Begriffserklärung Was ist ein Whistleblower?

Edward Snowden gilt als einer der bekanntesten Whistleblower. Foto: dpa/Glenn Greenwald
Edward Snowden gilt als einer der bekanntesten Whistleblower. Foto: dpa/Glenn Greenwald

Über sie werden Filme gedreht und Bücher geschrieben: Sogenannte Whistleblower riskieren ihren Job und ihren Ruf und genießen bei vielen dennoch ein hohes Ansehen. Doch was genau macht ein Whistleblower? Eine Begriffserklärung.

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Edward Snowden, David Kelly oder Daniel Ellsberg: Whistleblower wie sie gelten bei vielen als Helden. Aber was genau ist eigentlich ein Whistleblower?

Der Begriff „Whistleblower“ ist ein Anglizismus und bedeutet sinngemäß „etwas aufdecken“ oder, um beim Wortstamm zu bleiben, „jemanden zu verpfeifen“. Im Deutschen werden derartige Personen auch als Hinweisgeber oder Aufdecker bezeichnet.

Ein Whistleblower ist demnach eine Person, die brisante Informationen aus einem geschützten Zusammenhang veröffentlicht. So werden beispielsweise Hinweise auf Missstände in Unternehmen, Behörden oder in der Politik gegeben. Da der Whistleblower ebenfalls erst einmal an diese Informationen gelangen muss, ist es üblich, dass er in diesem Unternehmen Mitarbeiter oder Kunde ist.

Typische Fälle, über die Whistleblower berichten, stammen üblicherweise aus Bereichen wie Korruption, Bestechung, Menschenrechtsverletzungen, Straftaten oder dem Missbrauch von Daten. Hinweisgeber wollen demnach über ein unethisches und rechtswidriges Verhalten berichten und Missstände aufdecken.

Informiert ein Whistleblower die Medien oder die Öffentlichkeit über derartige Missstände, riskiert er dabei seine Karriere und seinen Ruf. Aus diesem Grund genießen Whistleblower in Teilen der Öffentlichkeit ein recht hohes Ansehen. Ihre Taten werden mit Zivilcourage in Verbindung gebracht. Wegen Geheimnisverrats werden Whistleblower allerdings ebenfalls häufig vor das Gericht gebracht.

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Um sie dennoch zu unterstützen wird seit 1999 alle zwei Jahre ein internationaler Preis für Whistleblower in Deutschland vergeben. Der wohl bekannteste Preisträger ist Edward Snowden, ein ehemaliger Mitarbeiter der US-amerikanischen Geheimdienste. Er deckte auf, wie und in welchem Umfang die Vereinigten Staaten und das Vereinigte Königreich die Telekommunikation und insbesondere das Internet überwachen.

 

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