Benefizgala in der Stadthalle Mit viel Glut Traumpoesie und Bildhaftigkeit

Von Alexander Walther 

Das Leonberger
Sinfonieorchester spielt zugunsten der Hospize in Leonberg und Weil der Stadt.

Das Sinfonieorchester Leonberg spielte wieder für einen guten Zweck. Foto: privat
Das Sinfonieorchester Leonberg spielte wieder für einen guten Zweck. Foto: privat

Leonberg - Der Rotary Club Leonberg-Weil der Stadt hat erneut zur Benefiz-Gala in die Stadthalle Leonberg eingeladen. Der Erlös des Konzertabends kommt wieder den Hospizen der Städte Leonberg und Weil der Stadt zugute.

Unter der inspirierenden Leitung von Alexander G. Adiarte erklang zunächst die Ouvertüre aus „Die erste Walpurgisnacht“ op. 60 von Felix Mendelssohn Bartholdy. Hier wird ein schlechtes Wetter beschrieben, das in fallenden Kaskaden und Arabesken in den Streichern stürmisch dargestellt wird. Traumpoesie, Stimmungszauber und Bildhaftigkeit traten bei dieser ausgefeilten Wiedergabe deutlich hervor.

Prickelnde Rhythmen

Grandezza und feuriger Esprit lebten bei der rasant musizierten Ouvertüre zur Oper „La Cenerentola“ von Gioachino Rossini immer wieder auf. Langgestreckte Ostinati, ein Crescendo mit glitzernder Thematik, prickelnde Rhythmen und zündende Marschthemen blitzten hier hervor.

Lydia Bach (Viola) interpretierte dann zusammen mit dem einfühlsam begleitenden Sinfonieorchester Leonberg unter Alexander G. Adiarte die Romanze für Viola und Orchester op. 85 von Max Bruch. Selbst Pathos, Schwung und lyrisches Empfinden wurden bei dieser durchsichtigen Musizierweise nie vernachlässigt. Einen ähnlich positiven Eindruck vermittelte dann Lydia Bachs sensible Wiedergabe von Andante e Rondo Ungarese für Viola und Orchester von Carl Maria von Weber. Modulatorische Wendungen und klangfarbliche Veränderungen wurden von der Solistin und dem Orchester facettenreich erfasst.

Alexander G. Adiarte erschloss als Dirigent hier eine Zauberwelt, wobei die Farbwerte der einzelnen Tonarten mitsamt dem Pizzicato deutlich hervorleuchteten. Sehr interessant war dann im zweiten Teil die Begegnung mit Alexander Borodins Sinfonie Nr. 2 in h-Moll, der so genannten „Heldensinfonie“, aus der der erste Allegro-Satz erklang. Zupackend intonierten die Streicher hier das markant-robuste Unisono-Thema, das sich immer mehr durchzusetzen schien. Das pastorale zweite Thema endete in zarten Akkorden, die Alexander G. Adiarte mit dem Sinfonieorchester Leonberg dezent betonte. Die Durchführung mit dem Hauptmotiv wirkte ausgesprochen energisch – und auch die tänzerische Abwandlung ging bei dieser Wiedergabe unter die Haut. Nach der Reprise endete der Satz in einem gewaltigen Orchester-Unisono.

Duos und Trios begeistern

Von Johann Strauss (Sohn) erklangen Walzer nach Motiven der Operette „Die Fledermaus“ op. 367 mit dem Motto „Du und Du“. Dabei vereinigten sich die „Brüderlein und Schwesterlein“-Weise in rasanter Emphase mit Galopp-Rhythmen sowie verführerischen Ausgangs- und Anknüpfungspunkten. Zuletzt war noch die Suite aus dem Ballett „Dornröschen“ von Peter Tschaikowsky zu hören, wobei Alexander G. Adiarte die thematischen Zusammenhänge mit dem Sinfonieorchester Leonberg subtil offenlegte. Neben den Tutti-Passagen und dem ausdrucksvollen Harfen-Solo begeisterten bei dieser hervorragenden Wiedergabe vor allem die kammermusikalischen Duos und Trios.

Als Zugabe überzeugte noch die berühmte Barkarole aus der Oper „Hoffmanns Erzählungen“ von Jacques Offenbach sowie eine Strauss-Polka.




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