten Eingangstür des Kaufhauses zwischen Olgastraße und Wolfgang-Brumme-Allee. Es war gewissermaßen ein schlagkräftiges Symbol dafür, dass der Betonriegel weichen wird zugunsten eines Wohn- und Geschäftshauses. Es liegt in Böblingens Top-Handelslage am Bahnhof, von daher scheint der Name „Pulse“ von der Böblinger Baugesellschaft (BBG) gut gewählt.

100 Millionen Euro werden investiert

Die Summe, die von der BBG investiert wird, ist gewaltig: 100 Millionen Euro kostet es, hier rund 13 000 Quadratmeter Gewerbefläche, rund 6000 Quadratmeter Wohnfläche sowie eine dreistöckige Tiefgarage zu errichten. Dazu kommt, dass die Gebäude mitten in ehemaligem Sumpfgelände stehen und eine aufwendige Pfahlgründung erforderlich sein wird, die vor allem auch auf die Nachbargebäude große statische Auswirkungen hat.

Im Jahr 2017 hat Rainer Ganske den Baugrund in Berlin von einer Londoner Asset-Firma erworben und mit seinem Stab drei Jahre lang geschuftet, um das Baugesuch und die Pläne fertig zu bekommen, die durch einen Architektur-Wettbewerb entstanden sind. Heraus gekommenen sind kleinere Wohntürme, die auf Gewerbeflächen aufsitzen. Das heißt, wer in die 84 Wohnungen zieht, der muss fürs Einkaufen nicht einmal das Haus verlassen, sicher ein Vorteil im Alter.

„Wir machen gerade die Mietverträge fertig“

Rainer Ganske lässt sich noch nicht in die Karten gucken, welche Einzelhandelskette dort einziehen soll, aber „wir machen gerade die Mietverträge fertig“. Ihm ist nicht bange, dass sich genügend Kundschaft findet. Auch werde die Handelsstruktur im neuen Gebäude nicht mit dem benachbarten Einkaufszentrum Mercaden konkurrieren. Zudem werden durch die anderen großen Wohnbau-Projekte zwischen Autobahn und Konrad-Zuse-Straße Hunderte von Menschen in die Innenstadt kommen, die alle irgendwo einkaufen müssen. Bis Weihnachten soll das City-Center mitsamt seiner baufälligen Tiefgarage abgerissen sein, etwa 4500 Tonnen Schutt werden die Laster abtransportieren müssen. Die Wolfgang-Brumme-Allee wird dabei möglicherweise eine Zeit lang halbseitig gesperrt.

Treten keine unangenehmen Überraschungen auf, wird das Gebäude im Jahr 2024 fertig sein. Dann gibt es auch einen Durchgang, der die Wilhelmstraße mit der Wolfgang-Brumme-Allee verbindet und die Stadt für Fußgänger wieder besser durchlässig macht, gemäß dem neuen Leitbild der Stadtplanung.




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