Bauprojekt in Waldenbuch Ein Haus voller Leben und keine Bausünde

Von Claudia Barner 

Die Diskussion über die Bebauung der Wiese am Hallenbadparkplatz in Waldenbuch ist eröffnet. Die Verwaltung stellte Pläne vor. Im Herzen des Kalkofens soll bloß keine Bausünde hin, hieß es im Gemeinderat. Die Bürger sollen zunächst einmal jedoch außen vor gelassen werden.

Auf der Wiese am Hallenbad könnte ein Mehrgenerationenhaus entstehen. Foto: Claudia Barner
Auf der Wiese am Hallenbad könnte ein Mehrgenerationenhaus entstehen. Foto: Claudia Barner

Waldenbuch - Der Startschuss für das nächste Waldenbucher Großprojekt ist gefallen. Die Stadtverwaltung hat am Dienstagabend im Gemeinderat erste Planungsüberlegungen zum Bau eines Mehrgenerationenhauses auf der Wiese am Hallenbadparkplatz auf dem Kalkofen vorgelegt. Die beiden Modelle zeigen einen offenen und einen geschlossenen Baukörper, der sich in Höhe und Form an den Vorgaben des Bebauungsplans und den mehrgeschossigen Häusern in der Nachbarschaft orientiert. Die Überlegungen beziehen sich derzeit nur auf die Gebäudehülle. Welche Bedürfnisse es tatsächlich gibt und wie das Haus mit Leben gefüllt werden kann, wird Thema der Klausurtagung des Gemeinderats am 17. und 18. März sein.

„Es ist noch alles offen. Wir leiten heute nur die Phase der Beratung ein“, bekräftigte Bürgermeister Michael Lutz. Zumindest so viel steht fest: Der Bau eines Mehrgenerationenhauses auf der Hallenbadwiese ist möglich. Das Stuttgarter Architekturbüro ARP hat im Auftrag des Technischen Ausschusses eine Machbarkeitsstudie erstellt. Dabei hat sich gezeigt: „Der Standort bietet sich nach heutigem Planungsstand aufgrund der kurzen Wege für die Realisierung eines Mehrgenerationenhauses an.“ Durch die angedachte Kombination mit einer Kindertageseinrichtung würden sich automatisch generationenübergreifende Begegnungen ergeben.

Strukturen aufbauen, die für Jahrzehnte Bestand haben

Ob die Kinderbetreuung tatsächlich in das Gebäude integriert werden soll, ist im Moment nur eine von vielen offenen Fragen. Als weitere Nutzungsmöglichkeiten stehen unter anderem folgende Angebote zur Diskussion: Wohnungen für Jung und Alt, eine Senioren-WG, Tagespflegeplätze, ein Generationen-Treff, Vereinsräume, die gewerbliche Nutzung zum Beispiel durch eine Gastronomie, aber auch der Aufbau eines stationären Pflegeangebots. „Wir müssen uns bei unseren weiteren Planungen intensiv mit dem Bedarf beschäftigen“, stellte Bürgermeister Michael Lutz in Aussicht. Es gehe nun darum, Strukturen aufzubauen, die in den nächsten Jahrzehnten Bestand haben. „Das wird eine spannende und anspruchsvolle Aufgabe sein“, sagte er.

In den Prozess sollen möglichst bald auch die Bürger eingebunden werden. „Wir brauchen die lokale Kompetenz und die persönliche Erfahrung der Waldenbucher“, sagte FWV-Fraktionssprecherin Annette Odendahl. Sie stellte den Antrag, kurz nach der Klausurtagung zu einem eintägigen Workshop einzuladen. „Dann können die Ergebnisse frühzeitig in die weiteren Planungen einfließen“, erklärte sie.

Die Bürger erst später mit ins Boot nehmen

Was die optische Gestaltung des geplanten Mehrgenerationenhauses betrifft, sah die Stadträtin noch Informationsbedarf. „Das Grundstück ist das Schmuck- und Herzstück des Kalkofens. Wir sollten uns hier keine baulichen Sünden erlauben“, sagte sie und regte die Beauftragung eines Alternativbüros oder die Ausschreibung eines eingeschränkten Architektenwettbewerbs an.

Auch die Kollegen aus den anderen Fraktionen möchten die Bürger mit ins Boot nehmen. Wann ein erster Austausch stattfinden soll, wollten sie jedoch noch offenlassen. „Jetzt schauen wir doch erst einmal, was bei der Klausur herauskommt“, argumentierte SPD-Rat Ulrich Doster.

CDU-Kollege Alf-Dieter Beetz bewertete den Antrag der Freien Wähler als verfrüht. Er wolle in der aktuellen Phase frei und offen reagieren und kreativ gestalten können. Auch Bürgermeister Michael Lutz warnte davor, ohne klare Vorstellungen in einen Workshop mit den Bürgern zu gehen. „Das dient dem Chaos“, sagte er. Jetzt gehe es erst einmal darum, in Ruhe den roten Faden zu definieren. Die Mehrheit der Räte sah das genauso. Der FWV-Antrag wurde mit zehn Nein-Stimmen und sieben Ja-Stimmen abgelehnt.




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