Im Weilimdorfer Stadtteil Giebel baut die Baugenossenschaft Flüwo sieben Häuser mit 29 Mitwohnungen.

Giebel - An der Stelle, an der vor kurzem noch 19 Garagen standen für Bewohner des Punkthochhauses am Sandbuckel, klafft eine riesige Baugrube. Hier wird eine Tiefgarage entstehen und darüber vier miteinander verbundene Einzelhäuser. Weil der Bauherr, die Baugenossenschaft Flüwo mit Hauptsitz in Degerloch, von der Stadt ein Zwischengrundstück gekauft hat, kann das Projekt bis an der Giebelstraße entlang erweitert werden, mit drei weiteren Häusern. Das Vorhaben wurde nun in der aktuellen Sitzung des Bezirksbeirates vorgestellt.

Entstehen werden insgesamt sieben zweigeschossige Häuser mit insgesamt 29 Mietwohnungen. Die Häuser selbst werden laut Roman Holz „den Charakter von Einzelhäusern“ haben. Durch die Gruppierung in eine Vier- und eine Dreier-Einheit sowie durch versetzte Bauweise in den Einheiten und den dadurch entstehenden Durchgängen werde „die Wohnanlage einen familiären Charakter bekommen“. Als Besonderheit nannte Holz noch die „Landschaftlichkeit“ der Anlage, was „Wohnen im Grünen“ ermögliche.

Wohnflächen reichen von 58 bis 118 Quadratmeter

Geplant sind acht Wohnungen mit zwei Zimmern und jeweils zehn mit drei und vier Zimmern. Auf dem Vierer-Komplex wird zudem eine Maisonette-Wohnung entstehen. Fünf Wohnungen werden als sozial geförderter Wohnraum ausgeführt. Die Wohnflächen reichen von 58 bis 118 Quadratmeter. Eine weitere Besonderheit ist die Art, wie die Häuser der einzelnen Gruppen verbunden werden: über außen geführte Laubengänge. Da diese auch über einen ebenfalls außen gesetzten Aufzug zugänglich sind, werden alle Wohnungen barrierefrei erschlossen. In der Tiefgarage unter der Vierergruppe werden 62 Stellplätze zur Verfügung stehen. Der Überhang wird den Bewohnern des benachbarten Hochhauses angeboten. Das elfgeschossige Gebäude mit seinen rund 80 Wohnungen ist ebenfalls Eigentum der Baugenossenschaft. Eine Verbindung, die auch im energetischen Konzept wirksam wird: Die Grundlast für Warmwasser und Heizung wird für beide Komplexe von einer neuen Gasbrennwert-Anlage bedient. Die störungsanfällige Holzpellets-Anlage fürs Hochhaus wird dann „nur noch zur Absicherung von Spitzenlasten genutzt“, wie Martin Mezger erklärte.

Auch in Zusammenhang mit der laufenden „Energieoffensive Weilimdorf“ wollte Annekatrin Essig (Bündnis 90/Die Grünen) wissen, inwiefern eine „energieeffiziente Versorgung, etwa Kraftwärme-Kopplung“, geprüft worden sei. Mezger versicherte, dies sei geschehen – und verwies auf ein Objekt der Genossenschaft in Esslingen: „Dort nutzen wir Erdwärme. Dies ist aber die teuerste Lösung.“

Vorhaben wurde im Bezirksbeirat allgemein begrüßt

Insgesamt wurde das Vorhaben im Gremium allgemein begrüßt. Michael Schrade (Freie Wähler) fand das Vorhaben angesichts der vorgestellten Visualisierungen „sehr gelungen und auch von der Größe her akzeptabel“. Er erwarte hier „schöne Wohnungen für ein Wohnen im Grünen“. Die gläserne Schallschutzwand, die auf der Frontseite zur Giebelstraße zwischen den Häusern vorgesehen ist, fand er allerdings „ein bisschen übertrieben“. Mezger erklärte, dies sei dem gegenüberliegenden Sportplatz geschuldet. Die Stadt habe dies aufgrund eines Lärmschutzgutachtens verlangt: „Weil dies ein reines Wohngebiet ist, ist die Maßnahme notwendig.“ Auch Friedrich Mutschler (SPD) zeigte sich „froh, dass hier Wohnraum geschaffen wird“. Kritisch sah er allerdings die Verkehrssituation, zumal es am Sandbuckel „sowieso schon sehr eng zugeht“.

Insgesamt wird mit einer Bauzeit von 15 Monaten gerechnet. Da im Bereich Sandbuckel bereits gestartet wurde, meinte Holz, „dass vielleicht Mitte nächsten Jahres die ersten Mieter einziehen können“. Interessenten gebe es bereits.

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