Bauprojekt mitten in Backnang Neue Pforte zur Innenstadt

Anfang 2020 sollen die Kronenhöfe stehen  – hier der künftige Blick vom Schillerplatz auf die geplanten Gebäude. Foto: Baurmann und Dürr
Anfang 2020 sollen die Kronenhöfe stehen – hier der künftige Blick vom Schillerplatz auf die geplanten Gebäude. Foto: Baurmann und Dürr

Die Kronenhöfe mitten in der Backnanger City sollen Geschäfte, Büros und ein paar Dutzend Wohnungen beherbergen. Die Projektpartner rechnen mit Gesamtkosten von 25 bis 30 Millionen Euro.

Rems-Murr/ Ludwigsburg: Martin Tschepe (art)
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Backnang - Die schlanken, bis zu fünfstöckigen Gebäude sollen spitze Dächer bekommen. Sie werden aussehen, wie ein Kleinkind ein Haus malt. Die Architekten sagen, sie hätten den Archetypus des Hauses gewählt, man könnte auch sagen: den Klassiker. Die bis dato enge, dunkle Eduard-Breuninger-Straße in Backnang soll stark verbreiterte Gehwege bekommen – mit Platz zum Flanieren. Im Erdgeschoss werden Geschäfte und womöglich ein Café einziehen. In den Obergeschossen sind Büros, Praxen und mehrere Dutzend Wohnungen geplant. So stellen sich die Projektpartner die Kronenhöfe vor, die im Jahr 2020 zwischen dem Obstmarkt und dem Schillerplatz bezugsbereit sein sollen.

Andreas Benignus vom Aspacher Bauträger Aspa und Jürgen Schwab von der Kronenhöfe GmbH kommen schnell ins Schwärmen, wenn sie von dem auf 25 bis 30 Millionen Euro taxierten Gebäudekomplex sprechen. Die Kronenhöfe sollen eine neue Pforte zur Backnanger Innenstadt bilden.

Volksbank Backnang ist Projektparnter

Kronenhöfe – der Name sei „eine Referenz an unsere Stadtgeschichte“, sagt der Backnanger OB Frank Nopper. Die Eduard-Breuninger-Straße hieß einst Kronenstraße. Und im Gasthaus Krone arbeitete von 1912 bis 1936 der Kreditverein Backnang, die heutige Volksbank Backnang. Hinter der Kronenhöfe GmbH stehen die Volksbank und die Aspa. Nopper sagt, für die Sanierung der Innenstadt „brauchen wir private Bauherren“. Bis dato bilde die Breuninger-Straße „einen Sperrriegel“ in Richtung Obstmarkt. Künftig solle es möglich sein, vom Bahnhof direkte ins Herz der Altstadt zu gelangen. Die Vorstadt soll also mit der Innenstadt verbunden werden. Die Kommune habe „mit der Geduld eines Esels und dem langen Atem eines Marathonläufers Gebäude erworben“, so der OB.

Diese Grundstücke inklusive Altbauten sind von den Projektpartnern übernommen worden. Anfang nächsten Jahres sollen die Abrissbagger anrücken und die alten Gebäude schleifen, berichtet Benignus. Abgebrochen werden unter anderem das Hotel Holzwarth und das Gebäude, in dem einst das Zentralkaufhaus untergebracht war. Die Wohnungen sollen zwei bis viereinhalb Zimmer haben und alle barrierefrei zu erreichen sein. Vorgesehen seien mehrere Geschosse im Untergrund für Tiefgaragenstellplätze. Im ersten, spätestens im zweiten Quartal 2018 sollen die Bauarbeiten beginnen.

OB Nopper: setzten dem Quartier die Krone auf

Die Kronenhöfe GmbH hatte einen Architektenwettbewerb ausgelobt – was bei privaten Bauprojekten nicht unbedingt üblich ist. 13 Juroren haben dann aus vier Teilnehmern den Sieger gekürt: das Architekturbüro Baurmann/Dürr aus Karlsruhe. In der Jury saßen Architekten, Vertreter der Stadt und die Kronenhöfe GmbH. Wichtig sei es der Jury gewesen, dass sich der Neubau nahtlos in die Innenstadt einfüge. Auch auf eine sinnvolle Mischung aus Wohnraum und Gewerbe sei Wert gelegt worden, so Benignus und Schwab. Auf gut der Hälfte der Flächen entstünden Wohnungen. Besonders wichtig war es den Vertretern der Stadt, dass die Passanten das Areal, das derzeit komplett bebaut ist, künftig durchqueren können. Benignus und Schwab sprechen von einladenden Freiflächen und ausreichend Parkraum.

Weitere Details, etwa die Quadratmeterpreise der Wohnungen, können oder wollen die Projektpartner noch nicht nennen. Der Oberbürgermeister sagt: „Wir werden in den nächsten Monaten noch über viele Details und Facetten dieses Projekts diskutieren.“ Viele städtebauliche Fragen müssten noch erörtert werden, sowohl mit den Stadträten als auch mit den Bürgern.

Die Anwohner in der verwinkelten Backnanger Innenstadt, so viel dürfte feststehen, müssen während der Abbruch- und der Bauarbeiten mit manchen Einschränkungen rechnen. Nopper ist aber sicher: „Wir sind auf den richtigen Weg und setzten dem Quartier die Krone auf.




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